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Lokale virtuelle Communities
 

Lokale virtuelle Communities

Auf dieser Seite geht es um virtuelle Communities mit Mitgliedern, die sich für ein geographisch definiertes Gebiet interessieren.


Zielgruppen können sein: 
  • Bewohner
  • Einpendler
  • Touristen (Lang- und Kurzurlauber, Tagestouristen, Besucher von Freunden und Bekannten)
  • Geschäftsreisende
  • Reiseveranstalter
  • ehemalige Bewohner und ihre Nachfahren
  • Interessenten, die überlegen, in dieses Gebiet zu ziehen, dort eine Schule zu besuchen, einen Arbeitsplatz zu suchen oder ein Unternehmen anzusiedeln.
Laut einer Studie aus dem Jahre 2000 vom Poynter Institute an der Stanford University suchen 45 Prozent aller Internetuser zuerst die Online-Ausgabe eines lokalen Nachrichtenblattes auf, 28 Prozent zuerst eine nationale Nachrichten-Site, wohingegen 8 Prozent auf einer spezialisierten Site starten und 9 Prozent mit einem Portal. (Quelle: http://www.wired.com/news/culture/0,1284,36104,00.html) Dies belegt das große Interesse an Informationen aus dem Umfeld der Nutzer.

Kommerzielle Chancen und Probleme von lokalen Communities und Portalen

Aus kommerzieller Sicht sehen sich lokale Anbieter jedoch einer Reihe ernsthafter Probleme gegenüber, denn in einer spezifischen Region befangen zu sein, ist kein aussichtsreiche Verkaufsgelegenheit für national oder gar international vertriebene Produkte und Dienstleistungen. Und ausschließlich lokal vertriebene Produkte und Dienstleistungen erreichen diese lokalen Zielgruppen gut per Lokalradio und -zeitung. ComCult-Geschäftsführer Alexander Raulfs weist aber auf eine Medienlücke hin, “denn ein wichtiger Anteil der Internet-Nutzer kann heute weder über regionale Radiosender noch Tageszeitungen erreicht werden" (Quelle: Newsletter Onlineforschung Ausgabe 02/2002).


Im lokalen Umfeld ist es schwierig zu überleben, wenn man nicht einige der folgenden Strategien umsetzen kann, die sich auch bei anderen lokalen Anbietern wie Lokalradios und Stadtzeitungen bewährt haben:
  • Teilnahme an einem größeren Netzwerk, um darin Werbe- und Verkaufsmöglichkeiten anzubieten,
  • Vertrieb von Werbeleistungen zusammen mit anderen lokalen Medien, z.B. in der Form, daß Außendienstmitarbeiter von Lokalzeitungen auch Werbemöglichkeiten im Internet anbieten, eventuell auch im Bündel.
  • Teilnahme an einem größeren Netzwerk, welches redaktionelle Inhalte gemeinsam erstellt oder bezieht und austauscht, bis hin zu gemeinsamen "Mantelseiten". Die bayerischen Bürgernetze nutzen so z.B. eine gemeinsame Bürgernetz-Zeitung
  • Kostensenkung durch die Verwertung redaktioneller Beiträge in verschiedenen lokalen, z.B. in Form einer Online-Ausgabe einer Lokalzeitung (siehe auch den Beitrag über die "Zukunft der deutschen Zeitungsverlage"). So beliefert die  content regional GmbH ca. 600 deutsche Stadtportale mit Inhalten.
  • intensives Zusammengehörigkeitsgefühl der Community-Mitglieder,
  • Zugang zu einer ausreichenden Informationstechnik-Infrastruktur (besonders einem Redaktionssystem; besonders interessant für solche Herausgeber, die Inhalte in verschiedenen Medien veröffentlichen, z.B. wird ein Artikel einmal erfaßt und automatisch in die Printausgabe einer Zeitung und in eine Webseite umgesetzt),
  • ausreichende finanzielle Mittel bis zum Erreichen einer zur Selbstfinanzierung ausreichenden Nutzerzahl. 

