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Kaffeebars und Coffee Shops

 
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Kaffeehaus- oder Kaffeebarkonzepte lassen sich nach ihren historischen Ursprüngen und ihrem Ambiente unterscheiden:
  • Kaffeehäuser im Wiener Stil
  • Espressobars italienischen Stils
  • Coffee-Bars anglo-amerikanischen Stils
  • Coffe-Bars italo-amerikanischen Stils
In islamischen Ländern ist Kaffee seit vielen Jahrhunderten sehr beliebt gewesen, möglicherweise auch weil Alkohol verboten gewesen ist. Von dort wurde er über Venedig (erstes Kaffeehaus 1647) nach Europa eingeführt. Für einen türkischen Mokka werden die gerösteten Bohnen zunächst im Mörser fein zerstoßen und dann mit heißem Wasser überbrüht oder, wie heute noch bei Nomaden zu finden, in einer feuerbeständigen Kanne, die man ins offene Feuer legt, gekocht. Der Satz verblieb in der Tasse.


Die Wiener Kaffeehaus-Tradition geht zurück auf das Jahr 1683 als die Türken Wien belagerten. Georg Franz Kolschitzky, ein gebürtiger Armenier und Dolmetsch der orientalischen Handelskompanie, schlug sich durch die feindlichen Linien durch zu Polens König Sobiesky. Dieser sandte ein Entsatzheer, welches Wien befreite. Die Türken flohen Hals über Kopf. Als Retter Wiens hatte Kolschitzky erste Wahl bei der Beute. Er verschmähte Gold, Waffen und andere Utensilien. Lediglich Säcke mit braunen Bohnen, mit denen niemand etwas anzufangen wußte, beanspruchte er für sich. Kolschitzky kannte diese Kaffeebohnen von seinen Reisen in die Türkei. Kolszitski erfand 1685 den Kaffeefilter. Er war es auch, der das bittere Getränk mit Milch und Zucker versetzte. Diese Zutaten verhalfen dem Kaffee zu einer europaweiten Karriere mit einer Vielzahl von Kaffeehäusern, die teilweise heute noch existieren:
  • Le Procope, Paris, 1686, eröffnet vom Italiener Francesco Procopio dei Cottelli. Das erste Café in der Welt, zur Zeit aber als Restaurant betrieben. Voltaire trank hier angeblich eine Mischung aus Kaffee und Schokolade. Francesco bot nur zwei Spezialitäten seines Landes an: Kaffee und Eis. Berühmt machten ihn Gewürz-Cocktail aus Moschus, Koriander, Dille und Fenchel, der "Procope".
  • Kaffeehaus "Kaffeebaum", Leipzig, 1711.
  • Caffé Florian, Venedig, 1720.
  • Hotel-Restaurant-Kaffehaus Winter (PDF-Datei), Schöppingen-Eggerode.
  • Kaffeehaus, Florenz, 1776.
  • Weingarnter in Wien, 1872 wurde der Betrieb eröffnet und ist bis heute das einzige noch erhaltene klassische Wiener Kaffeehaus im 15. Wiener Gemeindebezirk.
  • Café Schottenring, Wien, 1879.
  • Café de Flore, Paris - St. Germain, 1887.
  • Hotel und Café Europa, Prag, 1889. Jugendstil.
  • Kaffee- und Speisehalle "Am Serrahn", Bergedorf, 1891.
  • Café Restaurant Dreier, Wien, 1897. Das einzige was erhalten blieb, ist die alte Stuckatur und die Holzlamperie.
  • Café Restaurant Prückel, Wien, 1903.
Um 1800 erfand der Count von Rumford eine Vielzahl nützlicher Küchengeräte, so eine Kaffeeröstmaschine und eine Thermoskanne, wodurch sich das Angebot in Gaststätten erheblich erweitern ließ. 


1804 gab es in Wien bereits 89 Kaffeehäuser und nach dem Wiener Kongreß (1814/15) gab es 1819 150 Cafes. Um die Jahrhunderwende war die Zahl auf 600 gestiegen. Das typische Angebot umfaßte Kaffee-Spezialitäten, Kakao, Tee, Milch, Schokolade, Mineralwasser, Sodawasser, Limonade, Eis, Wein, Schnäpse und Liköre. 


