Abseits.de -->
Gastronomie-->
Konzepte-->
Tapas-Bars
 

Tapas-Bars - spanische Restaurants in Deutschland

Tapas sind jene unwiderstehlichen Kleinigkeiten, die meist auf dem Tresen hinter Glas präsentiert werden und in Andalusien das große Mahl einleiten, es häufig aber auch ersetzen. Heute, im Zeitalter von Finger Food und dem hektischen Verzehr an Ort und Stelle, erfreuen sich Tapas auch einer wachsenden Beliebtheit in Deutschland und selbst in der Provinz sprießen Tapas-Bars so aus dem Boden wie die Pilze, die regelmäßiger Bestandteil von Tapas sind.


Die ersten Tapas kamen in den 80ern nach Deutschland mit den meist von Spaniern betriebenen spanischen Restaurants. Nicht etwa als Folge der ersten Welle spanischer Gastarbeiter, sondern nachdem sich die spanische Mittelmeerküste, die Balearen und Kanaren als beliebte Urlaubsziele der Deutschen etabliert hatten. Tapas halfen den Deutschen aber auch den in Deutschland lebenden Spaniern, die grauen Tage bis zum nächsten Spanienurlaub besser zu überbrücken. 


Ende der 90er Jahre wurden dann Tapas-Bars von der deutschen Szene-Gastronomie entdeckt als Alternative oder Ergänzung zu Tex-Mex-Konzepten.
 
In Spanien kann man in den tascas und mesones meist unter drei oder vier Dutzend Tapas wählen. Viele Restaurants haben sich spezialisiert auf Meeresfrüchte oder Fisch, auf edle Wurst- oder Schinkensorten, auf Gemüse- oder Schmorgerichte.
 
Tapas werden auf kleinen Porzellantellern serviert oder in cazuelitas, typischen braunen Tonschälchen. In Nordspanien nennt man Tapas auch pinchos (zu deutsch: Spieße), selbst wenn gar nichts aufgespießt wird. Im Raum Valencia kommen sie häufig in Form von montaditos auf den Tisch, das sind kleine, mit den verschiedensten Leckereien belegten Brotscheiben.
 
Das Ritual des Tapas-Essens entspricht der andalusischen Mentalität, in lockerer Atmosphäre zu essen, zu trinken und zu plaudern, auf den sonnigen und auch am Abend noch warmen Straßen und Plätzen vor oder in den weit geöffneten Bars. Selten bleibt man länger als ein Gläschen und nimmt zum Sherry hier und da ein Häppchen. Man macht eine Tapeo, einen Zug  von Tapas-Bar zu Tapas-Bar. Um die Getränke vor den Fliegen zu schützen, schützte man das Glas durch einen Deckel, der zugleich Platz zur Ablage eines Happens diente.
 
Tapas-Restaurants versuchen, die Atmosphäre durch mehr oder weniger immer gleiches Design und Ausstattungen herzustellen:
  • erdfarbene Wände und Decken
  • lange Tresen mit großen Glasvitrinen
  • von der Decke hängende Schinken und Würste
  • handgemalte Fliesenbilder und Fliesen
  • Wandmalereien
  • eine aus Malaga importierte Einrichtung
  • (braune) Tonschalen
  • Service-Mitarbeiter, die meist nicht aus Spanien kommen, aber so aussehen als ob. 


Auch betriebswirtschaftlich motiviert ist der Versuch, die für Deutschland typische Nachfrage nach Bier auf 
  • offene Rotweine, 
  • spanisches Flaschenbier und vor allem 
  • Longdrinks und Cocktails 
mit ihren hohen Deckungsbeiträgen umzulenken.
 
Das Tapas-Angebot ist in Spanien geprägt von der regionalen Verfügbarkeit und der Frische der Zutaten. Bestandteile eines Tapas können sein:
  • Stein- und andere Pilze, in Olivenöl gebraten, ode als Salat
  • fritierte Tintenfische
  • panierte Garnelen
  • Thunfisch in Tomaten-Zwiebel-Sauce
  • Venusmuscheln in Zwiebel-Wein-Sud
  • Kroketten mit Spinat, Fisch, Schinken oder Meeresfrüchten gefüllt
  • Runzelkartoffeln mit scharfer Sauce
  • gebratene Auberginen, Paprikaschoten und Zwiebeln
  • pizzaähnliches Tomatenbrot
  • Ziegenkäse, in Olivenöl eingelegt, oder andere würzige Käse
  • Champignons, in Olivenöl, Knoblauch und Petersilie gebraten
  • gesalzene oder fritierte Sardellenfilets
  • fritierte Paprikaschoten
  • Artischocken, in Essig eingelegt
  • Mandeln
  • geschmorte, in Olivenöl, Essig und Wein marinierte Lende
  • Bohnenkerne mit rohem Schinken
  • Oliven, auch gefüllt mit Sardellen oder Mandeln
  • geschmorte Rinderzunge oder Kaninchenfleisch oder Fleischbällchen in Tomatensauce
  • Meeresfrüchtesalat
  • roher Schinken oder Paprikawurst
  • Schnecken
  • Tortillas
  • Spargel
Das Preisniveau für ein Schälchen bewegt sich zwischen 4,50 und 9,00 DM (meist 5 bis 6 Mark) und läßt damit einen erheblichen Spielraum für Aktionspreise, etwa
  •  Tapas-Tage mit nur drei Mark pro Schälchen,
  •  Happy Hour-Aktionen mit bis zu 50% Rabatt.
Tapas-Bars eigenen sich auch, zumindest wenn Platz ist zum Tanzen, auch gut als Veranstaltungsort für After-Work-Parties.
Chancen auf nicht unerhebliche Zusatzerlöse bieten sich im Bereich Catering und Party-Service. So bietet das Café Iberico in Chicago Tapas-Pakete für 20 bis 150 Personen an. 

