|
Zur Geschichte des
Reichmannsdorfer Porzellans
|
||
In der Zeit um 1790 kam aus Thüringen
der Porzellanmacher Gottlieb Ehregott Gottbrecht nach Franken,
um hier eine Porzellanfabrikation zu starten (Informationen zur allgemeinen
Geschichte des Porzellans). Nachdem seine Versuche
in Regensburg, Mainbernheim und Reihweiler nach kurzer Zeit fehlgeschlagen
waren, gründete er in Reichmannsdorf (7 km von Schlüsselfeld
entfernt, Richtung Burgebrach, siehe ein Foto von Schloß
Reichmannsdorf) mit Unterstützung der Familie von
Schrottenberg eine Manufaktur, die Geschirr, Pfeifen, Puppen und religiöse
Figuren produzierte. Er selbst verstarb schon kurz nach der Firmengründung
1794. Seine Frau und seine drei Söhne - alle begabte Portrait-, Figuren-
und Landschaftsmaler - führten den Betrieb bis 1838 weiter,
wo er nach einem vernichtenden Brand (1833) versteigert wurde, und bis
zur endgültigen Einstellung des Betriebs im Jahre 1867 niht weniger
als achtmal den Besitzer wechselte.
Auch die Gottbrechts kopierten die Meißen-Schwerter, um ihr Porzellan besser verkaufen zu können. Ob sie außerdem ein eigenes Markenzeichen entwickelt haben, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Aus den gefundenen Fehlbränden und Porzellanformen können wir zwar feststellen was in Reichmannsdorf hergestellt wurde, doch gute, verkaufte Ware können wir leider noch nicht zuordnen. Auch am Dekor (Bemalung) des Geschirrs kann man nicht erkennen, woher es stammt, weil die Manufakturen ihre Maler und Modelleure untereinander ausgetauscht haben. So können aus verschiedenen Manufakturen die gleichen Modelle und Dekore auf dem Markt erscheinen. Die beiden bekanntesten, auch heute noch produzierten Dekore sind Strohblumendekor und Zwiebelmuster. Wie die beiden anderen fränkischen, ebenfalls in thüringischer Manier produzierenden Manufakturen Schney und Tettau gehört die Porzellanmanufaktur Reichmannsdorf - leicht zu verwechseln mit der gleichnamigen, nach 1813 von einem Frierich Gottbrecht, genannt "Friedegott", gegründeten Porzellanfabrik Reichmannsdorf in Thüringen - im weitesten Sinne zu den "thüringischen" Porzellanmanufakturen des späten 18. Jahrhunderts. |
|||
| Mehr über den adligen Diplomaten Wolf
Philipp von Schrottenberg finden Sie im Ausstellungskatalog von Horst Miekisch:
Absolutismus
und Barock in Bamberg. Vom Westfälischen Frieden zur Schönbornzeit
1648-1746. Die Gründung der Reichmannsdorfer Porzellanmanufaktur
gelang unter dem Patronat des bambergischen Hofmarschalls und Oberamtmanns
zu Burgebrach, Franz Konrad Freiherr von Schrottenberg.
|
|||
| Inhaltsverzeichnis | Zur Geschichte des Porzellans |