War ursprünglich der Besuch eines Kaffeehauses Männern vorbehalten, so war es um 1870 modern mit der Familie ein Kaffeehaus zu besuchen. Sogar Damensalons für Damenkränzchen wurden eingerichtet. Ab dieser Zeit entstanden neue Formen des Kaffeehauses, nämlich die Kaffee-Konditorei, Espresso und Cafe-Restaurants. Während es 1938 in Wien 1283 Kaffeehäuser gab nahm die Zahl bis 1994 auf 584 ab. Dafür gab es nun 705 Cafe-Restaurants, 182 Cafe-Konditoreien und 1083 Espressos.


Die traditionellen Kaffeehäuser Wiener Stils leiden nicht nur in Wien unter niedrigen Umsätzen pro Flächen- und pro Zeiteinheit im Vergleich zu anderen gastronomischen Konzepten (etwa auch den Kaffeeshops amerikanischen Stils mit ihrem hohen Anteil an Take-Away, aber auch im Wettbewerb mit Betrieben anderer Branchen um laufkundenstarke Standorte).


Der Verband der Europäischen Traditionscafes (Associazione Europa di Café Storici`) mit Sitz in Triest fordert deshalb sogar eine finanzielle Unterstützung durch den Staat und betrachtet seine Mitgliedsbetriebe als schützenswerte Kultur. Die Mehrheit der 30 Mitglieder des im Herbst 2000 gegründeten Verbandes sind Betriebe aus Österreich, dazu zählen das Antico Café Greco (Rom), das Café Tomaselli (Salzburg), das Café Musil (Klagenfurt), die Cafés Prückel, Weingartner, Schottenring, Diglas, Dreier und Hawelka (alle Wien), Gerbaud (Budapest), Orient Express (Zagreb) sowie San Marco und Tommaseo (Triest). Das Logo des Verbandes stellt ein ein typisches Kaffeehaus-Tischchen mit Marmorplatte, dampfender Kaffeetasse, Zeitung und beigestelltem Thonet-Sessel dar.


Die nachfolgende Eingruppierung verschiedener Konzepte in Kaffeehäuser Wiener Stils, Espressobars italienischen Stils und Coffee-Shops amerikanischen Stils ist teilweise fraglich, denn konkrete Konzepte verwenden mitunter Stilelemente unterschiedlicher Traditionen. So sieht sich das Traunsteiner fendesi einerseits als "Kaffeehaus", aber es gibt dort auch aromatisierte Kaffees, typisch für US-Konzepte, und italienische Kaffeespezialitäten. Das Unternehmen Café Einstein in Berlin bewirtschaftet sowohl Kaffeehäuser klassischen Stils als auch Kaffeebars. Interessant ist auch die Kombination aus Tapas-Bar und Cafe von Cafe & Bar Celona mit Filialen von Oldenburg bis jüngst Frankfurt am Main (Oktober 2002).

Kaffeehäuser Wiener Stils

Maximilian Platzer, Vorsteher der Wiener Fachgruppe Kaffeehäuser: "Kein kalter Kaffee. Traditionscafé wird niemals aussterben".

Espressobars italienischen Stils

Größere Ketten bzw. Franchise-Geber oder Konzeptanbieter sind:
  • Segafreddo.
  • Testa Rossa Café. Informationen über diesen Franchise-Nehmer finden sich auf der Site von franchise-net.de.
  • Lavazza.
  • Kaffee & Konzepte. Il Café di Roma, in: Drinks.ch, ein ursprünglich spanisches Franchising-Konzept, das 1994 von Lavazza aufgekauft worden ist
  • Morrick´s Coffee - ein Franchise-Geber mit einer Kombination von italienischer Espressokultur und amerikanischer Systemgastronomie.
  • Nannini Coffeeshops. Die italienische Coffeeshop-Kette um den Ex-Rennfahrer Alessandro Nannini und die Rock-Sängerin Gianna Nannini bereitet ihre europaweite Expansion in Städte ab 25.000 Einwohner vor, wobei  Deutschland als wichtigster Auslandsmarkt betrachtet wird. Neben italienischem Kaffee und Capuccino sind frisch zubereitete Süßigkeiten aus der Toskana, Eis und Pasta-Speisen im Angebot. 

