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Das museumspädagogische Konzept
von Monika Auer
 
Sonderausstellungen
 
Eine Methode, einerseits Leben ins Haus zu bringen und andererseits die Raumknappheit zu überwinden, liegt in der Einrichtung zeitlich begrenzter hausinterner Sonderveranstaltungen. Sie motivieren zur Wiederholung eines Museumsbesuchs und bieten dafür erweiterte Einblicke in regulär nur knapp angesprochene Themenbereiche. So bietet das Stadtmuseum alljährlich zum Thema Volksfrömmigkeit als Sonderausstellung die Krippe der Familie Gräbner an. In diesem Jahr erstmals mit einer Zusatzvitrine, die Hausaltäre und Klosterarbeiten aus dem Steigerwald zeigt. Die Zeit dazwischen ist bereits mit der Planung weiterer Ausstellungen gefüllt. 
 
    Auf diese Weise wird auch das Engagement der Bürger honoriert, deren Leihgaben und Spenden in der festen Ausstellung vorerst keinen Platz gefunden haben. Somit wird das Museum nach und nach zum Refugium für persönliche Geschichte und Identifikation mit der Lebenswelt derer, die es tragen. 
 
 Wechselausstellung im Schaufenster: Alte Fotoapparate 
 
Eine weitere Chance, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern, besteht in der Sonderausstellung von Objekten, die einheimische Sammler, Künstler und Kunsthandwerker zusammengetragen oder geschaffen haben. Dieserart werden die Besucher angeregt, sich tolerant mit der Gedanken- und Erlebsniswelt ihrer Mitbürger auseinanderzusetzen. Die räumliche Nähe, eventuell gar persönliche Bekanntschaft zum Ausssteller spricht intensiv an und ermöglicht die Erweiterung des Blickfeldes ebenso wie die Auseinandersetzung mit eigenen Ideen und Fähigkeiten. Auch das erbauliche Moment der Freude an ästhetischen Dingen ist eine wichtige Intention. 
 
   Das Museumskonzept sieht vor, solche Sonderausstellungen nicht auf einen Raum konzentriert, sondern integriert in die Gesamtheit des Hauses zu präsentieren. Somit wird der Bezug des Ausstellers zu seinem Lebensraum hergestellt, eine Anregung zu verschiedensten Gedankenspielen. 
 
    Ausstellungen auswärtiger Anbieter im Stadtmuseum ermöglichen den Blick über den Tellerrand. Extern wird diese Art der Kulturaneignung gefördert durch die Mitgliedschaft im Arbeitskreis Oberfränkischer Museen und weiterer Fachkontakte, in deren Sonderausstellungen wir uns wiederfinden können. 
 
    Um der historischen Bestimmung des Hauses - Rathaus, Schule, Jugendtreff - weiterhin treu bleiben zu können und das Museum - Haus der Musen - auch zukünftig als Treffpunkt aufgeschlossener und kulturell interessierter Menschen zu machen, werden in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Kulturveranstaltungen angeboten. Hierzu zählen bislang: 
  • weihnachtliche Gesangs- und Lesedarbietungen angesichts der Gräbnerschen Krippe
  • musikalisch-lyrische Abende
  • kabarettistische Programme.
    Wegen der räumlichen Enge muß die Hörerzahl auf 60 bis maximal Personen begrenzt bleiben. Veranstaltungen größeren Umfangs werden dennoch angeboten, aber außer Hauses. Als Beispiel sei genannt die Aufführung von Mozarts "Bastien und Bastienne" durch die Windsbacher Puppenbühne Kaspari im Laurenzisaal des Stadtteils Elsendorf. Auch an dem 1997 erstmals durchgeführten Kultursommer-Programm der Stadt Schlüsselfeld ist das Stadtmuseum maßgeblich beteiligt. 
 
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