Sub-Systemanbieter, Franchisegeber, Einzelrestaurants online

  • Restaurant Bolero in Bamberg.
  • Tapas, Bamberg.
  • Casa Blanca in Geseke (zwischen Soest und Paderborn). Es handelt sich um ein "richtiges" spanisches Restaurant, in dem Sinne, daß die Inhaberfamilie Maria Elena und Manuel Diaz Spanier sind und keine deutschen Szene-Gastronomen, denen es schnuppe ist, ob sie gerade mal ein spanisches oder mexikanisches Restaurant eröffnen oder eine belgische Frittenbude. In jahrelangem Feilen haben sie ein Konzept zusammengestellt aus vielen kleinen Details, in dem der Gast und seine Wünsche an erster Stelle stehen. Dabei braucht man - wie wir Kollegen wissen - auch Humor und Spaß an der Freud'. Nette Gags sind etwa eine E-Card "Spanien bei Nacht" und diverse Tipps und Tricks etwas abseits des Normalen (wenn Gerhard Schröder seine Haare nicht gefärbt hat, hat er sie denn mit Zwiebelschalen übergossen?). Ein Online-Shop entpuppt sich mangels Preise ("auf Anfrage") und fehlender Online-Shopping-Funktionalität als Übersicht über Weine, Sekt und Brandies, die man wohl besser im "Casa Blanca" persönlich kauft. Aber dafür läuft mir beim Anschauen der Fotos etwa eines "Casajuana, Solera Gran Reserva 1892er" oder eines "Rey Luis Felipe, Solera Gran Reserva 1893er" schon das Wasser im Munde zusammen. Der Weinkeller bietet noch einige andere Raritäten, so eine Auswahl von Champagner- Kollektion Taittinger, unter anderem den mit dem Etikett von Roy Lichtenstein.
  • Tapas Antonio, Berln
  • Atame Tapas Bar, Berlin.
  • Carpe Diem, Berlin.
  • Comida, Trier.
  • La Bodega, Rottweil.
  • La Copa, Düsseldorf.
  • Copas y Tapas, Dresden.
  • Tapas Restaurant, Orlanda. Fasziniert hat mich hier vor allem die phantasievolle Speisekarte. 
  • Tapitas, Bern.
  • Old Yard, Darlington
  • Dali, Somerville
  • Café Iberico, Chicago
  • Locos, Alder Grove
  • Repatos, London.

Lieferanten online

  • Spanische Spezialitätengeschäfte in Deutschland.
  • Agapes. Online-Shop für spanische Produkte mit Sitz in Madrid und deutschsprachiger Benutzeroberfläche, der auch nach Deutschland liefert. Mit Rezepten und vielem mehr.
  • Espagna.de. Spanische Spezialitäten Vertrieb. Online-Shop für Feinkost aus Spanien: Serrano-Schinken, Käse, Kaffee, Chorizo (Paprikawurst) und vieles mehr.
 
Zur Homepage
Suchen
Gaststätten
Bamberg
Community
Partner
Bücher
Poster
Gastronomen
Bierliebhaber
Webmaster
Internet
Impressum
Kontakt
 