Coffee-Shops amerikanischen Stils

Ein Mischung aus Latte Macciato und Lifestyle steht für dieses aus den USA importierte oder auch abgeguckte Konzept. Pionier ist Starbucks. Im März 2001 eröffnete er den ersten Laden in Europa und will in einem Joint-Venture mit Karstadt auch Deutschland erobern.


In Deutschland haben eine ganze Reihe von Me-Toos bereits kleine Ketten aufgebaut. Das Gastronome-Portal Cafe-Future.net beschreibt "20 Kaffeebar-Konzepte in Deutschland". Zudem gibt es zahlreiche Einzelkämpfer, wovon aber nur ein geringer Teil eine eigene Website hat. Mittlerweile befinden sich aber auch einige der aggressiv wachsenden Ketten im Insolvenzverfahren oder haben Schwierigkeiten, weiteres Wachstum zu finanzieren. 
  • Zu den Pionieren auf dem deutschen Markt gehört World Coffee.1997 eröffnete Roman Koidl auf der Börsenstraße in Frankfurt (Main) die erste Bar nach amerikanischen Vorbild. Auf 38 Quadratmetern bot er gestressten Börsianern 192 Kaffeesorten - von klassisch über aromatisiert bis eisgekühlt - im Pappbecher zum Mitnehmen oder in der Porzellantasse an der Theke an.1998 stieg das Venture-Capital-Unternehmen 3i Deutschland mit 20 Prozent bei World Coffee ein, das Land Brandenburg folgte mit einer 20-prozentigen Beteiligung. Heute ist World Coffee nach Segafredo und Lavazza mit 15 Filialen in Berlin, Hamburg, Kiel, Göttingen und Frankfurt der drittgrößte Anbieter in Deutschland.
  • Jacobs J-Cups
  • Tchibo Coffeebar
  • San Francisco Coffee Company. Am 7. März 2002 eröffnete san francisco coffee company den ersten Coffee Place in Zürich. In Deutschland hat die san francisco coffee company seit ihrer Firmengründung Ende Mai 1999 bereits acht Standorte eröffnet. Gründer sind Dr. Katharina Bernau und Sebastian Seiguer. Die Wahl auf Zürich als ersten ausländischen Standort fiel, weil Zürich zu den modernsten und multikulturellsten Städten Europas zählt, neben Barcelona, London und Paris. Zudem rangiert die nach Skandinavien auf Platz zwei der Kaffeetrinker. Durchschnittlich trinken sie fünf Tassen täglich. Die Deutschen hingegen begnügen sich schon mit 4,1 Tassen. Die san francisco coffee company ist mit neun Standorten in München, Starnberg und Zürich / Schweiz das siebtgrößte Kaffeebar-Konzept in Deutschland. Es ist das Erste in Deutschland gegründete, welches international tätig ist. Im Jahr 2002 sollen weitere zehn Filialen eröffnet werden (Quelle: Pressemitteilung der san francisco coffee company vom 8. März 2002)..
  • Henry's Coffee World, Köln, Ulm
  • FrazerCoffee, Frankfurt am Main.
  • The Coffee Store, Heidelberg und Mannheim
  • Deli Star Bagel & Coffee, Mannheim, München 
  • Caras Gourmet Coffee, Berlin-Wilmersdorf
  • Einstein Kaffee Coffeeshops, Berlin, Bonn, Singen. 
  • Coffeeshop Company, Österreich.
  • Coffeestar, Berlin-Prenzlauer Berg.
  • Cup&Cino Kaffeesystem Vertrieb. Eine erste Filiale in Östereich im Frühjahr 2002, ein weiteres in Portugal ist geplant. Das Konzept wurde vor zwei Jahren in Deutschland gestartet; bis Ende 2002 sind 15 in Deutschland geplant.. 
  • Zoll1. Am 15. März 2002 eröffnete der einzige Coffeeshop der Hamburger Speicherstadt. Es riecht nach Zimt, Kaffee und fernöstlichen Gewürzen. Fast könnte man glauben, man steht in einem türkischen Basar, denn rings um einen herrscht eifriges Treiben. Der Duft kommt jedoch aus dem Coffeeshop nebenan, nur die heftige Betriebsamkeit ist hausgemacht – wir sind in der Speicherstadt. Hier, wo sonst Teppiche gelagert werden, Gewürze, Tee und Kaffee den Besitzerr wechseln. Genau hier werden seit dem 15. März köstliche Leckereien kredenzt. In einem einzigartigen Ambiente. Ein altes Zollhäuschen wurde umgebaut in einen modernen Coffeeshop. Der Name ist Programm: Zoll 1. Im Angebot: Kaffeespezialitäten, Ciabatti, Bagel, Croissant, Baguettes, Pancakes, Kuchen etc – alles mit Frischegarantie. Der letzte Kaffee vor der Grenze!
  • Starbucks. Am 24. Mai 2002 hat die Karstadt Coffee GmbH, ein Joint Venture der Starbucks Coffee Company und der KarstadtQuelle AG, die beiden ersten Coffee Houses in Berlin (in den Haakeschen Höfen und direkt neben dem Berliner Tor) eröffnet. Beide Filialen sind nicht mit einem Internet-Zugang oder Wireless-LAN-Netz ausgestattet, der die New Yorker Starbucks-Filialen zu einer regelrechten Attraktion macht. Der drahtlose Online-Zugang wirde in der US-Metropole von der Telekom-Tochter VoiceStream betrieben. Die monatliche Flatrate koste, so Chip Online, rund 20 Dollar und werde von amerikanischen Geschäftsleuten gerne auch einmal dazu genutzt, die Arbeit in der nächstgelegenen Starbucks-Filiale zu erledigen. Christiane Kühl: Die Coffeemaschine, in: Die Zeit vom 5. Juni 2002. Über die Eröffnung von Starbucks-Filialen in Deutschland. Eine Linksammlung von Artikeln über Howard Schultz, den Gründer von Starbucks. Einen Überblick über das Starbucks-Konzept bietet Gastrofacts.ch. Starbucks Deutschland