Beispiele für lokale Communties

Es folgen einige Beispiele für Sites, die sich auch selbst so verstehen. Darunter sind auch auf bestimmte geographische Räume spezialisierte Kataloge und Suchmaschinen:
  • Glonn.de ist ein Gemeinschaftsprojekt von Verwaltung und Gewerbe, was selten vorkommt., soweit ich sehe. Die Idee: der Bürger soll EINE Anlaufstelle für alle Fragen haben, von Branchenbuch bis Terminkalender, von Rathaus A-Z bis aktuelle News.  Seit 17. März online, hat Glonn.de zur Zweit (Mai 2001) etwa 300 PageImpressions pro Tag bei nur 10.000 Menschen im regionalen Einzugsgebiet.
  • Local Ireland ist ein standardisierter, nationaler Rahmen für Anbieter lokaler Inhalte. Vocal&Local ist eine kleine, lebendige Online-Community in Irland. Im Juni 1999 haben sich Mitglieder aus Australien, den USA und vielen europäischen Ländern in einem kleinen Pub in Dublin persönlich getroffen, wird in Nua Internet Surveys TrendMuncher #11 vom 16. Juni 1999 berichtet. 

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  • CanadaOne zielt auf kleine und mittlere Unternehmen in Kanada und versteht sich als Portal und idealer Werbeplatz für Unternehmen, die kanadische Geschäftsleute und Manager erreichen wollen.(Übersetzt und zusammengefaßt nach einem Posting von Julie King, archiviert in http://digest.linkexchange.com)

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  • GeoAfrica Earth Science Resource Directory entstand mit der Absicht, den Betreiber unter dem Suchwörtern "Africa + geology" ein gutes Ranking zu verschaffen. Sie boten geographischen Unternehmen in Afrika an, sie kostenlos zu listen. Da viele der gelisteten Unternehmen die Wörter "Africa" und/oer "Geology" oder Variationen davon in ihren Namen tragen, antworten Suchmaschinen nunmehr häufig mit einer Seite von GeoAfrica. Auf der Startseite von GeoAfrica fndet der Nutzer eine Volltextsuche. Die eigene Firmen-Site des Betreibers ist direkt von der Homepage aus aufrufbar. Um die Site rezufinanzieren, wird den gelisteten Unternehmen ein preisgünstiger Hostservice angeboten. Auf der Hauptseite und jeder Seite mit kostenlosen Listings wird angezeigt, daß die Seite vom Betreiber gesponsert wird, und die Besucher werden eingeladen, die Seiten des Sponsors zu besuchen. Zusätzlich können Werbebanner von anderen Unternehmen entgeltlich plaziert werden. Die Betreiber hoffen, sich als "Gelbe Seiten" für ihre Branche in Afrika zu entablieren. (Übersetzt und zusammengefaßt nach einem Posting von Terry Odgers, archiviert in http://digest.linkexchange.com) 

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  • Groß-Gerau Online, ein Forum für  den Kreis Groß-Gerau  und Umgebung.

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  • Florida Search Engine ist eine auf diesen Bundesstaat spezialisierte Suchmaschine

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  • LocalEyes ist eine Katalog, der besonderen Wert auf eine geographische Suche in den Staaten der USA legt.

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  • Total New York, eine auf  Manhatten, New York, bezogene Community.

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  • Szene Bonn Online ist die Online-Ausgabe des Stadtmagazins Szene Bonn mit Kulturtips, CD-Reviews, Filmbesprechungen, Buch- und Comic-Rezensionen usw. 

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  • Ostbayern.de ist eine regionale Suchmaschine, ein private Homepage des Profis Josef Wasserrab.

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  • Vienna Online legt großen Wert auf nutzergenerierte Inhalte wie "Basar", eine kostenfreie Versteigerungsplattform, das "Wien-Programm" und "Finder", eine Suchmaschine für lokale Inhalte, den "Basar", eine kostenfreie Online-Versteigerungsplattform und weitere interaktive Applikationen.

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  • Das Local Community Network in the United Kingdom.

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  • Virtual Gloucester. Ein kommerzielles Unternehmen (Softdata) betreibt die Site.

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  • Jim Sinicropi und Partner haben am 1.8.1999 ein  Community-basiertes Portal eröffnet namens Seneca Falls Online für Seneca Falls, NY USA, einer Stadt mit 10.000 Einwohnern. Die Website wendet sich an Einwohner, ehemalige Einwohner, College Studenten und Touristen. Sie haben eine informative, interaktive und unterhaltsame Website geschaffen, die sie jede Nacht aktualisieren unter anderem mit in der Stadt aufgenommenen Photos. Das Branchenverzeichnis umfaßt 400 Einträge. Es gibt eine Abteilung für das Sportprogramm der kommunalen High School. Sie werden unterstützt von der Gemeinde, der Schule und ihren Usern. Im August 1999 hatten sie bereits 5.000 User Visits. Sie machten Werbung im Lokalrundfunk, plakatierten in der Stadt und verließen sich ansonsten auf Mundpropaganda. Ziel ist weniger die Erzielung von Anzeigenerlösen gewesen als die Werbung für ihr Web-Design-Unternehmen. Sie können ihren lokalen Kunden eine kostenlose Präsenz auf ihrer Website und damit den Zugang zu den vorhandenen Usern anbieten. Außerdem weisen sie in einem Newsletter auf ihre Kunden hin und stellen sie im Rahmen einer Aktion "Business of the week" vor. Nach nur einem Jahr haben sie auf diese Weise 10 Kunden gewonnen und sind bis November ausgelastet. 

