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Gastronomie-Marketing: Zielgruppe 50 Plus
Ein Großteil der Gastronomen setzt seinen Marketing-Fokus auf Twens
(19 bis 29 Jahre), Teens (14 bis 18 Jahre) und Kinder.
Dagegen tauchen Senioren in der Werbung eher selten auf, obwohl schon heute
mehr über 60jährige als junge Leute bis 20 Jahre leben und in
Zukunft die ältere Generation sogar die dominierende Gruppe in
der Bevölkerung sein wird. Seit 1980 ist die Zahl der zwischen
50 und 65 Jahre alten Bundesbürger um über zwei Millionen gewachsen;
2020 wird bereits ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt
sein.
Folgende Tabelle gibt die Anteile verschiedener Altersklassen unter
den weiblichen Internetnutzern in den USA wieder (denen die Zahlen in Europa
und Deutschland in der Regel mit einem gewissen zeitlichen Abstand folgen):
| Alter in Jahren |
Anteil in %
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2 - 44
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87,6
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45 - 54
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8,4
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55+
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4,4
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Source: Aug. 2000 Jupiter Media Metrix Inc. und eigene Berechnungen. |
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Wer seine Strategie den demographischen Fakten anpassen und künftig
auf dieses lukrative Klientel setzen will, dem bietet diese Seite einen
Einstieg. |
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Die haben oft keine Ahnung, worum es reiferen Menschen geht, lautet
das geringschätzige Urteil vieler Menschen ab 50 Jahren über
die Werbetreibenden, das merke man der entsprechenden Werbung an. Mit anderen
Worten: Ob 50 oder 79 Jahre - fünf von zehn Befragten in dieser Altersgruppe
fühlen sich häufig nicht verstanden und von den an sie gerichteten
Werbebotschaften nicht richtig angesprochen. Dies ergab eine Studie der
GfK
Marktforschung aus dem Jahre 1999, in der 1870 Personen im Alter von 50
bis 79 Jahren befragt wurden. |
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Schwachstellen im Verständnis des Marketing für Menschen
im sogenannten dritten Lebensabschnitt sind:
-
Unwissen,
-
falsche Ansprache. Der Begriff "Senioren" wird beispielsweise oft viel
zu früh verwendet, im Extremfall bereits für 45-jährige.
Dabei empfinden ihn noch nicht einmal über 60-jährige als passende
Ansprache für sich selbst. 50 bis 65-jährige fühlen sich
als "Menschen im besten Alter" oder als "reife Menschen", aber nicht als
Senioren. Erst ab Mitte 60 identifiziert sich allmählich eine zunehmende
Anzahl der Deutschen mit dem Ausdruck “Senior”. Nach einer Studie der Quelle
Versicherungen / Emnid zum Thema "Die freie Generation - Das Lebensgefühl
der Menschen ab 45" wollen die Befragten lieber "jung geblieben", "mittlerer
Lebensabschnitt", "im besten Alter" oder "Junge Alte" genannt werden. Eine
Vielzahl von Wortschöpfungen versuchen, Segmente älterer Gäste
zu selektieren. Siehe dazu: Karin Frick: Die
Neuerfindung der Alten. Gesucht: Zauberwörter für Seniorenmärkte,
in: TrendLab, Gottlieb-Duttweiler-Institut, Schweiz.
Es bestehen erhebliche Diskrepanzen zwischen Klischees und der Selbsteinschätzung
dieser Altersgruppen. Während die Verbraucher über 50 Jahre bei
vielen Anbietern noch immer in der Regel als eingefahren und innovationsfeindlich
gelten, ist sowohl die Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem als auch
das Modebewußtsein in den vergangenen sieben Jahren rapide gewachsen:
So charakterisieren sich heute 64 Prozent der 50 bis 59-jährigen,
54 Prozent der 60 bis 69-jährigen und 44 Prozent der 70 bis 79-jährigen
als modebewußt. |
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Die Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH, Heidelberg,
beschreibt in ihrer qualitativen Zielgruppenstudie "50
Plus - Innenansichten des Alters" fünf differenzierte Konsumententypen
in dieser Altersgruppe:
-
"Senioren": über 70jährige mit einem genügsamen Konsumverhalten
-
"Unprätentiöse" Markentreue
-
"Authentische" mit kritischem Lebenssstil
-
"Repräsentative", die ihren Lebenserfolg demonstrieren wollen
-
"Distinguierte" mit ästhetischem Markenverständnis.
Nach Altersgruppen werden üblicherweise unterschieden:
-
"Master Consumer": 50-59-Jährige. In Deutschland oft als "erlebnisorientiert
Aktive" bezeichnet, so z.B. in: Generation
50plus ist keine homogene Zielgruppe, in: Absatzwirtschaft vom 2. Februar
2004.
-
"Maintainer": 60-69-Jährige. In Deutschland oft als "kulturell
Aktive" bezeichnet.
-
"Simplifiers": ab 70 Jahre. In Deutschland oft als "passive Ältere"
bezeichnet.