  • Morrick´s Coffee. Franchise-Geber. Kombination von italienischer Espressokultur und amerikanischer Systemgastronomie.

Kritische Erfolgsfaktoren

Wer eine Kaffebar eröffnen möchte, sollte die kritischen Erfolgsfaktoren beachten:
  • Der wichtigste Erfolgsfaktor ist der Standort. Interessant insbesondere auch für Existenzgründer, die sich die Mieten an teuren innerstädtischen Standorten nicht leisten können, oder für solche Betreiber, die temporäre Chancen an wechselnden Standorten nutzen wollen, können mobile Kaffeebars sein. Die Website Mobile-Kaffeebars.com von Peter Schorn listet bereits über 60 mobile Kaffeebars in ganz Deutschland und jede Woche kommen derzeit ca. fünf neue Bars dazu.

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  • Der Umsatz in Kaffeebars baut sich langsam auf. Es braucht bis zu einem Jahr bis eine sehr gute Auslastung erreicht wird. Dies ist insoweit gefährlich, als man viel Geld verbrennen kann, bis man einen schlechten Standort erkennt.

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  • Der Durchschnittsbon erreicht im Unterschied zu speisenorientierten Konzepten wenig mehr als den Preis eines teuren Becher Kaffees.

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  • Die Nettorenditen erreichen nur ca. 10% vom Umsatz und vertragen damit keine überhöhten Over-Head-Kosten (zentrale Werbung, Entwicklung und Verwaltung).

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  • Diese nicht sehr hohen Nettorenditen erlauben keine schnelle, selbstfinanzierte Expansion.