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  • In letzter Zeit (November 2002) versuchen wird für den Aufbau lokaler Communities auch Blogs eingesetzt, siehe z.B. die Cityblogs.

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  • Abseits.de offeriert auf seiner Seite Bamberg für Touristen eine Suchmaschine für ausgewählte Webseiten mit Informationen über den Raum Bamberg und Umgebung, ein "Virtuelles Postamt" und präsentiert verschiedene regionale Firmen und Einrichtungen. Für Veranstaltungen und Kleinanzeigen wird auf die befreundete Site eines Bamberger Stadtmagazins verwiesen. Von daher ist der relativ hohe Anteil von 10% der User, die aus den bayerischen Bürgernetzen kommen, erklärbar. Die Graphik zeigt die Verteilung der User nach Domains im März 1999. 



Weiterführende Beiträge

In einem Artikel über "Two models for Creating a Virtual Community" werden die unterschiedlichen Konzepte in der Entwicklung zweier regionalen Communties in Boulder und Las Vegas beschrieben. 


Nua Internet Surveys sagt in einer Vorschau auf die Entwicklung des Internets im Jahre 1999 voraus, daß viele kleine Unternehmen finden werden, daß es nicht immer zu ihrem Vorteil ist, weltweit präsent zu sein. Eine Konzentration auf lokale Märkte und die Ansprache von Nischen-Communities würden für kleine und mittlere Unternehen eine Notwendigkeit werden. Der Zugang kleiner Unternehmen würde sich dramatisch erhöhen. Zur Zeit seien in den USA von den 98% der Unternehmen, die als klein bezeichnet werden, erst 1,6% im Internet vertreten. Vgl. Nua Internet Surveys, Volume 4  No. 1 vom January 11th 1999. 


Dino Online schreibt in einer Presseklärung zur Entwicklung ihres Kataloges vom 11. März 1999: 
"... kristallisiert sich auch eine stärkere Regionalisierung im Web heraus. Viele Surfer wollen sich nicht mit der Fülle an weltweiten Angeboten auseinandersetzen, sondern suchen Informationen, Dienstleistungen und Produkte aus ihrer Umgebung. So verzeichnet DINO-Online immer mehr Suchabfragen mit regionaler eziehungsweise lokaler Tendenz.
 
   Die Betreiber des Web-Katalogs haben auf diesen Trend reagiert und bieten seit Mitte vergangenen Jahres den DINO-Regional an. Die Basis des neuen Verzeichnisses bilden fast 140.000 Einträge. DINO-Regional hält flächendeckend für ganz Deutschland lokale Informationen zum Abruf bereit. Bei größeren Städten reicht die Verästelung der Angebote bis in die einzelnen Stadtteile hinein...."
In einigen Projekten wird das Konzept der Regionalisierung noch weitergetrieben und es werden "virtuelle Straßen" thematisiert, also Präsentationen realer Straßen, so im Projekt "Virtuelle Müllerstraße" in Berlin-Wedding, der "Virtuellen Austraße" in Bamberg und der Long Street in Kapstadt als Beispiele dafür, wie man es machen sollte oder auch nicht. 


