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Eine hohe Zufriedenheit zeigt sich auch an der Bereitschaft zu Überstunden,
Urlaubswünschen den betrieblichen Erfordernissen anzupassen oder für
kranke Kollegen einzuspringen.
Von der Unternehmensberatung Loyalty
Consulting Hamburg wurde ein Betriebsklimaindex ("Happy Team Index")
entwickelt. "Er impliziert die Zufriedenheit mit dem Betriebsklima, den
jeweiligen Aufgaben, der Auslastung, dem Arbeitsplatz, dem gesamten Unternehmenserfolg
sowie dem Team. Dieser Index hat eine gewisse Frühindikatorwirkung
auf die Loyalität der Mitarbeiter: Eine Verschlechterung kann korrelieren
mit abnehmender Mitarbeiterloyalitaet. Das Management hat dadurch die Möglichkeit,
fruehzeitig Aussagen über die Entwicklung im Unternehmen zu machen
und entsprechend Gegenmassnahmen abzuleiten." (zitiert aus dem Newsletter
loyalty-news, Ausgabe 09/2001).
Geeignete Bewerber auswählen
Vorrangig ist jedoch, wie man geeignete Bewerber findet und daraus
die richtigen Mitarbeiter auswählt. Prof. Dr. Strauss
zitiert ein Motto des amerikanischen Warenhausunternehmens Nordstrom: "Nordstrom
hires the smile and train the skill":
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So legt die Alex Gaststätten Franchise GmbH im Rahmen ihres
"Cafékneipenbarbistrorant"-Konzepts bei der Auswahl neuer Mitarbeiter
nicht auf Zeugnisse oder Referenzen Wert sondern auf Individualität,
Lebensfreude und einen Hang zur Selbstdarstellung. (vgl. Bit
Magazin, Ausgabe 1/99, S. 8). Zitat aus einer Selbstdarstellung von
Alex: "Am liebsten hat es die ALEX-Führungsspitze, wenn jemand als
Aushilfskellner anfängt, sich hocharbeitet zum Schichtleiter, später
zum stellvertretenden Geschäftsführer und nach einigen Jahren
vielleicht selbst als Betriebsleiter „sein“ Outlet führt. Wer
kommunikativ ist, gut mit Menschen umgehen kann, Lebensfreude versprüht
und einen Hang zur Selbstdarstellung hat, der hat gute Karten. Schließlich
sollen die Mitarbeiter auf (schau-)spielerische Art und Weise positive
Stimmung verbreiten und Kommunikations-Barrieren niedrig halten." Der Unternehmensberater
Claus Dieter Hübsch empfiehlt "junge, weltoffene Menschen, die
in der Gastronomie eine Zeitlang ihre modernen Lebensgefühle verwirklichen
und ihre wirtschaftliche Sicherheit erfahren. Sie wollen jedoch nicht nur
Geld verdienen, sie wollen Spaß haben und auf eine gewisse Weise
abfeiern. Lustvoll und sinnmachend. Auf diese Weise kann man sie für
die Gastronomie begeistern und faszinieren und binden..." (Claus Dieter
Hübsch: "Die Mitarbeiter sind die Stars", in: Gastronomie Report 9/1999,
S. 16). Dem Münchener Gastronom Oberndorfer ist es nicht so wichtig,
"ob die Leute wissen, ob sie von links oder rechts eindecken müssen.
Das können wir ihnen beibringen." Wichtiger sei es, daß sie
eine natürliche Freundlichkeit ausstrahlen. "Die kann man nicht lernen."
(Quelle: "ROK
- Wirthaus in der Au, Cafe Forum, etc., München", Gastronomie
Report).
Für eine solche Geringschätzung formaler Qualifikationen
spricht auch eine Untersuchung der Kriterien für den Erfolg gastgewerblicher
Existenzgründer, die - vereinfacht dargestellt - zeigt, daß
zum Beispiel Absolventen einer gastgewerblichen Berufsausbildung häufiger
scheitern als Seiteneinsteiger (Vgl. Rehkugler, Heinz, Pohl,
Hans-Joachim: "Erfolgsfaktoren im Gastgewerbe", Fuchsstadt 1991). So verwundert
es nicht, wenn erfolgreiche Gastronomen häufig fachfremd sind; das
Know How der ersten Manager von McDonald's stammt
z.B. aus dem kundenorientierten Betrieb von Kino-Centern. In Bamberg sind
einige erfolgreiche Unternehmer in der Szene-Gastronomie von Beruf Lehrer,
Einzelhandelskaufleute, haben früher eine Videothekenkette geleitet
oder Wirtschafts- und Sozialwissenschaften studiert. Über ähnliche
Erfahrungen berichtet auch Andreas Kranz, Inhaber der "Tankstelle" in Dormagen
(vgl. FIZZ, Ausgabe 12/98, "Gemeinsam sind wir stark", S. 31). Er bevorzugt
bei der Auswahl seiner Mitarbeiter Anfänger, denn diese seien weniger
vorbelastet und stellten sich auf das Lokal und die Gäste eher ein.