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  • Fremdkapitalfinanzierung kommt selten in Frage, denn welche Bank gibt einem Gastronomen Kredite? Für Risikokapitalbeteiligungen aber mit ihren hohen Gewinnerwartungen reichen Nettorenditen und Wachstumserwartungen möglicherweise nicht aus. Was bleibt, ist Franchising mit allen negativen Begleiterscheinungen, in der ersten Expansionsphase vor allem der Gefahr einer Verwässerung des Konzeptes und des Images eines Konzeptes.

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  • Qualifiziertes Personal ist schwer beschaffbar; die Aus- und Weiterbildung von Baristas deshalb eine zentraler Erfolgsfaktor. Die italienische Bezeichnung „Barista“ ist hier zu Lande außer in Fachkreisen nahezu unbekannt; sie ist als Berufsbezeichnung mit hohem Statuswert noch nicht anerkannt. Inzwischen gibt es auch schon in Deutschland die entsprechenden Kurse. Der Trend geht dabei weg von einstündigen Vorführungen, wie sie Burkhof auf Messen in den letzten Jahren amüsanterweise geboten hat hin zu mehrtägigen und mehrwöchigen Schulungen wie sie etwa Lavazza anbietet..Vom Können und Kommunikationstalent eines Baristas wird in entscheidender Weise der Erfolg einer Coffee- oder Espresso-Bar bestimmt. Er muß umfangreiches Wissen über Kaffeesorten und ihre Eigenschaften besitzten, Sachkenntnisse über den Extraktionsprozeß, die Technik der Maschinen und das Zusammenwirken dieser Faktoren. In den USA gibt es jährliche Barista-Wettbewerbe, bei denen landesweit die Besten gekürt und ausgezeichnet werden. Am 15. Oktober 2000 wurde in Monte Carlo von der SCAE (Specialty Coffee Association of Europe) die erste Barista-Weltmeisterschaft durchgeführt. Die Jury bewertete hierbei die Handhabung der Technik, das Timing, die Art der Präsentation, das Aussehen des Getränkes und natürlich nicht zuletzt Aroma und Geschmack. Die Kaffeerösterei Pauli Michel Kaffee bietet im Rahmen ihres Angebots "Coffee-Shop-Konzepte nach Maß" von der maßgeschneiderten Einrichtung (inkl. Ausstattung für die Produkt-Präsentation) über die Zubereitungs-Geräte bis zur Laden-Dekoration auch hausinternen Kaffee-Seminaren für die Mitarbeiter ihrer Kunden. Geschult werden sie in der fachgerechten Bedienung der Maschinen ebenso wie in der Kunst der Kaffeezubereitung und des erfolgreichen Verkaufs.

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  • Die Qualität des Kaffees ist unbestritten Voraussetzung für einen Erfolg. Aber welche Kaffeemarke sollte man verwenden? Man kann für sich das Image eines guten Lieferanten und/oder einer sehr guten Marke einsetzen. Oder man kann versuchen, selbst eine Kaffeemarke aufzubauen, indem man eine eigene Gastromarke kreiert. Diese wiederum kann man entweder selbst röstet oder sie fertig - mit eigenem Namen und Logo - beziehen.
Objekte in Handels-Outlets leiden möglicherweise unter:
  • den eingeschränkten Ladenöffnungszeiten (es sei denn, man kann sich etwa mit einem separaten Eingang davon abkoppeln),
  • einer versteckten Positionierung im Gebäude, 
  • wenn sie nicht Parterre untergebracht sind,
  • wenn Außenwerbeflächen fehlen.
  • wenn das Objekt von außen nicht eingesehen werden kann.
Siehe dazu auch "Shop-in-Shop: Hohe Erwartungen nicht erfüllt", in: Allgemeine Hotel- und Gaststättenzeitung vom 21. Dezember 2002.

