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Laudatio auf das Stadtmuseum Schlüsselfeld

von Bezirksheimatpfleger Dr. Günter Dippold
gehalten anläßlich der Verleihung des "Grünen Kulturförderpreises" am 23. Juli 1998 in Schloß Seehof

  "Kultur ist ein Amöbenwort. Es schleicht sich in die verschiedensten Zusammenhänge ein, wird vom Kulturbeutel bis zur Begräbniskultur verschwendet". So hat im vergangenen Jahr Dieter Kramer die inflationäre Verwendung des Wortes "Kultur" mokant kommentiert. Gar als "Quallenwort" erscheint "Kultur" dem Bayreuther Mittelalterhistoriker Peter Segl, denn – so sagte er in einem Vortrag vor 14 Tagen – Kultur sei "ein Wort, das man derzeit eigentlich nicht ,anfassen‘ sollte, da man sich daran die Finger verbrennen kann, so wie man sich beim Schwimmen die Finger verbrennt, wenn man einer Qualle zu nahe kommt". Und verantwortlich dafür sei, so Segl, die "Vernutzung" des Wortes durch die Politiker.

Freilich – wir wollen gerecht sein: durch sein weites Bedeutungsfeld drängt sich Kultur als Verlegenheitsterminus regelrecht auf. Denn was ist nicht Kultur? Wenn wir im guten, alten, wenn auch nicht mehr verbindlichen Duden nachschlagen, so lesen wir da, Kultur sei "die Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Lebensäußerungen einer Gemeinschaft" – und was läßt sich darunter nicht subsumieren? Eigentlich ist danach Kultur alles, was wir mehr tun als das liebe Vieh. Und mit ein wenig geistigem Überbau kann man selbst das Lebensnotwendige oder Unvermeidliche zur Kultur erheben (Stichwort: Eßkultur).

Man entkommt dem Wort "Kultur" nicht, so viel man auch darüber klagen oder spotten mag. Der eingangs zitierte Dieter Kramer bezeichnet sich selbst als "Kulturwissenschaftler", Peter Segl lehrt an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät, und ich selber trage die Dienstbezeichnung "Kulturrat".

Aber immerhin haben wir es der Schwammigkeit des Begriffs "Kultur" zu verdanken, daß sehr verschiedenartige Arbeiten eingereicht wurden, und das ist gut so. Über 22 Vorschläge hatten wir zu befinden.

Eines haben die Vorschläge bei aller Unterschiedlichkeit gemeinsam: daß sie von jahrelanger, engagierter, oft uneigennütziger Arbeit zeugen. Die Palette reicht etwa auf dem Feld der Musik, die einen Schwerpunkt bildet, von Musikschulen über einzelne Interpreten und Gruppen mit vornehmlich klassischen Repertoire bis hin zum Mundart-Liedermacher Wolfgang Buck. Es standen Maler, Bildhauer, Fotografen, Schriftsteller, Galeristen zur Diskussion, weiterhin eine Puppenbühne, der Heimatkundliche Verein Scheßlitz, ein Verlag, ein Botaniker und Pflanzengrafiker, ein Frauencafé.

Hier eine Auswahl zu treffen, war mehr als schwierig. Drei Vorschläge waren schließlich übrig, weil sie, wie wir meinten, unseren in der Ausschreibung formulierten Vorstellungen am nächsten kamen. Demnach sollte besonderes Augenmerk auf "die soziale und kulturelle Praxis im Umfeld" gelegt werden und auf den "kommunikative(n) Akt zwischen Ausführenden und RezipientInnen". Eigenständig sollte die Arbeit sein, qualitätvoll, kontinuierlich, innovativ, gattungsüberschreitend.

