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Interaktivität und Flow
 

Interaktivität und Flow

Visionär schrieb Bertolt Brecht bereits 1932, so als würde er die spätere Entwicklung hin zum interaktiven Internet ahnen: 
"Wenn Radio wüßte, wie man den Hörer sowohl sprechen als auch hören lassen könnte, wie man ihn in Beziehung bringen könnte, anstatt ihn zu isolieren, dann wäre Radio der erstmögliche Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens. So sollte es sich dann verabschieden, nur Zulieferbetrieb zu sein, und seine Hörer als Teil des Ganzen betrachten." (Bertolt Brecht: Radio - eine vorsintflutliche Erfindung?, in: Gesammelte Werke, Schriften 2, Frankfurt 1967)
 
 
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Erstaunlicherweise wird von vielen kommerziellen Seiten zu wenig Wert auf Interaktivität gelegt. Dies zeigt unsere kritische Durchsicht der Websites von Brauereien, aber auch eine Studie von Fletcher Research's vom April 1999 über führende kommerziell Websites in Großbritannien, wonach nur 17 Prozent aktiv zu Interaktion und Feedback ermutigen. 


Roger C. Parker karikiert in seinem Mitte 2000 erschienenen Buch "Streetwise Relationship Marketing on the Internet", drei Typen von Websites: 
  • innengerichtete Sites, erstellt aus der Sicht des Unternehmens und nicht aus der Sicht der Besucher. Oft wird dabei die Aufbauorganisation des Unternehmens der Struktur der Site zugrunde gelegt oder auch auch die Sortimentsstruktur. 
  • nur informierende  Sites, die eine Broschüre ins Netz stellen und vergessen, in einen Dialog mit dem Besucher einzutreten.
  • transaktionsorientierte Sites, die voraussetzen, daß jeder Besucher zum Kaufen bereit ist und keinen Versuch unternehmen, eine anhaltende Kundenbindung zu schaffen.
Stattdessen empfiehlt er beziehungs-orientierte Sites, also zu versuchen, einen anhaltenden Kontakt zu den Kunden aufzubauen und lebenlang zu entwickeln.

Flow

Internet-Nutzer gehen nicht immer gezielt auf Informationssuche - viele streifen eher ziellos durchs weltweite Netz. Das hat eine Ende 1999 vorgestellte Studie "Nutzerverhalten in elektronischen Medien" des Instituts fuer Marktorientierte Unternehmensführung der Universität Mannheim herausgefunden. Für nicht Wenige sei der ungerichtete virtuelle Erkundungstrip mit angenehmen Empfindungen verbunden und werde deshalb um seiner selbst Willen praktiziert. Surfen gewähre ein hohes Mass an Selbststeuerung beim Informationskonsum. Dieser angenehme Erlebniszustand sei ein wesentlicher Faktor für die Kundenmotivation beim Electronic Commerce. Die Schnelligkeit der Rückmeldung sowie die Lebendigkeit der Internet-Seiten werden als die zentralen Entstehungsfaktoren für "Flow" angesehen. 


Bei quantitativen Analysen wird zwischen der "Verweilzeit" (view time), also wie lange sich Nutzer mit einer Seite oder auch der Website beschäftigen, und der "Systemresponsezeit", also wie lange Besucher auf eine Seite oder eine Antwort warten müssen, unterschieden. Ein Besuch läßt sich als abwechselnde Folge von Verweilzeiten und Systemreponsezeiten darstellen. Optimale Folgen (im Sinne hoher Nutzerzufriedenheit oder auch im Sinne der Errreichung von Zielen der Website) hängen nicht nur von Eigenheiten der Site ab, sondern auch von Gegebenheiten auf Seiten des Nutzers (wie Art des Zugangs, Browser, Internetkenntnisse und -erfahrungen, Behinderungen, Surfverhalten, z.B. surfen erfahrene Nutzer oft parallel in verschiedenen Browserfenstern) und des Internets zum Zeitpunkt des Besuchs (etwa der Netzauslastung).

Interaktvität

Oft wird unter Interaktivität nur verstanden, dass Nutzer nach eigenen Vorgaben aktiv Informationen auswählen können ("navigational interactivity") oder daß der Nutzer ein Feedback erhält ("functional interactivity"). Wir verstehen unter interaktiv hingegen einen responsiven, konstruktiven und nachvollziehbaren Austausch zwischen Website und User sowie der Nutzer untereinander und die Generierung von nutzerabhängigem Content ("adaptive interactivity"). 


Einer der Vorteile von Online-Communities sei, so wird gelegentlich behauptet, daß die Nutzer selbst die präsentierten Inhalte erstellen. Dies ist falsch, es sei denn bei den Nutzern handelt es sich um Menschen, die Informationen profession verarbeiten und darstellen wie Journalisten, Lehrer, Berater. In der Regel werden alle Community-Mitglieder, ausreichende Motivation vorausgesetzt, in der Lage sein, kurze Bemerkungen und Kommentare zu einem Thema zu veröffentlichen. Die online-gerechte Aufbereitung umfangreicherer Inhalte ist meist mit viel größeren
Schwierigkeiten verbunden (wenn auch Tools wie Weblogs auch für Anfänger bedienbar sind) und benötigt Betreung, Hilfen, Tipps und Feedback  Nur selten fallen die inhaltliche Kompetenz zu einem bestimmten Thema mit der Kompetenz in Internet-technischen Fragen zusammen und mit der Fähigkeit zum Schreiben, Gestalten oder auch Lehren. Community-Arbeit aus Sicht der Betreiber besteht aus solchen Unterstützungstätigkeiten oder aus der Fätigkeit, solche Unterstützungen zu organisieren.


Abseits.de bietet deshalb eine Fülle vom Möglichkeiten zur Mitarbeit sowohl für Internet-Anfänger, zu denen man die meisten Gastronomen zählen muß, als auch für Profis: Es wurden verschiedene Möglichkeiten der Kommunikation von User zu User eingerichtet:  Diese Möglichkeiten der Mitwirkung der Gäste sollen in Zukunft noch ausgebaut werden. So ist geplant die Gäste/User mitentscheiden zu lassen über die Fragen 
  •  welche Bilder bzw. Künstler in den Gaststätten ausgestellt werden sollen
  • welche Zeitungen und Zeitschriften ausgelegt werden sollen,
  • welche neuen Biere angeboten werden sollen
  • Darüberhinaus wollen wir Sonderangebote vorstellen, die exklusiv für User erhältlich sind und in begrenzter Menge und zeitlich limitiert oder im Windhund-Verfahren ausgelobt werden.

Links

Literaturhinweise 

Aktualisiert am 13. Januar 2003