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Die Beurteilung und Auswahl von Lieferanten ist Teil der Qualitätsicherung.
Sie wird ergänzt durch die Wareneingangsprüfung, die Festlegung
von Qualitätsnormen und die Überwachung und Dokumentation der
einzelnen Herstellungsstufen im gastronomischen Objekt selbst. Siehe dazu
Karsten Maruhn: Implementierung
eines Total-Quality-Management-Systems in der Systemgastronomie.
Im Gegensatz zu Industrieunternehmen ist eine systematische, formale
und regelmäßige Lieferantenbeurteilung im Gastgewerbe wenig
ausgepägt. Sie besteht aus folgenden Schritten (nach "Die
Theorie des Lieferantenmanagements" von Ch. G. Janker und Ch. Friedrich,
Technische Universität Dresden, Lehrstuhl für BWL, insb. Logistik):
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Lieferantenidentifikation. Welche Lieferanten gibt es überhaupt?
Nützlich für das Gastgewerbe ist zum Beispiel unsere Linksammlung
Lieferanten für das Gastgewerbe mit eigener Internetpräsenz.
Branchenübergreifend sind nützlich:
Wer liefert was?
Europages
Glist
yellowpages.com
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Lieferanteneingrenzung. Welche der identifzierten Lieferanten kommen
überhaupt in Frage bzw. scheiden von vornherein aus? Ausgrenzungskriterien
können zum Beispiel sein: Ansprüche an die Qualität der
Produkte, etwa daß es sich um biologische
Produkte oder koschere Produkte handeln soll,
aber auch Ansprüche an eine umweltgerechte Produktion und einen umweltschonenden
Vertrieb oder daß die Anbieter aus der selben Region wie der Nachfrager
kommen sollen.
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Lieferantenanalyse. Wie sind die zur Entscheidung relevanten Merkmale
bei den verbleibenden, in Frage kommenden Lieferanten ausgeprägt?
Entscheidungsrelevant können z.B. sein Lieferqualität, Preis,
Liefertreue (werden Termine eingehalten und die bestellen Waren geliefert,
mengenmäßig und qualitativ), Lieferflexibilität, Lieferzeiten,
Servicegrad.
Wir beziehen z.B. unseren Kaffee von der Kaffeerösterei Burkhof.
Dieser Kaffeeröster arbeitet mit einem betriebseigenen Lieferdienst,
dessen Servicegrad sehr hoch ist (möglicherweise abhängig vom
zuständigen Ausfahrer, was ich aber nicht beruteilen kann, da "der
unsere" schon seit vielen Jahren für uns zuständig ist):
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Er kommt vierzehntägig ins Haus. Um Terminverschiebungen wegen Feiertagen,
Urlaub usw. kümmert er sich selbständig. Entweder stockt er die
Bestände eigenständig auf oder schickt eine Lieferung ausnahmsweise
per Paketdienst.
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Er prüft den Bestand an Kaffee, Kaffeesahne, Schokoladenpulver, Sirupe,
Untersetzer usw. und stockt die Bestände selbstständig auf.
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Er informiert über neue Produkte, Trends, erfolgreiche Rezepturen
in anderen Städten usw.
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Er prüft die Qualität des fertig gebrühten Kaffees.
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Lieferantenbewertung. Inwieweit werden die einzelnen Anforderungen
von den in Frage kommenden Lieferanten erfüllt?
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Lieferantenauswahl. Welches ist der beste bzw. welches sind die
besten Lieferanten?
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Lieferantencontrolling. Werden die zur Entscheidung führenden
Merkmalsausprägungen von den ausgewählten Lieferanten auch laufend
- während der Dauer der Lieferbeziehung - erfüllt? Ein Teil des
Lieferantencontrollings ist die Wareneingangsprüfung.
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Steuerung der Lieferantenbeziehung. Wie kann man erreichen, daß
sich die Lieferanten bemühen, in Zukunft den Anforderungen noch besser
zu entsprechen?
