Die Nähe anderer gastronomscher Betriebe
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bedeutet nicht nur Wettbewerber in der Nähe
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sondern bietet auch die Chance einer höheren Attraktivität
des Standorts.
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Sie kann sich positiv oder negativ auf die Standortkriterien
der Standortumgebung auswirken.
Vor- und Nachteile von Standorten in Kneipenstraßen
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die Passantenfrequenz ist höher.
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Gäste und Mitarbeiter anderer gastronomischen Objekte können
Zielgruppen sein, stellen Kundenpotentiale dar.
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Wachstumspotential des Einzugsgebiets. Eine hohe Gastronomiedichte
macht die Gegend attrativ für Bevölkerungsgruppen, die gerne
gastronomische Objekte aufsuchen.
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Verminderte oder erhöhte Auflagen für Lärm-/Abgas-Immissionen
und -Emissionen. Vorhandene gastronomische Objekte können die
Toleranz gegenüber Umweltbelastungen erhöhen oder vermindern
("das Faß zum Überlaufen bringen").
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die Attraktivität des Stadtteils und/oder der Straße
(Image, Bekanntheit) steigt, wenn attraktive gastronomische Objekte dort
ansässig sind.
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den Reiz des Umfeldes. Besitzt der Standort ein angenehmes und reizvolles
Umfeld und kann man von der vorhandenen Infrastruktur (Gastronomie, Geschäfte)
profitieren?
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die Parkplatzsituation (Stellplätze im Straßenraum, in
vorhandenen Parkhäusern und Tiefgaragen).Wie gut ist der Standort
mit Stellplätzen in fußläufiger Umgebung versorgt? Die
Besucher anderer Gaststätten nehmen einerseits den eigenen Gästen
die Parkplätze weg. Andererseits kann das hohe Aufkommen an Parksuchverkehr
dazu führen, daß Parkplätze (etwa Tiefgaragen, Parkhäuser)
errichtet werden, Buspendeldienste eingerichtet werden usw.
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die ÖPNV-Anbindung (auch Nachtlinien) ist wahrscheinlich besser,
wenn das Verkehrsaufkommen höher ist.
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Nähe zu Hotels (für Restaurant-Standorte) bzw. zu Restaurants
(für Hotel-Standorte). Wie gut ist die unmittelbare und fußläufige
Umgebung des Standortes mit Hotels bzw. Restaurants ausgestattet?
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Kulturelle Aktivitäten. Die Nähe zu vorhandenen Veranstaltungsräumen
und gastronomischen Objekten mit eignen kulturellen Aktivitäten zieht
Publikum an.
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die Wettbewerbssituation zu anderen Gastronomiebetrieben ist intensiver
in der Nähe anderer gastronomischen Objekte.
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die Beschaffbarkeit von Personal wird erleichtert, weil Mitarbeiter
nicht selten die Nähe anderer gastronomischer Objekte zu schätzen
wissen, zum Beispiel um nach der Arbeit als Gast andere Objekte aufzusuchen.
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Es eröffnen sich Chancen für Werbegemeinschaften, kooperative
Werbung der in der Straße ansässigen Betriebe nicht nur
in der Gastronomie.
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Die Ambivalenz der Nähe weiterer gastronomischer
Objekte legt eine zyklische Entwicklung nahe:
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Vorhandene gastronomische Objekte, die erfolgreich sind,
animieren Wettbewerber, weitere Objekte zu eröffnen. Die Konzentration
von Gaststätten nimmt zu, wenn und solange dies von den Planungsbehörden
zugelassen wird.
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Ab einer bestimmten Dichte schlägt die Entwicklung um
und Häufungen von Gaststätten dünnen wieder aus.
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Dieser Zyklus kann sich wiederholen.
Einbettung in Prozesse der Stadtentwicklung
Diese zyklische Entwicklung von Kneipenstraßen und
anderen Formen des gehäuften Auftretens von gastronomischen Objekten
ist meist eingebettet in unterschiedliche Prozesse der Stadtentwickling:
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das Eindringen kaufkraftstärkerer Gruppen in Wohngebiete
kaufkraftschwächerer Gruppen, Gentrification bezeichnet, oder
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die Verslumung, bei der umgekehrt kaufkraftschwächere
Gruppen in Wohngebiete kaufkraftstärkerer Gruppen eindringen.