Drei Vorschläge also waren in der engeren Wahl. Zum einen der Gartenarchitekt und Gartenkünstler Frohwalt Frank aus Eckersbach bei Schlüsselfeld, der an mehreren Orten zusammen mit den Beteiligten – Erwachsenen und Kindern – in organischen Gestaltungsprozessen Spiellandschaften geschaffen hat, ökologisch angelegte Landschaften, die kreative Spielformen ermöglichen. In der engsten Wahl stand auch der Skulpturenweg Tiefenellern, der in den letzten Jahren auf Initiative verschiedener Künstler und der Galerie für Zeitkunst in Bamberg organisiert und mit Hilfe von Sponsoren verwirklicht wurde. Der Skulpturenweg ist ein vorbildliches Projekt, denn zeitgenössische Kunst wird auf neuartige Weise in der Landschaft präsentiert und einem nicht unbedingt nur "kunstspezifischen" Publikum nahegebracht. Zudem ist er ein Beispiel für eine neuartigen, ästhetischen Umgang mit der Natur.

Zuerkannt haben wir den Kulturpreis zu guter Letzt dem Stadtmuseum Schlüsselfeld. Überzeugt haben hier vor allem die Verzahnung der verschiedensten Themen in dem relativ kleinen Museum – es umfaßt lediglich 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche –, die Ehrenamtlichkeit und hohe Fachkompentenz des Museumsteams, die museumspädagogischen Aktivitäten und die Sonderausstellungen und Veranstaltungen, die das Museum laufend mit Leben erfüllen.

Das Museum porträtiert das Leben im Steigerwald und umreißt dabei im Erdgeschoß vornehmlich das Verhältnis des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt, die er bearbeitet, von der er lebt, die er nicht selten aber malträtiert, als brauche er sie nicht. Die Darstellung beginnt bei der Geologie, behandelt die Wildtiere, den Wald, dessen Weg von der einstigen Vielfalt zur modernen Monokultur skizziert wird, das Ackerland und die heute so seltene, aber ökologisch so wichtige Brache, das Wasser, die Entwicklung des Viehs. Schlaglichtartig verraten Ortstafeln aus verschiedenen Epochen etwas über einstige Verwaltungsstrukturen.

All das ist strukturiert, und dennoch fehlen liebevolle Details nicht. Nur ein Beispiel: Im Gang lehnt wie zufällig eine alte Farbtafel, wohl aus der landwirtschaftlichen Ausbildung der 50er Jahre stammend, überschrieben "Unkräuter, die den Ertrag schmälern" – und quer daraufgeklebt ein Schild mit nur einem Wort: "überholt". Besser kann man das Umdenken der letzten Jahrzehnte, kann man die Bedeutung von Wildpflanzen fast nicht auf den Punkt bringen.

Das Museum erzählt im Erdgeschoß von der Landschaft, im ersten Stock unmittelbar von den Menschen. Vom Handwerk, von der Häfnerei etwa oder von der Textilproduktion, die durch einen spätantiken Gewichtwebstuhl repräsentiert wird, rekonstruiert aufgrund von archäologischen Funden aus der Region. Man erfährt etwas über das Bauwesen, über traditionelles Holzgefüge ebenso wie über den Aufbau der Straßendecke der Autobahn A 3. Funde aus gotischer Zeit und mittelalterliche Handschriften illustrieren die Stadtgeschichte von Schlüsselfeld. Den Besuchern wird anschaulich die Arbeit der Porzellanfabrik Reichmannsdorf vor Augen geführt. Die Hauswirtschaft wird u. a. repräsentiert durch eine Wäscheleine oder eine Mangel. Es fehlt nicht die Religion, wobei das bunte Durch- und Miteinander von Katholiken, Protestanten und Juden sinnfällig gemacht wird, wenn etwa in einer Tischvitrine neben einer Spielzeug-Altargarnitur ein jüdischer Kalender liegt.

Die Freizeit kommt nicht zu kurz, mit einigen Exponaten wird des Vereinslebens, der Musikpflege, des Kartenspiels, des Kegelns und des Biertrinkens gedacht.

Etwas pessimistisch das Ende: der Krieg, denn – so die Beschriftung – es sei wohl eine menschliche Eigenart, "das so mühsam Aufgebaute und die unter Schmerzen erreichten Höhepunkte wieder mit Gloria zu zerstören".

Das Schlüsselfelder Museum ist nicht nur ein historisches Museum, nicht nur ein naturkundliches Museum, nicht nur ein Landwirtschafts- oder Handwerksmuseum, es hat etwas von all dem. Aber es ist dabei kein Sammelsurium, sondern vereint die Elemente zu einem umfassenden Ganzen.