Diese Erfahrung wird - in einer anderen Branche - illustriert durch ein
Erlebnis von Minoru Tominaga, das er in seinem Buch "Die
kundenfeindliche Gesellschaft. Erfolgsstrategien für Dienstleister",
1998, erzählt: Der einzige freundliche Verkäufer eines Warenhauses
sei ein Student gewesen, der dort gerade in seinen Ferien gejobt hat; der
typische Verkäufer würde nur die Waren "bewachen".
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Bedingt durch die Geringschätzung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse
in der Ausbildung zur Fachkraft
im Gastgewerbe, Koch/Koechin,Hotel-
und Restaurantfachmann/-frau oder Hotelkaufmann/-frau
sind zum Beispiel verkaufsorientierte Kaufleute oft besser zum Führen
eines gastronomischen Objektes geeignet. Die seit Sommer 1998 mögliche
Ausbildung zur Fachkraft
für die Systemgastronomie berücksichtigt diese Erkenntnis
ansatzweise wenigstens im dritten Ausbildungsjahr. Der Versuch des Deutschen
Hotel- und Gaststättenverbandes hingegen, Zulassungsverfahren
durchzusetzen, die den Abschluß einer gastgewerblichen Ausbildung
verlangen, um seine Mitglieder vor der Konkurrenz von Seiteneinsteigern
zu schützen, ist nur verständlich aus der Sicht wettbewerbsängstlicher
Verbandsmitglieder. Peter Gregor, Direktor für den Gastronomiebereich
der Münchener Spaten-Brauerei spricht laut Süddeutscher Zeitung
vom 16.01.98 sogar von "Taschenlampenkaufleuten", die nächtlich die
Speisekarten der Konkurrenz mittels einer batteriebetriebenen Funzel studieren.
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In der weniger event- als stammkundenorientierten Gastronomie
ist auch wichtig, durch Mitarbeiter Gäste anzuziehen und zu binden,
z.B. über attraktives Äußeres, extrovertiertes Verhalten,
einen großen Bekanntenkreis und Aktivitäten, bei denen sie mit
einer Vielzahl von Menschen in Kontakt kommen, z.B. Sport, politische,
kulturelle und karitative Vereinsaktivitäten. Deshalb werden in diesen
Betrieben Mitarbeiter häufig aus dem Kreis der Gäste gewonnen,
z.B. durch Direktansprache, Aushang von Stellengesuchen am Point of Sale
oder Fürsprache von Stammgästen. Diesen Bewerbern muß dann
die Corporate Identity des Objektes nicht erst nahegebracht werden. Es
verstärkt zudem das Gemeinschaftsgefühl
der Gäste, wenn sie bei der Auswahl von Mitarbeitern bevorzugt werden.
Eine enge Bindung von Gästen zu liebenswerten Mitarbeitern stellt
auch eine psychologische Wechselbarrriere für den Gast dar.
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Die spezifischen Anforderungen an Mitarbeiter mit Kundenkontakt ergeben
sich aus den Erwartungen der Gäste
in der Reihenfolge:
- prompte Bedienung,
- Berücksichtigung von Sonderwünschen,
- gute Beratung,
- attraktives Äußeres,
- Begrüßung mit Namen.
Eine Studie des Bochumer Institut für angewandte Kommunikationsforschung
(BIFAK) unter der Leitung von Prof. Dr. Franz R. Stuke zu Jahresbeginn
20001, in deren Rahmen 1.030 Interviews bei Besuchern von sechs unterschiedlichen
Gastrokonzepttypen durchgeführt worden sind, kommt zum Ergebnis, daß
in Szeneobjeken 32,4% der Gäste die Tischbedienung und immerhin
14% die Thekenbedienung bemängeln. Bei der Tischbedienung bemängeln
92% die fehlende Aufmerksamkeit, 79% empfinden das Personal als zu langsam.
Im Thekenbereich beschreiben immerhin noch 59% die Bedienung als unsympathisch,
57% empfinden sie als langsam und 51% gar als arrogant.
Daraus ergeben sich folgende persönliche Anforderungen
an das Bedienungspersonal:
- gute Motorik und Körperbeherrschung (als Hobby vielleicht Sport,
Tanz, Ballett und ähnliches)
- Streßfähigkeit,
- gepflegtes Äußeres,
- konforme Umgangsformen, also solche Verhaltensweisen, die zum Charakter
des gastronomischen Objektes passen.
- Fähigkeit zur Konversation (Augenkontakt, gute deutsche Sprachkenntnisse
bei ausländischen Mitarbeitern),
- Freundlichkeit,
- daß der Eindruck erweckt wird, die Arbeit mache Spaß.
