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Erläuterungen zum Konzept
von Wilfried Auer
 
Aus dem Antrag des Stadtrates von Schlüsselfeld im Jahre 1992, im alten Rathaus museal tätig werden zu können, erwuchs für den Antragsteller die Chance und persönliche Verpflichtung, hier den Lebensraum Steigerwald bürgernah und be-greifbar auch über institutionelle und politische Grenzen hinaus darzustellen. 

   Grundgedanke zur Intallation einer neuen Ausstellung war die Überlegung, im museal und kulturell eher geruhsamen Dreiländereck des Landkreises Bamberg eine Bedarfslücke zu füllen. Auch überregional gesehen zeigte sich in diesem Landstrich zwischen Aisch, Main und Westrand des Steigerwaldes das multikulturelle Angebot ausbaufähig. 

    Angestrebt war nun, eine publikumsfreundliche Wissensvermittlung in einer lebensechten Institution zu schaffen. Daraus resultierte eine erlebnisnahe Präsentation natürlicher und historischer Zusammenhänge. 

    Unter der Regie des Museumsleiters wurde 1992/93 das Konzept entwickelt und von einer zehnköpfigen Arbeitsgemeinschaft im Teamwork unentgeltlich realisiert. Die Trägerschaft der Stadt bezieht sich seitdem auf den Unterhalt des Hauses sowie die Unterstützung der Ausstattung. Sammlungspflege, Organisation und sonstige erforderliche Aufgaben im Hintergrund und in der Öffentlichkeit obliegen der Museumsleitung. Die Organisation innerhalb des Museumsteams ermöglicht eine ganzjährige sonntägliche Öffnungszeit einschließlich der Krippenschau im Advent. 

   Um die Ausstellungsräume mit Leben zu füllen, finden neben jährlich ein bis zwei Sonderausstellungen diverse Darbietungen mit dem gemeinsam entwickelten städtischen Kulturprogramm statt. 

    Dabei ist eines der Hauptanliegen, neben profilierten Künstlern der weiteren Region besonders den Nachwuchs und weniger bekannten Talenten ein Podium zu bieten. Durch die interdisziplinäre Ausstellung "Walsdorf - ein Dorf wird erforscht" 1997 konnte erstmals das Zusammenwirken mit der Universität Bamberg erfolgreich gestaltet werden. Diese auf studentischer Eigeninitiative basierende Ausstellung sollte von seiten des Museums die Bereitschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung zeigen. 

    Als weiteres Angebot stehen museumspädagogische Betreuung durch eine ausgebildete Fachkraft und schulische Projektförderung. Hierzu gehören Ferienprogramm und Wanderungen, Arbeitsbogen, eine ArGe Museum der Volkshochschule Schlüsselfeld mit wöchentlichen Unterrrichtsstunden. Sonntägliche Kleinexkursionen, die sogenannten Stöbertouren, werden öffentlich angeboten, um dem Bürger Natur und Umwelt nahezubringen. Gedanken- und  Erfahrungsaustausch mit anderen Institutionen (Museen, Landesamt für Denkmalpflege, Kirche, Schulen, Universitäten) verhindern eine Isolation und ermöglichen die Zugänglichkeit von außen. 

    Eine Dissertation der Universität Würzburg (Prof. Brückner, Lehrstuhl für Volkskunde) über die Geschichte der Porzellanmanufaktur Reichmannsdorf kann in Kürze abgeschlossen werden. Basis hierfür bilden Depotbestände aus der Forschungsarbeit des Museumsleiters und dessen persönliche Unterstützung. 

   Insgesamt gesehen zeigt sich sowohl in der steigenden Zahl als auch in der Resonanz der Besucher ein positives Bild. Der starke persönliche Einsatz des gesamten Museumsteams läßt auch für die Zukunft trotz gespannter Haushaltslage der Gemeinde eine erfolgreiche Weiterführung der gesteckten Ziele erhoffen.


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