Das Schlüsselfelder Museum heißt "Stadtmuseum", ein Name, der in den letzten Jahren mancherorts das in Verruf gekommene Wort "Heimatmuseum" abgelöst hat, ein Tarnname sozusagen. Dabei ist das Schlüsselfelder Museum eigentlich ein "Heimatmuseum" im guten Sinn des Wortes, denn hier wird die Region in vielen Facetten, wird Heimat in einem umfassenden Sinn vorgestellt, nicht bloß eine Stadt. Noch besser sollte man vom "Steigerwald-Museum" sprechen – aber der Name ist seit kurzem teilweise besetzt –, denn hier geht es eigentlich um den Lebensraum Steigerwald, um den Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen in seiner geschichtlichen Dimension.

Das Konzept ist stimmig, der vorhandene Platz ist gut genutzt. Aber das rechtfertigt den Preis nicht allein. Was das Museum in Schlüsselfeld aus der Masse der kleinen Museen heraushebt, das ist der sehr große Wert, der auf Museumspädagogik gelegt wird. Das fängt bei der Präsentation der Exponate an. Immer wieder gibt es Gelegenheit, nicht nur zu betrachten, sondern auch zu betasten, hochzuheben, zu streicheln. Ob das nun Steinblöcke sind, ob man nun erraten muß, von welchem Tier welches Fell stammt, ob es Holzproben sind, ob man versuchen kann, aus Tonscherben ein Gefäß zu rekonstruieren.

Hinzu kommt die Arbeit mit Kindern, mit Schulen, kommen in monatlichem Turnus Sonntagsexkursionen, veranstaltet vom Museumsteam, Exkursionen, durch die Landschaft und Geschichte vor Ort erklärt werden. Insofern ist das Stadtmuseum Schlüsselfeld ein echtes eco musée, ein Museum, das nicht an der Ausgangstür zu Ende ist, sondern die Umgebung einbezieht, und es verkörpert damit eine zukunftsweisende Museumsgattung, die leider in Süddeutschland noch kaum Fuß gefaßt hat.

Das Museum ist unterhaltsam. Die Besucher schreiten nicht immer schnelleren Schritts mit ernster Miene die Front der Vitrinen ab, sondern – wie ich erst am vergangenen Sonntag bei beobachten konnte – sie reden miteinander ("schau mal, da!"), sie lachen, sie haben Spaß im und am Museum, sie fassen Steine oder Holz an, sie halten sich 3D-Brillen vor die Augen und wackeln mit dem Kopf, damit auch die 3D-Kuh Kuh-nigunde mit dem Kopf wackelt, sie spielen. Und das kann man hier, in Schlüsselfeld. Nicht würdiger Ernst liegt über den Räumen. Man nimmt sich nicht gar zu ernst. So zählt zu den seltensten Stücken des Museums zweifellos, aufwendig präpariert, die linksläufige "Fränkische oder Steigerwald-Hangmaus", eine "Sonderform der gemeinen Waldmaus, die ihren Körperbau an hügeligen Gelände angepaßt hat. Nur zwei Arten sind in Europa bekannt: rechts- und linksläufige, die jeweils ein verkürztes Beinpaar auf der Hangseite besitzen."

Durch das 1993 eröffnete Museum wird ein Denkmal, das alte Rathaus, sinnvoll genutzt und erhalten. Bis 1967 hatte das 1723 errichtete Gebäude als Schule gedient, im folgenden leergestanden, was bedeutet: es war im Bestand gefährdet.

Das Haus ist Teil eines städtischen städtischen Ensembles, das zwar von der Abrißwut der letzten Jahrzehnte und von proportionen-sprengenden Panoramafenstern nicht verschont geblieben ist; gleichwohl ist vom Stadtgefüge, von der Gestalt einer kleinen, im Mittelalter geplanten Amtsstadt doch recht viel übriggeblieben.

