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Eine Hausgeschichte
 
Ansicht des Schlüsselfelder Rathauses von 1925. 
  
Auszüge aus einem Artikel in "Der Steigerwald", Ausgabe Nr. 2 / 1997: 
  
Die Geschichte des "Alten Rathauses" zu Schlüsselfeld, beschreiben wollen, heißt leider auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen. Außer dem Baudatum von 1723, das über dem Eingangsportal zu lesen ist, geben die Archivalien bislang keine Auskunft. Auch die Stadtchronik der Jahre nach dem Dreißigjährigen Krieg, von 1659 bis 1733, ist verschollen. 
 
    Der Eintrag in der Denkmalliste ist kurz und sachlich: "Marktplatz 25, Rathaus, Walmdachbau mit Dachreiter, Fassade mit Sandsteingliederungen, bez. 1723". 
 
    Das kleine Barockhaus stellt den Minimaltyp eines fränkischen Rathauses dar in zeitgemäßer Symmetrie. Die Hinweise auf seine von Anfang an vorgesehene Amtsfunktion sind ablesbar in dem Portal mit den vorgelegten Stufen, in den Ecklisenen und in dem Glockentürmchen. Auch der noch vorhandene Pranger neben dem Portal sind wichtige Belege dafür. Die Lage zwischen Kirche und Markt ist deutlicher Ausdruck der Machtverhältnisse zu Beginn des 18. Jahrhunderts.... 
 
  Nach dem 2. Weltkrieg versah die Gemeindeverwaltung noch ihren Dienst im alten Rathaus. 1948 brannte der Dachstuhl und mit ihm Teile des Obergeschosses ab. Kurze Zeit nach der Wiederherstellung des Gebäudes, von 1957 bis 1967 wurden einige Räume als Schulsäle benutzt. Mancher ehemalige Schüler kann sich heute noch an die hier zur Ausnüchterung inhaftierten Gesellen erinnern, die links im Erdgeschoß, im Bereich der heutigen Toiletten festsaßen und weiß diesbezüglich noch von Spott und Schabernack zu berichten. 
 
    Die letzten Jahre, vom Auszug des Gemeindeamtes 1978 bis zur Restaurierung 1987/88 stand das Haus weitgehend ungenutzt und damit ungepflegt. Die in der Folge ausgeführte Wiederinstandsetzung geschah in der Absicht, ein Haus der Kultur, resp. ein Heimatmuseum zu schaffen. 
 
   Im Rahmen der Städtebauförderung als Heimatmuseum deklariert, wurden Planung und Raumordnung dahingehend vollzogen, daß Beleuchtung und Vitrinen "nur" noch des Einschaltens bzw. -richtens bedurften, was aber zwangsläufig bei der Gestaltung diverse Korrekturen nach sich zog. Die neue Nutzung hatte eine geänderte Raumaufteilung erforderlich gemacht: So wurden aus den vorher kleinen Räumen vier Säle gebildet, der Ratssaal wurde zum Vortragssaal gestaltet, die ehemaligen Ausnüchterungszellen nahmen die Toiletten auf. 200 m2 Fläche standen damit zur Verfügung. 
 
Im Januar 1992 wurde das erste Konzept für eine Dauerausstellung dem Stadtrat vorgelegt und zur Realisierung freigegeben. Ebenso wurde ein Etat beschlossen, der für die Einrichtung und den Erwerb von Ausstellungsgut genügend Spielraum ließ.
 
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