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In Bezug auf das Alter der Mitarbeiter ergeben sich bei indifferenten
Gästegruppen keine Vorgaben seitens der Kommunikationspolitik. Anders
bei altersspezifischen Gästegruppen. Dort sollte im Personal die Altersverteilung
der Gäste nachgebildet werden, soweit dies die Jugendarbeitsschutzbestimmungen
und das Angebot auf dem Arbeitsmarkt zulassen.
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Das Erfordernis der Personalkosteneffizienz bevorzugt tendenziell
jüngere Mitarbeiter.
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In Bezug auf das Geschlecht der Mitarbeiter mit direkten Kundenkontakt
ist ein umgekehrtes Verhältnis der Geschlechter wie bei der
Zielgruppe anzustreben, also etwa ein Verhältnis von 2 Frauen zu 1
Mann in der getränkeorientierten Gastronomie. Eine Gaststätte,
in der zwei Drittel der Gäste männlich sind, sollte also von
einem Team bewirtschaftet werden, in dem zwei Drittel der Mitarbeiter weiblich
sind. Der Grund liegt darin, daß Gäste am liebsten von einem
Service-Mitarbeiter des anderen Geschlechts bedient werden. Die durchschnittliche
Zufriedenheit wird maximiert, wenn die Geschlechtsparität der Mitarbeiter
sich umgekehrt verhält wie die Geschlechtsparität der Gäste.
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Da eine gute Beratung für 72% der Gäste von großer
Bedeutung ist, ist das Personal sowohl in der Technik des Verkaufens als
auch warenkundlich zu schulen.
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Neben der individuellen Eignung von Bewerbern
spielt auch eine Rolle, ob das sich ergebende Team als Gruppe im Sinne
der Gaststätte zusammenarbeitet. Deshalb sollte man teamfähige
Mitarbeiter auswählen.
In unserem Online-Bewerbungsformular versuchen
wir die notwendigen Informationen bereits im Vorfeld zu gewinnen.
Weitere interne und externe Links
-
Abseits.de: Persönlichkeitsmerkmale und Anforderungsprofile
bei der Personalauswahl in der Gastronomie
-
Abseits.de: Teams zusammenstellen, motivieren
und führen.
-
Abseits.de: Mit Kopfgeldern neue Mitarbeiter gewinnen?
-
Arbeiten im Alex, Abschnitt in: Alex
- einfach Kneipissimo.
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The Power of Climate,
by Bill Marvin
-
Maintaining a Positive
Climate, by Bill Marvin
-
Why do worker's
leave, by Bill Marvin
-
Employee Satisfaction
Surveys, by The Business Research Lab. Offeriert wird auch ein Fragebogen
zum Download (gegen Registrierung).
-
Get a restaurant job you
want today. Tips für Vorstellungsgespräche
-
Benediktus-Regel: "Die
Ordnung bei der Aufnahme von Brüdern". Die Sprache ist natürlich
antiquiert, doch der Teil des Oganisationshandbuch für das Kloster-Management,
welcher Fragen der Bewerberauswahl behandelt, belegt die Führungserfahrung
und Weisheit des Gründers der Benediktiner-Klöster.
-
Gastro-Power-Seminar "Mit
Team-Power zu neuen Gästen" von Franziska Schumacher.
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Personalauswahl für
Anfänger (branchenübergreifend)
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beispielhafte Team-Präsentation der Gasthausbrauerei Turm-Bräu
in Freudenstadt, des Hamburger Café
Oktober (mit Angabe der Arbeitszeiten, vielleicht als Einladung zum
Theken-Flirt?) und des Hotels
zur Krone in Ronneburg.
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Ein von dem amerikanischen Fotografen Harry Mellon Rhoads (geboren 1880
oder 1881, gestorben 1975) aufgenommenen Fotos
eines Teams eines unbekannten amerikanischen Restaurants (irgendwann zwischen
1920 und 1940 aufgenommen).
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Online-Skript zur "Teamentwicklung".
-
Peter Glöckel: "Das
Mitarbeitergespräch".
-
Peter Glöckel: "Das
Einstellungsinterview".
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"Personalauswahl"
in Managementwissen Online, mit einer umfangreichen Linksammlung.
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Veltins-Gastrostudie.
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Prof. Dr. B. Strauss, Lehrstuhl für Dienstleistungsmarketung
an der Katholischen Universität Eichstätt: Dienstleistungsmarketing.
Internes Marketing. Interne Kunden-Lieferanten-Beziehugnen, (842 KB, PDF).
Über die planmäßige Ausgestaltung der Austauschbeziehungen
mit den Mitarbeitern.
-
Bruno Wiederkehr: Gäste
wollen redefreudiges Personal, in: Tourismusmagazin vom November 2002.
Buchtipps
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