Senioren sind aus mehreren Gründen eine interessante Zielgruppe:
-
Sie verfügen über eine Menge Geld, das sie auch für
Speisen und Getränke ausgeben.
-
Sie sind oft Anlaß für Familienfeiern, bei denen es um
sie geht wie Goldene Hochzeiten, Beerdigung des Ehepartners, oder sie entscheiden
als Ausrichter oder Finanziers von Feiern ihrer jüngeren Familienmitglieder
mit über den Ort und das Budget der Feiern.
In der Gastronomie legen Senioren Wert auf:
-
Speisen und Getränke für Senioren. Das kann, aber muß nicht
heißen: eine eigene Karte oder Gerichte, die es nur für Senioren
gibt. Wichtiger sind
-
altersgerechte, kleinere Portionen,
-
altersgerechter Geschmack (manchmal stärker gewürzt, da
die Sensibilität der Geschmacksnerven im Alter nachläßt)
-
Zudem präferieren Senioren angeblich eher deutsche, regionale Küche.
Siehe eine Aufstellung in: Zielgruppen
Senioren. Hotellerie und Restauration sind gefordert (PDF), in: Esspertise,
ein E-Zine des Getränkefachgroßhänderls Essmann in Lingen.
Der höhere Anteil der Senioren führt aber auch zu Änderungen
in den Erwartungen an gastronomische Standorten und ihrer Neubewertung,
abhängig von Entwicklungen auf den Wohnungsmärkten für Senioren
(vergleiche: Dieter W. Heumann: "Senioren-Immoblien haben Zukunft", in
der "Welt am Sonntag" vom 6.8.2000, S. 32):
-
Die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnungen steigt und verlagert sich
vom traditionellen Altenheim hin zum betreuten Wohnen.
-
Der Trend geht in die Zentren der Städte.
-
Gefragt sind Freizeit- und Kulturangebote, Einkaufsmöglichkeiten,
Verkehrsanbindungen, Ärzte und Gaststätten.
Wenn man den Seniorenangeboten von Hotels glauben darf, gehören zu
den von Senioren besonders geschätzten Bestandteilen von Pauschalangeboten:
-
geführte Wanderungen
-
Rundfahrten mit Reiseleiter
-
Tanzabende
-
Vorträge zu Gesundheitsfragen wie etwa "Entspannen, Erholen, Wohlfühlen,
Aktiv sein"
Dazu gehören seniorengerechte Behältnisse für Speisen
und Getränke und Bestecke:
-
Warmhalteteller
-
Bierwärmer
-
Gläser mit tief liegendem Schwerpunkt, die nicht so leicht umfallen
-
Gläser mit tief liegendem Eichstrich, die nicht bis zum Rand gefüllt
werden müssen.
Dazu gehören aber auch Speisekarten mit einer Schriftgrößte
für Menschen, die kleine Schriften schlecht lesen können.
Der Service sollte:
-
direkt in die Richtung der älteren Gäste und laut und deutlich
sprechen, da viele schwerhörig sind,
-
darauf achten, ob er behilflich sein kann.
Die wenigsten Gastronomen halten Hilfen bereit wie einen Satz verschieden
starker Lesebrillen oder Kopfhörer, mit denen Hotelgäste Fernsehsendungen
laut hören können, ohne die Gäste in den benachbarten Zimmern
zu stören..
Hotels sollten auf folgende Details achten auf:
-
verständliche Buchungsunterlagen,
-
eine ausführliche Wegbeschreibung,
-
einen Abholservice vom Bahnhof und
-
eine Beschilderung zur Unterkunft am Ort.
-
bevorzugte Unterbringung in den unteren Etagen, d.h. in Zimmern, die ohne
Treppen und Aufzug erreicht werden können..
-
Der Eingang sollte stufenlos sein, ein Fahrstuhl selbstverständlich.
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Hingegen vermeiden die 50plus-Hotels
in Österreich jeden Gruppenzwang und setzen stattessen auf Alleinreisende
(z.B. Verzicht auf einen Einzelzimmer- Zuschlag und Einzeltische, wenn
dies gewünscht wird). |
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Bei Webseiten, die Senioren als Nutzer ansprechen sollen, sollte
man die besonderen Interessen von surfenden Senioren wie Wetter, Nachrichten
und Reiseinformationen berücksichtigen und die Richtlinien
für sehbehinderten- und blindengerechtes Webdesign. Siehe dazu
auch "Leben
im Alter", ein Forschungsprojekt der Fachochschule Potsdam, eine Untersuchung
der speziellen Anforderung von Senioren an die Neuen Medien, und die im
Rahmen dieses Projektes entwickelte Site Silber-surfer.de. |
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Am allermeisten lieben Senioren E-Mails. Erstaunlicherseits ist aber
- meines Wissens - noch niemand drauf gekommen, anstelle eines webbasierten
Ansatzes einen mail-basierten Ansatz für eine Bearbeitung des Marktes
der über 50jährigen zu wählen, also etwa eine Permission-Marketing-Kampagne.