Ausländische Kaffeebars online

Fair Trade Kaffee und Coffee Shops

Die "Fair Trade"-Bewegung entstand Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts als ein pädagogisches Konzept, um mit alternativen Handelsmethoden der europäischen Öffentlichkeit die Ungerechtigkeit und das soziale Ungleichgewicht des internationalen Handels zu demonstrieren. Polemisch formuliert: Als die Linken Geld für Waffen für Befreiungsorganistionen in der DrittenWelt sammelte, beruhigten christliche und gewerkschaftlich organisierte Jugendlichen ihr Gewissen durch den Konsum gerecht gehandelter Genußmittel.
Das Konzept "fair gehandelter Kaffee" basiert auf dem Direktbezug von Rohkaffee bei Produzenten und Kleinbauern durch altruistisch motivierte Handelsorganisationen und Käufer in Industrieländern. In Deutschland sind die katholischen Dritte-Welt-Läden aber auch die Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD Protaganisten dieser Bewegung gewesen, die in den Niederlanden und Belgien entstanden ist. Bekannteste Marke in Deutschland ist das Gütesiegel von Transfair e.V., einem Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt". Lizenzverträge bestehen mit neun Röstereinen und drei Importfirmen. Einige Handelsketten bieten TRANSFAIR-Kaffee in Supermärkten an. Die Vergabe des Gütesiegels ist an Bedingungen gekoppelt: Die Firmen verpflichten sich, 
  • einen Mindespreis von rund 2 DM pro Pfund zu zahlen,
  • den Kleinbauern 60 Prozent des Kaufwertes im voraus zu überweisen,
  • langfristige Abnahmegarantien zu geben und 
  • nur mit Genossenschaften aus einem festgelegten Produzentenregiester zu handeln. 
Neben Kaffee spielt der "faire" Handel auch eine gewisse Rolle bei anderen Produken, etwa Orangensaft, Tee, Schokolade, Bananen, Honig und Bonbons. Siehe auch die Website der International Federation for Alternative Trade.


Viele Firmenkantinen, Büros, Cafés, Hotels, Unimensen und Behördencafeterias schenken ihren Gästen mittlerweile bewusst Kaffee, Tee, Kakao und Orangensaft aus Fairem Handel aus. Damit reagiert die Gastronomie auf das Verbraucherinteresse, Genuss und Sozialverträglichkeit zu verbinden. Einer der prominentesten Anbieter von Fairem Kaffee, wenn auch als Zusatzangebot, ist Starbucks. Eine vollständige Liste im Word-Format kann bei Transfair e.V. heruntergeladen werden.


International bieten auch bereits eine Reihe von Coffee Shops fair gehandelten Kaffee an. Siehe eine Liste von organicconsumers.org.


Internationale Dachorganisation der nationalen Fair Trade-Organisationen ist die Fair Trade Labelling Organisation International (FLO). Internationale Dachorganisation der Shops, die mit Fair Trade-Produkten handeln ist das Network of European World Shops (NEWS).

Weiterführende Links


Bücher

Das Cafe Einstein Unter den Linden. von Gerald Uhlig
"Kaffee. Vom Schmuggelgut zum Lifestyle- Klassiker" von Peter Lummel. 
    Start and Run a Coffee Bar von Tom Matzen, Marybeth Harrison 
  Coffee Shop. von Sarah Klein
  "Die Erfolgsstory Starbucks. Eine trendige Kaffeebar erobert die Welt" von Howard Schultz und Doris Jones Yang. Howard Schultz, der "Bill Gates des Kaffees", erzählt in seiner Autobiografie die spannende Starbucks-Story mit allen Rückschlägen, Entscheidungen, Zweifeln, Höhen und Tiefen.
  Kaffeehäuser in Wien. von Thomas Martinek 
Das Wiener Kaffeehaus. Mit Hinweisen auf Wiener Kaffeehäuser. Von Kurt-Jürgen Heering
Wien und seine Kaffeehäuser. von Petra Neumann
Walter Vogel: Espresso. Caffe-Bars in Italien. Ein kenntnisreicher Reisefuehrer zu den glanzvollsten Cafe-Bars Italiens.
  Cafes und Restaurants. von Laura Andreini, u. a.. 2000. Diese "Studie der innenarchitektonischen Szene der 90er Jahre" stammt von vier italienischen Innenarchitekten und versamelt nicht nur Cafés und Restaurants sondern auch Bars und Pubs aus aller Welt. Sie sind nach Architekten geordnet: von Jean Nouvel bis zu Philippe Starck
Lavazza. Caffe-Variationen und Dolci zum Genießen.
Kaffee-Kult. von Yasar Karaoglu. 
Cafe Hawelka von Franz Hubmann. Eine Hommage an das Café Hawelka in der Dorotheergasse in Wien.
Kaffee und Kaffeehaus. Die Geschichte des Kaffees. von Ulla Heise 
Europäische Kaffeehauskultur. von Klaus Thiele-Dohrmann. Über das Caffe Florian in Venedig, das Cafe Odeon in Zürich, das Cafe Hawelka in Wien, das Cafe Slavia in Prag, das Caffe Greco in Rom oder das Romanische Cafe in Berlin
Das Café Hawelka in Wien, das Café Gerbeaud in Budapest, das Café Slavia in Prag - drei berühmte Beispiele einer Kultur, die seit den Zeiten Maria Theresias bis heute besteht. Kaffeehäuser waren und sind Wohnzimmer und Zufluchtsort in einem. Die Ober nahmen Anrufe oder Post für ihre Stammgäste entgegen, und Peter Altenberg, der berühmte Wiener Kaffeehaus-Literat der Jahrhundertwende, gab das Café Central sogar als seine Adresse an. Vom luxuriösen Café New York in Budapest heißt es, der Komponist Ferenc Molnár hätte den Türschlüssel in die Donau geworfen, damit das Café für seine Gäste immer geöffnet hätte. Im Kaffeehaus wurde Politik gemacht, Literaturgeschichte geschrieben, gelacht, geschimpft und natürlich auch gegessen und getrunken.


