Deckungsbeitragsbezogene Kalkulation am Beispiel von Tex-Mex-Gerichten
(Convenience)
Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf eine Tabelle,
die man im PDF-Format anschauen kann. Sie steht auch als Excel-Datei
kalkmex.xls
zur Verfügung, um sie mit eigenen Ansätzen für Wareneinsatz,
Personaleinsatz, Personalkosten und Gemeinkosten neu berechnen zu können:
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Die angegebenen Verkaufspreise sind in diesem Beispiel in einem
ersten Schritt vorgegeben. Damit eignet sich dieses Tableau sowohl zur
Nachkalkulation der Preise von Wettbewerbern als auch zur Überprüfung
von bisherigen Preisen mit dem Ziel einer Optimierung.
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Der Wareneinsatz errechnet sich aus der Rezeptur und den Einkaufspreisen
der Bestandteile. Wegen der Verwendung von Convenience-Artikeln ist der
Anteil von Zutaten mit saisonal abhängigen Preisen wie Salat gering.
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Am problematischsten ist die Berechnung der kalkulatorischen Arbeitszeiten.
Methoden wie sie die REFA für Industriebetriebe anwendet, eignen sich
für die Gastronomie nicht, da der Arbeitsaufwand, der zur Herstellung
und Abgabe eines Produktes notwendig ist, sehr stark davon abhängt,
in welcher Reihenfolge die Bestellungen eingehen, in welchen Losgrößen
und in welchen Kombinationen. Außerdem ist der Anteil der Rüstzeiten
(Vorbereitung des Arbeitsplatzes, Lagerarbeiten und Reinigungsarbeiten)
recht hoch. Wir verwenden deshalb eine grobe, an den Prozeßkosten
orientierte Kalkulation der Arbeitszeiten je bestelltem Produkt. In einem
ersten Schritt wird die Summe der Arbeitszeiten pro Tag berechnet (im Beispiel:
1300 Minuten) und geteilt durch die Anzahl der durchschnittlich ausgegebenen
Produkte (im Beispiel 100). Es ergibt sich eine durchschnittliche Arbeitszeitbelastung
je Produkt von 13 Minuten. In einem zweiten Schritt werden die Artikel
aufgeteilt in Artikel mit durchschnittlicher, reduzierter und höherer
Arbeitszeitbelastung. Die Artikel durchschnittlicher Arbeitszeitbelastung
werden mit dem durchschnittlichen Arbeitszeit belastet, die schneller herzustellenden
Artikel mit einem Abschlag von einem Drittel, die aufwendiger zuzubereitenden
Artikel mit einem Aufschlag von 50 Prozent (im Beispiel haben vereinfacht
mit 12 anstatt mit 13 Minuten gerechnet; für einfach zuzubereitenden
Gerichten ergebens ich daraus 8 Minuten, für Gerichte mit einem überdurchschnittlich
hohen Arbeitsaufwand 16 Minuten).
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Die kalkulatorischen Personalkosten ergeben sich aus der Minutenanzahl
multipliziert mit dem durchschnittlichen Minutenpreis. Wir unterstellen
also vereinfachend, daß alle Küchenmitarbeiter gleich effektiv
arbeiten und gleich viel kosten.
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Die variablen Kosten errechnen sich aus der Summe der Wareneinsatzkosten
und der Personalkosten. Wir unterstellen also, daß die Wareneinsatzkosten
und Personalkosten vollständig variabel sind, (zur schwierigen Unterscheidung
von fixen und variablen Kosten vergleiche den Beitrag "Über
fixe & variable Kosten" von Herbert Havlik).
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Wenn man den Verkaufspreis um die Mehrwertsteuer reduziert und die variablen
Kosten abzieht, ergibt sich der Deckungsbeitrag, also der Betrag,
mit dem die fixen Kosten und der Gewinn abgedeckt werden müssen.
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Setzt man diesen Deckungsbeitrag in Bezug zum Verkaufspreis ohne Mehrwertsteuer
errechnet sich der relative Deckungsbeitrag in Prozent des Verkaufspreises.
Die operativen Deckungsbeiträge sollten im Verpflegungsbereich von
Hotels bzw. in Restaurants bei 20% und besser liegen. Ergänzend haben
wir die relativen Kosten des Wareneinsatzes berechnet.
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Die Preisuntergrenze errechnet sich aus den variablen Kosten zuzüglich
Mehrwertsteuer. Unter diesem Preis sollte auch nicht ausnahmsweise, z.B.
im Rahmen von Verkaufsförderungsaktionen oder Spezialangeboten gegangen
werden.
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Der "mögliche Rabatt" gibt an, wie groß der Rabatt absolut
bzw. in Prozent ist, der bei Verkaufsförderungsaktionen maximal eingeräumt
werden kann. Bei Convenience-Artikeln sind die möglichen Rabatte wegen
des hohen Warenaufwands in der Regel gering. Wir verwenden solche Produkte
deshalb in der Regel nicht im Rahmen von Verkaufsförderungsaktionen.
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Um aus didaktischen Gründen einen Bezug herzustellen zur oft in der
Gastronomie noch verwendeten Aufschlagskalkulation,
haben wir den "Bruttomultiplikator" ausgerechnet. Er beschreibt
das Verhältnis der Verkaufspreises inclusive Mehrwertsteuer zum Wareneinsatz.
Da die im Beispiel verwendeten Verkaufspreise kalkuliert worden sind nach
den Prinzipien der Deckungsbeitragsrechnung, der Zielkostenrechnung
und der Prozeßkostenrechnung, streuen
die Bruttomultiplikatoren sehr stark. Wir verkaufen offensichtlich niedrigpreisige
Artikel relativ teurer als Gastronomen, die die Aufschlagskalkulation verwenden,
und höherpreisige Artikel billiger.
Weiterführende Links
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