Es verhält sich also in Schlüsselfeld nicht so, wie es der Heroldsbacher Autor Wolfgang Ehemann in seinem Gedicht "Heimatmuseum" beschreibt:

 

Wi bloos nu

a aandsigs Häusla

übrich woa

 

des wus nu nedd

oogrissn

kobbd homm

 

homms aus denn

Dengmool

a Heimatmuseum gemachd

 

Die grundsätzliche Richtigkeit dieses Gedichts erweist sich aber immer wieder, derzeit in meiner Heimatstadt Lichtenfels, wo kürzlich ein Haus aus dem 16. Jahrhundert abgebrochen wurde – ein einstimmiger Wunsch des Stadtrats, auch mit grünen Stimmen verabschiedet – und wo 20 oder 30 Meter entfernt 1999 das Stadtmuseum eröffnet werden soll.

Vor allem spießt das Gedicht von Wolfgang Ehemann den Umstand auf, daß häufig ein Museum eine Verlegenheitslösung ist. Wenn man mit einem Denkmal, das man erhalten will oder erhalten muß, so gar nichts anzufangen weiß, dann nutzt man es halt als Museum.

Aber besonders solche Verlegenheits-Museen schweben zuweilen in einer Gefahr: daß die Verantwortlichen nämlich meinen, es sei mit der Einrichtung getan, daß sie glauben, wenn die Vitrinen gefüllt und die Tafeln aufgehängt sind, gebe es nichts mehr zu tun.

Im Gegenteil: dann beginnt die Arbeit erst, dann gilt es, das Museum mit Leben zu erfüllen. Denn wenn das nicht geschieht, dann sehen Museen bald so aus, wie es Egon Johannes Greipl geschildert hat: "in den immer kalten, dämmrigen Räumen lag ein Geruch, wie wenn man auf dem Speicher einen jahrelang unberührten Schrank öffnet."

Ganz anders in Schlüsselfeld: Das Museum berichtet nicht nur vom Leben, es ist selbst quicklebendig. Auf die museumspädagogischen Aktivitäten, von denen sich manches größere Museum eine Scheibe abschneiden könnte, habe ich schon hingewiesen, auf die Exkursionen in die Landschaft. Aber auch für die Stadt ist das Museum eine Art Kulturzentrum geworden, wobei man natürlich nicht großstädtische, nicht avantgardistische Maßstäbe anlegen darf.

Ein Saal im ersten Stock (ein Raum, der höchstens 80 Personen faßt), er bietet Platz für Sonderausstellungen – derzeit sind dort Plastiken des Bamberger Künstlers Reinhard Klesse zu sehen –, hier wird eine Weihnachtskrippe aufgebaut, hier finden Veranstaltungen verschiedener Art statt, ob es nun Kammerkonzerte, Kabarett, Lesungen, Puppentheateraufführungen sind.

Der Aufbau des Museums war gewiß nicht einfach. Der Raum, der zur Verfügung steht, ist bescheiden, und die Zahl der Exponate dürfte sich bei der Eröffnung in Grenzen gehalten haben.

Die Aufbauleistung ist um so beachtlicher, wenn man bedenkt, daß sie zwischen 1991 und 1993 von ehrenamtlichen Kräften vollbracht worden ist, die das Museum auch seither betreiben. Es ist nicht selbstverständlich, daß Menschen für eine soziale Aufgabe – und ich rechne dazu den Aufbau und den eines Museums –, daß Menschen für eine soziale Aufgabe ohne Zwang ihre Freizeit aufwenden, und zwar ohne auf Aufwandsentschädigungen oder Auszeichnungen zu schielen.

Freilich dient zuweilen Ehrenamtlichkeit als Rechtfertigung für Schlamperei und Unbelehrbarkeit. Motto: Wenn ich mich schon ehrenamtlich engagiere, dann hat meine Arbeit gefälligst keiner zu kritisieren.

So hat man meinem Eindruck nach in Schlüsselfeld nicht gedacht. Man hat den Rat von Fachleuten gesucht, hat sich Anregungen geholt.