Das im September 2003 erschienene Buch "Das Kaffeehaus" bietet 120 Originalrezepte, die alle von österreichischen, ungarischen und tschechischen Zuckerbäckern stammen und die Erfahrungen und Kniffe dieser Profis enthalten. Torten, Strudel, Kaffeegebäck, Omeletts, Knödel und Puddings werden zu Hause genauso gut schmecken wie im Kaffeehaus, denn die Schritt-für-Schritt-Rezepte und die ausführliche Warenkunde machen das Nachbacken leicht. Beim Kaffeekränzchen lassen sich zu Spezialitäten wie Einspänner oder Mazagran eine Sachertorte, Kipferl oder ein Guglhupf genießen, so üppig, süß und köstlich, wie es schon die k. u. k. Gesellschaft liebte. Die meist böhmisch beeinflussten Mehlspeisen, wie Palatschinken oder Powidltascherln, schmeicheln dem Gaumen und dem Auge gleichermaßen. Auch wenn die Beziehungen zwischen Österreich, Ungarn und Tschechien nicht immer die besten waren, die Küche blieb grenzüberschreitend den alten Traditionen treu.


Die Gerichte sind oft nach berühmten Komponisten, Politikern, Prinzen oder Generälen benannt. Die Esterházyschnitten, jene berühmten Nussschnitten, gefüllt mit Kirschbuttercreme, heißen nach einer ungarischen Fürstenfamilie, die die Musik und die Kochkunst förderte. Das ungarische Nationalgebäck Rigó Jancsi, ein Schokoladenkuchen mit Cremefüllung, trägt den Namen eines Geigers, der in einem Pariser Hotel die Damenwelt bezauberte. Solche Anekdoten und Geschichten aus der Blütezeit des Kaffeehauses sowie Kurzporträts der berühmten Cafés (mit Adressen und Öffnungszeiten) tragen zum Charme des Buches bei. Denn das Kaffeehaus ist viel mehr als seine klassischen Backwaren, es ist, wie Alfred Polgar schrieb, ein Ort für "Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen". 


Der Autor Rick Rodgers ist Gewinner des Bon-Appétit-Preises als bester Kochlehrer des Jahres 1999 und hat bereits 20 Bücher veröffentlicht. Für "Das Kaffeehaus" recherchierte er in Wien, Budapest und Prag. Im amerikanischen Radio und Fernsehen tritt er häufig auf, als Koch, Berater und Pressesprecher für diverse Lebensmittelkonzerne. Er lebt in New York. (Quelle: Pressemitteilung des Christian Verlages).
Aktualisiert am 9. September 2003