Der räumlichen Differenzierung des Internets trägt auch das Online-Auktionshaus Offerto seit Dezember 1999 Rechnung, indem es ein regionales Versteigerungskonzept anbietet, das dem Kaufwilligen ermöglicht, gezielt Artikel aus der Umgebung zu ersteigern. (Mehr über Online-Auktionen)


Virtual Valley Informations- und Kommunikationstechnologie aus Ostwestfalen-Lippe wurde als ein Ansatz zur regionalen Wirtschaftsförderung im Online-Zeitalter im Rahmen des bmb+f-Wettbewerbs Media@Komm initiiert, um die Internet-, Multimedia- Branche in Ostwestfalen-Lippe zu unterstützen und stellt eine kombinierte Internet-Extranet-Lösung dar. Ein Verzeichnis ähnlicher Projekte


Das Consulting Team Göttingen e.V. untersucht im Herbst 1999 mit Hilfe einer Online-Befragung das Verhalten der Internetnutzer in der Region Göttingen. Ziel der von der Stadt Göttingen unterstützen Online-Befragung ist es, sowohl die Nutzungsgewohnheiten der privaten Internetnutzer als auch ihre Wünsche in Bezug auf regionale Angebote zu ermitteln. Ermittelt werden soll, inwieweit Internetuser Internetseiten von lokalen Einrichtungen besuchen und ob das Medium als Vertriebskanal für Produkte und Dienstleistungen mit kleinem Einzugsgebiet fungieren kann. Die Stadt Göttingen erhofft sich von den Ergebnissen der Studie Erkenntnisse für die Ausrichtung ihres eigenen Internetauftritts und für das Vorhaben, Dienstleistungen im Netz (Projekt "Virtuelles Rathaus") anzubieten.


Die V3 Informationsdienste GmbH, Betreiber des deutschen Webkatalogs Allesklar.de, hat mit dem Stadtinformationsdienst meineStadt.de ein regionales Informationsangebot gestartet: ein flächendeckendes Netz von Portalseiten für die Bewohner und Besucher aller deutschen Gemeinden. Für jede deutsche Gemeinde wurden die nützlichsten, lokalen Informationen und Links zusammengestellt. Dabei arbeiten sie mit Yellowmap und der CAS Software-AG zusammen, deren Dienste Abseits.de auch schon seit langem nutzt, um Besuchern der von uns vorgestellten Gaststätten und Partner Anfahrtsskizzen sowie Stadtpläne und Umgebungskarten und Routenplaner für die Anfahrt anzubieten. Das Projekt, das mir sehr gut gefällt, geht von der großen Bedeutung regionaler und lokaler Informationen für die meisten Nutzer aus. Auf unserer Seite "Lokale Communities" stellen wir weitere dieser Ansätze vor. localcommunities.htm.


In einem Artikel "Webfirmen entdecken den lokalen Kunden" berichtet die Wirtschaftswoche vom 15.11.99 darüber, daß in den USA Unternehmen zur Kenntnis nehmen würden, daß "die Kunden national denken, aber lokal handeln". So habe das Auktionshaus eBay gerade eine Website gestartet, die tatsächlich an die Einwohner in Seattle gerichtet sei. Diese neue Ausrichtung solle dazu führen, daß der Kunde in Seattle sowohl Online steigert, aber auch vor Ort bei lokalen Händlern "Last Minute"-Angebote wahrnehmen könne. Ticketmaster Online-City Search habe angekündigt, bald seinen Nutzern zu ermöglichen, im Restaurant in der Nachbarschaft einen Platz zu reservieren. Den Preis für die neue Fokussierung auf den Kunden in der Nachbarschaft würden bei einem Erfolg die amerikanischen Tageszeitungen bezahlen. Einige große US-Verlage würden allerdings zu kontern versuchen, indem sie Ihre Internetaktivitäten auch auf den lokalen Kunden richteten. 


"Community Networks und der Information Highway" von der Forschungsgruppe Telekommunikation an der Universität Bremen, 1996. Der Begriff "Community Networks" bezeichnet Virtuelle Communities, die sich auf ein bestimmtes lokales Gemeinwesen beziehung und sich besonders an die Gemeindemitglieder wenden. 


"Getting Local, Getting Targeted: An Advertiser's Handbook to Geographical Targeting on the Web", Thunder Lizard/Web Advertising 1998, New York, February 3, 1998, von Melinda Gipson, Director, New Media Business Development, Newspaper Association of America. 


"Community Level Socio-Economic Impacts of Electronic Commerce", by Charles Steinfield, Visiting Professor, Faculty of Technology, Policy and Management, Delft University of Technology, and Pamela Whitten, Department of Telecommunication, Michigan State University, December 1999. 


Ulrich Tucholke: Vermarktungschancen und Refinanzierungspotentiale kommunaler Internet-Portale (PDF). 5. Fachtagung Kommunen Online des Deutschen Städtetages 15./16. November 2000.


Für Diskussionsbeiträge zu diesem Thema sind wir dankbar. 
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Aktualisiert am 13. April 2002