|
Ein Qualitäts-Management-System koordiniert verschiedene Kontrollmechanismen,
die es erlauben, Stärken und Schwächen eines gastronomischen
Betriebes festzustellen. Sie bieten damit einen Einstieg in Maßnahmen
zur Entwicklung und Verbesserung der Organisation, sind aber kein Selbstzweck
und können solche Maßnahmen nicht ersetzen.
Eine erste Gruppe von Kontrollmechanismen kann vom gastronomischen
Unternehmen selbst veranlaßt werden:
-
HAACP
(Hazard Analysis Critical Control Points) ist ein betriebliches Eigenkontrollsystem.
Kontrolliert werden sollte warenbezogen bei der Bemusterung, bei der Anlieferung
(evtl. beim Broker und im einzelnen Outlet) und stichprobenartig bei der
Zubereitung. In einer arbeitsteiligen Küchenbrigade klassischen Umfangs
wird vom Chefkoch bei der Übergabe an den Service letztmals insbesondere
die Anrichtung der Speisen kontrolliert. Im Grunde sollte das Eigenkontrollsystem
bereits bei der Speisekartenplanung
ansetzen, indem risikoarme Speisen angeboten werden bzw. solche Speisen,
die gut kontrolliert werden können.
-
Sicherheitsdienste, etwa von Umweltberatern, Hygiene-Beratern, Schlüsseldiensten,
Wachdiensten, Detektiven. Deren Inspektionen sollen Sicherheitsrisiken
abschätzen und Vorschläge zu ihrer Vermeidung oder Verringerung
unterbreiten. Sehr große Objekte besitzen eigene Mitarbeiter, etwa
Hoteldetektive, Wachdienste, Umweltinspektoren usw. Teilweise müssen
von Gesetzes wegen Mitarbeiter für bestimmte Risiken ernannt werden,
etwa für die Arbeitssicherheit. Z.B. untersucht bio-inspecta.ch
die Einhaltung von Richtlinien von Bio-Verbänden.
-
Mystery Shopper, auch Silent Shopper genannt,
also für Mitarbeiter nicht erkennbare Testkäufer,
-
Gästeumfragen. Umfragen unter Gästen
bestehen meist aus geschlossenen Fragen. Gäste können also nur
nein oder ja sagen oder Wertungen abgeben. Sie sind nützlich, um zu
ermitteln, wie Gäste den Service, die Qualität der Produkte und
den allgemeinen Zustand und die Abläufe eines Restaurants beurteilen.
Mehrfilialunternehmen bevorzugen Umfragen, weil sie den Vergleich von Fiilialen
erlauben und von den Mitarbeitern leichter interpretiert werden können
als etwa qualitative Reports von Mystery Shoppern.
Mit einer zweiten Gruppe von Kontrollmechnismen wird der Gastronom konfrontiert.
Er kann sich aber auf sie einstellen:
Total Quality in der Systemgastronomie
Bei wachsenden gastronomischen Unternehmen, wenn sich die Gründer
zunehmend aus ihren Objekten zurückziehen, etwa um weitere zu eröffnen,
besteht die Gefahr, daß die Qualität leidet (vor allem: fehlende
Sauberkeit, Qualität der Speisen, Service-Schnelligkeit und -freundlichkeit).
Um diese Qualitätsmängel zu vermeiden, muß eine hierarchische
Ebene zwischen der Front und den Gründern eingeführt werden (leitende
Angstellte) und/oder die Mitarbeiter müssen geschult und angewiesen
werden, qualitätsvolle Arbeit zu leisten. Die kostet zwar Geld, aber
weniger als die Folgen mangelnder Qualität wie Nacharbeit, Ausschuss,
Kulanz wegen Mängeln, Verlust an Stammgästen. Siehe dazu Karsten
Maruhn: Implementierung
eines Total-Quality-Management-Systems in der Systemgastronomie. |
|
|
-
Prof. Dr. Bernd Strauss, Katholische Universität Eichstätt: Messung
der wahrgenommenen Dienstleistungsqualität (PDF).
-
Lebensmittelhygiene:
Was der WKD überprüft. Ein Merkblatt der IHK Konstanz.
-
Hygienisch
einwandfrei - ein einführender Artikel der BGN.
-
Karsten Maruhn: Implementierung
eines Total-Quality-Management-Systems in der Systemgastronomie.
-
Jeong Ok Rho: Modell
eines Gemeinschaftsverpflegungsbetriebes und seines Qualitätsmanagements
sowie Transfer des Konzeptes auf koreanische Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe
(PDF, 2.285 KB), Dissertation Justus-Liebig-Universität Gießen
1999.
-
Charlene Pleger Bebko:
Service intangibility and its impact on consumer expectations of service
quality (PDF), in: Journal of Services Marketing. Volume 14, Issue
1, 2000, pp 9-26, ISSN 0887-6045.
-
Dr. Helmut Warweitzki: Gute
Wirte brauchen keine ISO!?. Der Unternehmensberater Dr. Warweitzki
geht der Frage nach, was unter Qualität im Gastgewerbe zu verstehen
ist. (Veröffentlicht vorab im Fachmagazin für Hotel, Restaurant
& Küche “Gastronomie”, Nr. 4/2001)
-
Mabesa GmbH, Schweiz. Qualitätsmanagement
im Lebensmittelbereich und der Gastronomie.
-
Walter Kuhn, Gastronomie-Fachmann,
spezialisiert im Auf-/ Umbau von Qualitäts-Management-Systeme.
-
W. Edwards Deming.
Die Japaner bezeichnen ihn, den Amerikaner, als "Vater der Qualitätsbewegung".
Seit 1951 vergibt die Union of Japanese Scientists and Engineers den "Deming-Preis"
für eine besonders gute organisatorische Gestaltung des Qualitätssicherungssystems.
Seine 14 Deming-Punkte.
Das Schweizer Deming-Institut.
|
|
|