Weiterführende Links

Buchempfehlungen

  • Original mallorquinische Tapas.  von Delfin Motos i Navarron 
  • Tapas: The Essential Kitchen series  von Richard Tapper
  • Tapas. von Beatrice Aepli, Claudia Ziesenhenne. 2001. Der Umschlag kann nicht nur als praktisches Lesezeichen genutzt werden - ausgeklappt finden Sie dort auch wichtige Hinweise zu den Rezepten. Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Fotos helfen bei schwierigen Zubereitungstechniken. Außerdem: nützliche Infos und Warenkunde. Exklusiv für Sie im Internet: Zusätzliche Rezepte fürs Partybuffet! 
  • Culinaria Espania. Spanische Spezialitäten, von Marion Trutter, Günter Beer, 1998. Die spanischen Regionen mit ihren regionalen Küchen, ausgezeichnete Rezpete und Informationen zur spanischen Kultur und Geschichte und sehenswerten Photos.
  • Das Tapas- Kochbuch. Eine Einführung in die spanische Tapas-Küche. Die Autoren des Tapas Kochbuchs, Adrian Linssen und Sara Cleary, leiten seit vielen Jahren gemeinsam eine Tapas-Bar in London.
  • Erika Casparek-Türkkan: Spanien - Kulinarische Streifzüge. Rezeptbilder dazu im Bildarchiv der Edition Sigloch.
  • Dunlop, Fiona: Tapas favoritas.Die 101 besten Rezepte aus Spaniens Tapas-Bars. 2003. Dies ist ein Buch für alle, die noch nicht wissen, welche Bar in Spanien die besten Tapas serviert oder welche Tapa sich hinter dem Namen Txalupa verbirgt. Die Autorin Fiona Dunlop wählte 26 Tapas-Küchenchefs in Spanien aus, ließ sie erzählen und entlockte ihnen ihre Lieblingsrezepte, ihre "Tapas favoritas”: Selten dauert die Zubereitung lange, meist lassen sich die Tapas gut vorbereiten, die Zutaten sind leicht zu bekommen, und jedes Gericht sieht verführerisch aus und schmeckt echt spanisch. Iñaki Gulin, Küchenchef im La Cuchara de San Telmo in San Sebastián, erklärt das Prinzip der "neuen" Tapas-Kultur: "Wir nehmen ein klassisches Rezept und präsentieren es auf moderne Art oder fügen ein paar neue Zutaten hinzu. Wir müssen auch an unsere traditionelleren Kunden denken. Doch im Grunde müssen die Leute dir vertrauen und auch mit geschlossenen Augen essen können." Ein schönes Beispiel dafür sind Rote Paprikaschoten mit Blutwurstfüllung: eine durchaus gängige Tapa, aber gewürzt mit Basilikum, Ingwer und Pinienkernen ein außergewöhnliches Geschmackserlebnis. Neue Kreationen, die den Einfluss der Fusion-Küche verraten, sind in den Designer-Bars der Städte zu finden - mariniertes Thunfisch-Sashimi oder Tintenfisch mit Weißen Bohnen aus dem Wok. In Alt-Kastilien, zum Beispiel bei José María in Segovia, geht es dagegen nach altbewährter Manier zu Werke: Legendär ist seine Schweinebraten-Kartoffel-Pfanne, sie zählt auch König Juan Carlos zu ihren Fans. Die baskischen pintxos sind durch die geographische Nähe zu Frankreich mit den Kanapees verwandt, wie etwa Sardellen-Gemüse-Toast oder Pilz-Garnelen-Torteletts, die man ohne Besteck und Teller auf zwei Bissen isst. Im Süden dagegen genießt man lieber gemütlich im Sitzen seine Tapas, die hier mit Besteck serviert werden und sogar flüssig sein können, wie der berühmte andalusische Gazpacho oder die ebenso köstliche kalte Mandelsuppe Ajo blanco. Also auf zum tapeo! Die Autorin Fiona Dunlop schreibt für den Observer, für The Independent, Elle Decoration und Homes and Gardens. Nachdem sie für National Geographic einen Führer über Spanien verfasst hatte, wollte sie die lebhafte Tapas-Szene tiefer ergründen. Das Ergebnis ist "Tapas favoritas", ihr neues Buch, das im August 2003 auf den Markt kommen soll. Jan Baldwin ist eine der führenden Food- und Interiors-Fotografinnen. Für "Tapas favoritas" porträtierte sie die Tapas-Köche, hielt die Lokale und ihre Gäste im Bild fest und bildete die Rezepte in appetitanregenden Fotos ab. Ihre Aufnahmen erscheinen in der Times, dem Daily Telegraph, der Vogue und in vielen Buchpublikationen im In- und Ausland, unter anderem in Party food, Die türkische Küche, Vegetarisch für Gäste und Wohnstile der Welt - China, alle im Christian Verlag erschienen. (Quelle: Pressemitteilung des Christian Verlages).
  • Lujan, Nestor; Lujan, Tin: Las Cocinas Regionales de Espana. 1991.
  • Millo, Lorenzo: Cocina Valenciana. Prologo: Ricard Perez Cascado. 1999.
  • Lladonosa Giro, Josep: Cocina Catalana. Prologo: Bigas Luna. Cocina Regional. 2000.
  • New Tapas: Today's Best Bar Food from Spain  von Fiona Dunlop und Mitchell Beazley (15. August 2002) 
  • Mehr Bücher zum Thema "Tapas".
  • Mehr Bücher über spanische Weine.
Seitenanfang
aktualisiert am 9. September 2003
 
Be notified of page updates
it's private
powered by
ChangeDetection