Ziemlich ausgefallen, aber nicht uninteressant, ist ein Cross-Selling-Angebot
des Restaurants Berliner
Kutscherstuben über Senioren-Club-Reisen,
zu denen man sich im Restaurant anmelden kann.
Links
-
Auf der Websie von Bayartz mit einem
innovativen Konzept preisgünstiger Online-Beratung finden sich u.a.
ein Artikel über Lebensphasen-Marketing und eine Übersicht über
die Anzahl von Adressen von Teilzielgruppen. Die Angaben über die
Anzahl der käuflichen Adressen erlaubt auch eine Abschätzung,
wie groß diese Teile der Zielgruppe sind.
-
Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH, Heidelberg: "50
Plus - Innenansichten des Alters", Pressetext und Übersicht einer
qualitativen Zielgrupenstudie
-
Senioren-Marketing.de.
Seminar-Angebote.
-
Weidmann Senioren-Marketing,
mit einem buntem Aufkleber für Geld.
-
Meyer Hentschel
Senioren-Marketing. Dieses Beratungsunternehmen bietet eine Reihe von
Tests zur Ermittlung der seniorengerechten Gestaltung von Räumen,
Läden, Werbetexten und Verpackungen.
-
Demographische Virtuelle Communities.
-
Seniorenwohnheim
Gutshof Son Verge - Mallorca.
-
New Life Styles.
-
Friendly 4 seniors.
-
Richtlinien für sehbehinderten-
und blindengerechtes Webdesign.
-
"Neue
alte Zielgruppen" von Reiner Gärtner, in ZDNet vom Juni 1996.
-
Neil Strother, "Why
Web Companies are Missing a Golden Opportunity," ZDNet AnchorDesk,
12/17/1999. Vorgestellt werden die führenden Websites für die
Generation ab 55 Jahren.
-
Candace Corlett, "Senior
Women: Defining the audience," ClickZ, 7/27/99. Teil eins eines zweiteiligen
Artkels über Online-Marketing für Frauen ab 50.
-
Candace Corlett, "Promoting
The Upside of Aging," ClickZ, 8/2/99. Wie man an die Frauen im Alter
von 40 bis 73 Jahren verkaufen kann, besonders an die ab 50. Teil 2.
-
Nicole Kelling: "Mensch-Maschine-Schnittstellen
für ältere Menschen" (vom 27. Januar 1998). Diplom-Arbeit
am Institut für Psychologie, Lehrstuhl für Kognitive Ergonomie
/ Ingenieurpsychologie, Prof. Dr. Hartmut Wandke, Humboldt-Universität
Berlin.
-
Wie sieht
eine barrrierefreie Seite aus?
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Linksammlung
Senioren Online.
-
Linksammlung Senioren
der Zentral- und Landesbibliothek Berlin
-
Der Seniorentreff mit Seniorenforen
und Chat und sehr vielen Links zu allen moeglichen, auch lokalen Gruppen.
-
Web Sites on Aging.
Riesige Linksammlung englischsprachiger Sites. Darin enthalten:
-
Linksammlung
Marketing to Seniors.
-
The importance
of the 50plus market.
-
Seniormedia. Mit dem Senior
Marketing Resource Newsletter.
-
Verein Senioren und Seniorinnen
in der Wissensgesellschaft e.V.
-
Eresult.de und das Institut
für Marketing und Handel an der Universität Göttingen
haben ein Panel mit Senioren aufgebaut (50+), das offen ist für interessante
Fragestellungen Dritter.
-
Das Senioren-Internetcafé
Potsdam.
-
Die 50plus-Hotels in Österreich.
-
"Leben
im Alter" ist ein Forschungsprojekt der Fachochschule Potsdam, eine
Untersuchung der speziellen Anforderung von Senioren an die Neuen Medien.
-
Silber-surfer.de.
-
Seniorenportal.de. Die Seniorenportal
GmbH vermarktet eine Internetplattform für Senioren, Schulungskonzepte,
shop in shop Lösungen für Apotheken mit alterspezifischen Produkten
und entwickelt Marketingstrategien zur Zielgruppenansprache 50+.
-
Forum für Senioren.
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"Wie
wollen die Befragten gerne genannt werden?", Teil einer Studie der
Quelle Versicherungen / Emnid zum Thema "Die
freie Generation - Das Lebensgefühl der Menschen ab 45".
-
Zielgruppen
Senioren. Hotellerie und Restauration sind gefordert (PDF), in: Esspertise,
ein E-Zine des Getränkefachgroßhänderls Essmann in Lingen.
Mit einer Zusammenstellung der von deutschen Senioren bevorzugten Speisen.
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Karin Frick: Die
Neuerfindung der Alten. Gesucht: Zauberwörter für Seniorenmärkte,
in: TrendLab, Gottlieb-Duttweiler-Institut, Schweiz.
-
Generation
50plus ist keine homogene Zielgruppe, in: Absatzwirtschaft vom 2. Februar
2004.
Bücher zum Thema
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