Man – das ist ein 18-köpfiges Team, das das Museum aufgebaut hat und nun mit Leben erfüllt. Und mir gefällt, wie bunt dieses Team zusammengewürfelt ist: ein Grabungstechniker und eine Lehrerin, zwei Schüler und eine Rentnerin, eine Damenschneiderin und ein Mechaniker, eine Rechtsanwalts-Fachangestellte und ein Schuhkaufmann, zwei Sekretärinnen und ein Schlossermeister, zwei Landwirtinnen und ein Maschinenbauingenieur, eine Schreinersgattin und ein Elektriker, last not least der Bürgermeister, ein gelernter Verwaltungsmann. Und nicht er leitet das Team, sondern der eingangs genannte Grabungstechniker, Herr Wilfried Auer, zusammen mit seiner für das pädagogische Konzept verantwortlichen Frau, Frau Monika Auer.

Ihnen allen gebührt unsere Anerkennung, der wir durch den Preis Ausdruck verleihen.

 

Der Preis versteht sich als Anstoß. In diesem Fall heißt das: daß das Museum über den heutigen Preis hinaus verstärkte Unterstützung erfahren möge, von privater wie von öffentlicher Seite. Ich weiß, daß das Ansinnen, etwa eine Kommune solle sich finanziell stärker für eine kulturelle Einrichtung engagieren, nicht gern gehört wird. Die Zeiten seien schlecht, heißt es dann. (Wobei ich mich manchmal schon frage, ob es je gute Zeiten für kulturelle Einrichtungen gegeben hat.)

Fraglos hat die Kultur, vor allem die "kleine" Kultur von "nur" regionaler Bedeutung, derzeit einen schweren Stand. Manchmal hat man aber den Eindruck, als brächten einige zehn- oder hunderttausend Mark für kulturelle Zwecke das Haushaltsgebäude zum Einsturz. Oder umgekehrt: ein unbefangener Beobachter könnte meinen, eine öffentliche Verschuldung sei durch Einsparungen im Kulturbereich zu beseitigen.

Vor allem aber wird die Gesellschaft ver-betriebswirtschaftet; alles muß sich rechnen, alles muß Profit abwerfen, und zwar möglichst schnell. Leider erstreckt sich dieses merkantile Denken immer stärker auf die Kultur. Wie der Bauhof oder das Krankenhaus soll auch das Museum zum "profit center" werden. Bestenfalls werden Umwegerentabilitätsberechungen aufgestellt, weil man heutzutage offenbar nichts mehr unterhalten kann, wenn es nicht wenigstens auf Umwegen Geld bringt. Von der geistigen Armut einer Gesellschaft, die immer mehr Sachzeugnisse ihrer Geschichte verliert, spricht keiner, denn solche Armut drückt sich nicht – oder nicht unmittelbar – in Mark und Pfennig aus.

Um so erfreulicher ist es, daß der bayerische Kultusminister Hans Zehetmaier vor wenigen Tagen erklärt hat, "daß eine betriebswirtschaftliche Betrachtung den Museen und Sammlungen nicht gerecht werden könne". Der Museumsunterhalt erfolge im Rahmen der staatlichen Bildungsaufgabe, und insoweit seien "Museen und Sammlungen ,non-profit-centers‘." Ich wünschte, daß viel mehr Politiker, im Staat wie in den Kommunen, so dächten und vor allem so handelten.

 

Der Preis will ein Anstoß sein, auch für die breite Öffentlichkeit. Ein Museum lebt von und in seinen Besuchern. Es würde uns daher sehr freuen, wenn diese Preisverleihung viele Menschen bewegen würde, das Museum zu besichtigen. (Und mein persönlicher Wunsch – ich bin Bahnerssohn – ist, daß man wieder in die Lage kommen möge, dazu mit der Bahn nach Schlüsselfeld fahren zu können.)

 

Ich beglückwünsche das Stadtmuseum Schlüsselfeld, ich beglückwünsche das Museumsteam zur Auszeichnung.

Erlauben Sie mir aber, daß ich mit der Gratulation einen Wunsch der Jury verbinde: den Wunsch nämlich, daß die Preisträger Kontakt mit den anderen vorgeschlagenen Personen, Gruppen und Institutionen aufnehmen mögen. Die größte Freude wäre es für uns, wenn im Saal des Schlüsselfelder Museums andere, diesmal nicht mit einem Preis bedachte Künstler auftreten oder ausstellen würden.
 

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