Diese Prozesse können naturwüchsig erfolgen oder
durch Behörden oder Investoren geplant.
Thomas
Krämer - Badoni unterscheidet in seinem Buch "Die
Kneipe als Kulturform" Kneipenagglomerationen mit und ohne Bevölkerungsumfeld.
Zu ersteren rechnet er z.B.
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die Düsseldorfer Altstadt,
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das münsterische Überwasser-Viertel,
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in München Teile von Schwabing,
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in Bremen der Schnoor oder Auf den Häfen.
Sie hätten historische Vorläufer in den Amüsiervierteln.
Anfang der 70er Jahre seien Kneipenviertel mit Bevölkerungsumfeld
entstanden. Besucher dieser Kneipenviertel seien "hochmobile, kaufkräftige
und angebotsorientierte Schichten des Mittelstandes, deren Eltern meist
gar nicht oder in bürgerliche Honoratiorengaststätten gingen".
Es sei "die unpolitische Seite der gleichen Schicht, die den Kern der Studentenbewegung
gebildet hat". Die Kneipen dieses Typs seien modisch und internationalistisch
(heute würden man sagen multi-kulti oder von Fusion Cuisine sprechen..
Eine moderne Entwicklung stellen Urbane Erlebniszentren
(Urban Entertainment Centers) dar. Private Investoren planen eigene
ganze Blöcke und Straßenzüge inclusive solcher Flächen
und Nutzungen, die außerhalb dieser Zentren, also "normalerweise"
von kommunalen Behörden geplant und finanziert werden. Bekannte Beispiele
für Erlebniszentren, die an bestimmte Standortqualitäten anknüpfen,
heißen "Fishermen's Wharf", "Alte Spinnerei", "Speicherstadt", "Schokoladenfabrik",
"Hacke'sche Höfe" oder "Marina". Das bislang größte integrierte
städtebauliche Projekt Deutschlands ist die "Neue Mitte Oberhausen"
mit dem Einkaufszentrum (CentrO). (Quelle:
Die
Zukunft der Stadt von Volker Eichener, in: InWis Institut für
Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung an
der Ruhr-Universität Bochum).
Bekannte und berühmte Kneipenstraßen
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Drosselgasse in
Rüdesheim. Die 150jährige Geschichte der Rüdesheimer Drosselgasse
als Touristenattraktion beschreibt Rolf Göttert im Wiesbadener Kurier
vom 22. April 2003: "Groschebuwe"
lockten Gäste in Scharen an."
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Untere Straße in Heidelberg, um nicht zu sagen die
gesamt Altstadt von Heidelberg.
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Sandstraße in Bamberg (siehe: Bierstadt
Bamberg). Erst in den letzten Jahren hat sich die Austraße
in Bamberg zu einer Kneipenstraße entwickelt, während gleichzeitig
die Sandstraße an Attraktivität verloren hat. Eine Rolle hat
dabei auch die Verkehrspolitik gespielt. Die Austraße wurde Fußgängerzone,
die Sandstraße nur abends vom durchfahrenden Verkehr befreit. Außerdem
ist die Austraße Standort einer großen Fakultät der Bamberger
Universität und Mensa.
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Elbstraße in Hamburg (siehe: Große
Elbstraße: Gastrotipps für Sehleute. Zwischen Fischmarkt und
Neumühlen hat sich eine neue Restaurantmeile entwickelt. von Nataly
Bombeck, in: Hamburger Abendblatt vom 12. November 2002).
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Docklands in London.
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Victoria and Alfred Waterfront in Kapstadt.
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"Fisherman's Wharf" in San Francisco.
Künstliche Ballungen von Gastronomie
Die Vorteile der Häufung gastronomischer Objekte zu
nutzen, liegt nahe. Sie werden geplant realisiert als
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Themenparks
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in der Eventgastronomie virtuell als
Kneipenfestivals, temporär bei Volksfesten.
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