Eine Teilnehmerin unserer Mailingsliste
Gastro-Einsteiger fragte, welche jahreszeitlichen Effekte bei der Umsatzprognose
zu berücksichtigen seien.
Ein "Herunterbrechen" der Prognose des
durchschnittlichen bzw. Jahresumsatzes für ein neues gastronomisches
Objekt ist aus zwei Gründen sinnvoll:
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damit die ersten Ist-Zahlen mit realistischen Soll-Zahlen für die
entsprechenden Ist-Tage verglichen werden können. Ein saudummes
Beispiel: Wer bei klirrender Kälte einen Eisstand eröffnet, würde
aus dem wohl geringen Abverkauf falsche Schlüsse auf die Eignung des
Konzeptes schließen.
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um den Wareneinkauf, den Personaleinsatz
und die Liquidität einer eventuell saisonal schwankenden Nachfrage
anpassen zu können.
Schwankungen der Nachfrage nach gastgewerblichen Dienstleistungen
und Produkten im zeitlichen Ablauf können durch verschiedene
Ursachen veranlaßt sein. Ihre jeweilige ökonomsche Bedeutung
hängt auch ab vom gastronomischen Konzept.
Nachfrageschwankungen im Tagesablauf und während der
Woche
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Das Ausgehverhalten sowohl am Abend als auch an den verschiedenen
Tagen der Woche ist prägend für viele gastronomische Betriebe,
z.B. werden Diskotheken besonders häufig von Donnerstag bis Samstag
aufgesucht. Montags haben besonders gerne Familienbetriebe einen Ruhetag,
was einerseits an der an diesem Tag verringerten Nachfrage liegt, andererseits
auch eine Nische sein kann für solche Betriebe, die keinen Ruhetag
haben oder ihren Ruhetag auf einen anderen Wochentag legen. Siehe dazu
auch unseren Beitrag zum Thema Sperrstunden-Regelungen.
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Arbeitszeiten. Gastronomische Dienstleistungen werden vor, während
und nach der Arbeit aufgesucht oder in Arbeitspausen, wobei die Dienstleistung
sowohl am Standort der Gastronomie als auch am Arbeitsplatz oder in zugeordneten
Pausenräumen erfolgen kann. Den Gästen steht dabei in der Regel
nur eine begrenzte Zeitspanne zur Verfügung. Vielerorts sind spezielle
Einrichtungen wir Betriebsrestaurants, -kantinen oder Verpflegungsautomaten
vorhanden. Mit Restaurant-Scheck-Systemen
können Arbeitgeber den Verzehr von Mahlzeiten lohnsteuerlich begünstigt
subventionieren. Engpässen im Personaleinsatz kann durch Vorbestellungen
begegnet werden (etwa per von der Gastronomie bereitgestellten Fax-Bestellscheinen,
die in umliegenden Betrieben verteilt werden). Personalengpässen in
der Küche kann dadurch begegnet werden, daß man die Nachfrage
auf Stammessen (Tagesgerichte, plat du jour) zu lenken versucht.
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Fahrzeiten. Die Ab- und Anfahrtzeiten von öffentlichen Verkehrsmitteln,
aber auch von Reisegruppen, können sich auf die Nachfrage in einem
gastronomischen Objekt auswirken, nicht nur in Objekten der Verkehrsgastronomie.
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Öffnungszeiten des Einzelhandels, von Museen usw. sowohl in
der Einzelhandels- und Museumsgastronomie
selbst als auch in der Gastronomie in der Umgebung.
Nachfrageschwankungen im Jahreslauf
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Witterungseinflüsse sind Temperatur (wichtig etwa für
Schwimmbadgastronomie), Regen (Biergärten, Außengastronomie),
Schneefall (Skihütten). Zur Steuerung des kurzfristigen Personaleinsatzes
bis hin zur Entscheidung, ob das Outlet überhaupt geöffnet werden
soll, ist eine genaue, mittel- und kurzfristige Wetterprognose günstig.
Theoretisch kann man sich gegen Witterungseinflüsse auch versichern.