Dem Lieferantenmanagement vorausgehen sollten Überlegungen zur Bedarfsbündelung,
also Fragen, ob man sich durch parallele Lieferbeziehungen unabhängig
machen möchte von einzelnen Lieferanten oder durch eine Bündelung
des Bedarfs eventuell bessere Konditionen erreichen möchte.
Mängel des traditionellen Einkaufs
Der traditionelle Einkauf läßt sich wie
folgt beschreiben bzw. kritisieren:
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Er ist vor allem preisorientiert.
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Es gibt viele Lieferanten, weil die Beschaffungskosten
je Lieferung unzureihend berücksichtigt werden.
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Lieferanten werden häufig gewechselt (auch eine
Folge der Preisorientierung, in der "Schnäppchen" gerne wahrgenommen
werden).
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Unzuverlässige Anlieferung, da der Preis höher
gewichtet wird als die Zuverlässigkeit
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Die Lieferanten werden in die Entwicklung eigener Produkte
nicht eingebunden.
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Die Kapazitäten werden nicht koordiniert, z.B.
werden Lagerräume beim Lieferanten nicht zur Zwischenlagerung genutzt.
Ein Gegenbeispiel ist die Suskription von Weinen beim Winzer.
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Der Informationsfluß vom und zum Lieferanten ist
unstetig und eher zufällig. Die Schuld dafür liegt zwar eher
bei den Lieferanten, die z.B. Sortimentslisten nicht (online) zur Verfügung
stellen und keine Verfügbarkeitsprüfung (online) erlauben. Ein
Gegenbeispiel: Die Österreichische Brau-Union
AG, Tochterunternehmen der BBAG Österreichische Brau-Beteiligungs-AG,
hat lobenswerter Wiese im März 2002 Händlern und Gastronomen
die Möglichkeit eröffnet, online zu bestellen. Rund um die Uhr
kann auf das gesamte Sortiment des Linzer Getränke-Unternehmens zugegriffen
werden. Die Online-Bestellung funktioniert zuverlässiger und schneller
als bisher über das Telefon. Kunden sind damit nicht mehr an eine
freieTelefonleitung oder feste Bestellzeiten gebunden. Via Internet können
sie nun auch außerhalb der Geschäftszeiten nach Feierabend oder
am Wochenende direkt Getränke ordern. Eine frühere Bestellung
lässt sich wiederholen. Dazu sind nur wenige Mausklicks nötig.
Damit Kunden nicht bei jeder Bestellung die gesamte Warenliste durchgehen
müssen, finden Kunden im Menüpunkt "Mein Sortiment" eine Übersicht
über die von ihnen am häufigsten gekauften Produkte. Außerdem
erhalten sie auf Wunsch speziell auf sie zugeschnittene Angebote sowie
Informationen über Verkaufsaktionen und neue Produkte des Unternehmens.
Nach nur drei Monaten nutzen 500 Kunden die neue Bestell-Möglichkeit.
Besonders geschätzt wird die hohe Flexibilität bei der Wahl des
Bestellzeitpunktes. Dies macht sich bemerkbar, indem nun viele Bestellungen
am Wochenende und während der Nachtstunden getätigt werden. Keine
langen Wartezeiten am Telefon, der Kunde bestimmt ganz einfach selbst wann
er seine Bestellungen per Knopfdruck abschicken will. Der sofortige Überblick
über das gesamte Getränkesortiment der BUÖ hat die Kunden
dazu geführt, auch Produkte, die sie bislang nicht bestellt hatten,
in ihr persönliches Sortiment aufzunehmen. Detaillierte Produktbeschreibungen
und Abbildungen, Informationen bezüglich Liefereinheiten, Abmessungen,
etc. unterstützen den Kunden bei der Auswahl seiner Getränke.Besonders
positiv bewertet wurde nicht nur die Bestellmöglichkeit an sich, sondern
die Möglichkeit einen Überblick über sämtliche Bestellungen
des vergangenen Jahres - inklusive der telefonischen Bestellungen - auf
Knopfdruck zu erhalten. Die Übersicht der bisherigen Lieferungen zeigt
die gesamten Hektoliter pro Produkt nach Monaten kumuliert und bietet somit
die beste Entscheidungsgrundlage für neue Bestellungen. Bestimmte
Getränke-Aktionen werden speziell für Serviceplus-Kunden zusammengestellt
und sollen zum regelmäßigen Bestellen animieren, z. B. beim
Kauf von 3 Kisten Bier gibt es eine Kiste Edelweiss inklusive der dazugehörigen
Markengläser gratis dazu! Ab sofort kann jeder Interessierte noch
bevor er sich zum Internet-Bestellservice per Passwort registrieren lässt,
in der Demo-Version "als Gast" schnuppern und probeweise Bestellungen abschicken.