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Ferien. Schulferien, Betriebsferien großer Unternehmen, Semesterferien
von Hochschulen, können sich dahingehend auswirken, daß ortsansässige
Gäste und Pendler ausbleiben. Andererseits können Gäste,
die während ihrer Ferien sich am Standort des Outlets aufhalten, als
saisonale Gäste hinzukommen. Schulferien der verschiedenen Bundesländer
aber auch im Ausland wirken sich z.B. stark auf die Auslastung von Autobahnraststätten
aus. Inbesondere bei Anbietern von Übernachtungen kann es sich lohnen,
die Preise danach auszurichten (siehe unsere Seite über zeitliche
Preisdifferenzierung). Restaurants offerieren häufig spezielle
Speisekarten oder -menüs. Man geht dabei ein auf vermutete Speisewünsche
von Touristen, etwa nach regionalen Spezialitäten. Oder man versucht,
die Nachfrage auf schnell zuzubereitende Speisen zu bündeln. In der
Gastronomie ist es seltener als in der Hotellerie üblich, die Nachfragespitzen
durch höhere Preise zu brechen oder auszubeuten.
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Saisonale Verfügbarkeit bestimmter Produkte oder Nachfrage nach
bestimmten Produkten. Beispiele sind: Federweißer,
Spargel, Erdbeeren, Süßwasserfische wie Karpfen, Beaujolais
Primeur, Faschingskrapfen, Lebkuchen, Silvestermenüs usw.
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Die saisonal schwankende Nachfrage nach touristischen Leistungen
einer Region wirkt sich sowohl auf die Hotellerie als auch auf die auf
Touristen zielende Gastronomie aus (Beispiele: Skigebiete, Strandurlaubsregionen).
So wird z.B. Bamberg besonders stark
im Früjahr und Herbst von Touristen besucht. Touristische Regionen
können versuchen, die zeitliche Verteilung zu beeinflussen, siehe
z.B. der Bamberger Krippenweg in der Vorweihnachtszeit. Oder sie passen
ihre Kapazitäten an, variieren
ihre Preise oder schließen sogar außerhalb der Saison.
Besondere Ereignisse und Einflußfaktoren
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Events, also Veranstaltungen, die der Gastronom selbst - eventuell
mit anderen - durchführt, als auch geplante Ereignisse, auf die er
reagiert. Siehe unseren Beitrag "Event-Gastronomie".
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Feiertage.
Je nach gastronomischen Konzept kann sich die Nachfrage nach gastronomischen
Leistungen eines Objektes generell vermindern (z.B. Betriebskantine) oder
erhöhen (Ausflugslokal). Es kann sich auch die Nachfrage im Tagesablauf
verschieben, z.B. weil Gäste ausschlafen und später frühstücken
als werktags oder am Vorabend länger ausgehen, weil sie am Feiertag
nicht arbeiten müssen. Zudem werden an bestimmten Feiertagen mitunter
auch bestimmte Produkte verstärkt nachgefragt, so Frühstücke
am Valentinstag, Muttertag und Neujahr, Sekt und Champagner an Silvester
usw.
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Weltanschauliche Regeln und Verhaltensweisen können sowohl
die Nachfrage nach gastronomischen Leistungen generell beeinflussen (z.B.
Gastronomie in Klöstern und Wallfahrtsorten), als auch die spezifische
Nachfrage an bestimmten Wochentagen (z.B. freitags kein Fleisch essen bei
Katholiken) oder die Art des saisonal nachgefragten Sortiments (koschere
Speisen und Getränke in der jüdischen Küche,
Fastenspeisen bei Katholiken, Verzehrregeln von Moslems).
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Verkaufsförderungsaktionen, sowohl des Gastronomen selbst als
auch konkurrierende Verkaufsförderungsaktionen sowie Aktionen Dritter,
z.B. freier Eintritt in Museen ("Museumsnacht"), können sich auf die
Nachfrage nach gastgewerblichen Leistungen auswirken..
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Sonstige besondere Ereignisse, z.B. Einschulungen, während
denen die Eltern ein benachbartes Café aufsuchen, Massenprüfungen
an Universitäten, nach denen die Prüflinge und Prüfer einen
trinken gehen, Streiks in Betrieben in der Nähe gastronomischer Objekte,
Demonstrationen, die an gastronomischen Objekten vorbeiführen, Sperrungen
von Straßenzügen wegen Dreharbeiten, Bombendrohungen, Sicherheitsmaßnahmen
im Zusammenhang mit Staatsbesuchen, Stromausfälle usw. Solche Ereignisse
sind kaum planbar, es sei denn der Gastronom lernt aus früheren ähnlichen
Ereignissen und versucht, rechtzeitig vor zukünftigen Ereignissen
informiert zu werden.
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