Einfach unter www.serviceplus.at einsteigen
und mittels Mausklick auf "Demo-User für Gastronomie" oder "Demo-User
für Lebensmittelhandel" surfen Sie durch das Getränkeangebot
der BUÖ! (Quelle: Pressemitteilung der BBAG).
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Es existiert kein Warenwirtschaftssystem oder dessen
eingebauten Möglichkeiten werden unzureichend genutzt. Ganz einfach,
was in jedem WWS drin ist: Z.B. erlauben Warenwirtschaftssysteme in der
Regel ein Ranking von Produkten und Lieferanten nach Ranking nach Lagerwert,
nach Deckungsbeitrag, Ranking nach Erlösen, nach Spanne, nach Reklamation
und nach Stück.
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Bücher
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"Lieferantenbewertung
- aber wie? Lösungsansätze und erprobte Verfahren" von: Horst
Hartmann, Hans-Joachim Pahl, Hans Spohrer. 1997. Da die klassische Zulieferbeziehung
durch sehr viel komplexere Formen der Zusammenarbeit zwischen Einkauf und
Lieferant abgelöst wird, schiebt sich die Lieferantenbewertung als
ein objektives Instrument zur Sicherung und Steigerung des Leistungspotentials
der Lieferanten immer mehr in den Vordergrund. Die Auswahl des bestgeeigneten
Lieferanten ist ein erster Schritt zum Erfolg. "Lieferantenbewertung -
aber wie?" - zugleich Band 2 der Schriftenreihe Einkauf/Materialwirtschaft
- stellt Beispiele als Anwendungsgrundlage in den Mittelpunkt. Checklisten
zur Informationsgewinnung und Kriterienwahl sowie Verfahrenslösungen
vermitteln dem aufmerksamen Leser eine Fülle von Anregungen.
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"Lieferantenmanagement"
von Stephan M. Wagner. Das aktive Management von Lieferantenportfolios
und Lieferantenbeziehungen führt zu nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen!
Mit diesem Buch können Sie Best Practices im Lieferantenmanagement
kennen lernen, Schwachstellen in Ihrem Unternehmen aufdecken, Aktivitäten
und Strukturen wesentlich verbessern und lernen, wie die einzelnen Bausteine
umgesetzt werden. Ruhen Sie sich nicht auf dem bisher Erreichten aus. Gehen
Sie konsequent die nächsten Schritte bei der Optimierung der Beschaffung.
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"Professionelles
Lieferantenmanagement" von Bernhard Riffner, Ralf Weidelich
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"Balanced
Scorecard in der Beschaffung" von Corinna Engelhardt. In diesem Buch
wird das Konzept der Balanced Scorecard speziell auf die Bedürfnisse
von Einkauf und Beschaffung übertragen. Siehe dazu auch: "Balanced
Scorecard als Steuerungsinstrument für den „gast“wirtschaftlichen
Erfolg?" (PDF) von Carsten Renner, Unternehmensmanagement Renner &
Partner, in: Abseits.de..
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