Keith
Haring
„Er spielte die Rolle des göttlichen Kindes“, heißt es im Vorwort
eines von Elisabeth Sussmann herausgegebenen Taschenbuches über Keith
Haring. Kaum einer hat in den vergangenen Jahrzehnten mit seinen Werken
auf so simple und doch geniale Weise derartig Lebensfreude transportiert
wie er.
Geboren
wurde Keith Haring am 4. Mai 1958 in Kutztown, Pennsylvania. Von 1976 bis
1978 studiert er kurz an einer kommerziellen Kunstschule in Pittsburg.
Eine Retrospektive des Malers Pierre Alechinsk am Carnegie Museum beeindruckt
ihn. Er hat eine erste Einzelausstellung von abstrakte Zeichnungen am Pitsburg
Center for the Arts. 1978 zieht er um nach New York City und studiert an
der School of Visual Arts. In einem ebenerdigen Studio an der 22sten Straße,
wo er sich an den Kommentaren der Passanten erfreuen kann, bemalt er großflächige
Papiere und zeichnet den Malprozeß per Video auf. 1980 organisiert
er Ausstellungen im Club 57 im Erdgeschoß einer Kirche am Saint Mark's
Place, Hausnummer 57. Er nimmt an der Times Square Aussstellung teil, einer
wichtigen Ausstellung neuer Kunst. Er zeichnet erstmals mit Tieren und
menschlichen Gesichtern. 1981 macht er seine ersten Kalkzeichnungen auf
schwarzem Papier und bemalt Plastik, Metall, gefundene Gegenstände
und Gartenstatuen. Es folgen hochgelobte Ausstellungen von Zeichnungen
und Graffiti Art im Mudd Club und eine Einzelausstellung im Club 57. Beteiligung
an der New York New Wave Ausstellung in New York City. Bemalung einer Wand
eines Schulhofes in der Lower East Side. Er trifft sich mit dem Graffiti
Künstler L.A. II (Angel Oritz), mit dem er 1982 zusammen malt. Erste
Einzelausstellung in der Tony Shafrzi Gallery in New York City. Teilnahme
an der Documenta 7 in Kassel. Zeichnung einer 30-Sekunden-Animation für
ein Laufband am Times Square, welches dort einen Monat lang ununterbrochen
gezeigt wird. 1983 beteiligt er sich an der Whitney Biennale und der Sao
Saulo Biennale. In der Fun Gallery, New York City, der Robert Fraser Gallery,
London, und der Galerie Watari in Tokyo werden Werke von ihm und L.A. II
ausgestellt. Zweite Ausstellung in der Tony Shafrazi Gallery. Er trifft
sich mit Andy Warhol. 1984 bemalt er Wände
in Sydney, Melbourne, Rio de Janeiro, Dobbs Ferry, Minneapolis und Manhattan.
Für ein Geschäft in Zürich gestaltet er eine Sechzig-Sekunden-Animation.
1985 beginnt er auf Leinwand zu malen. Gleichzeitg werden von ihm Malereien
in der Tony Shafrazi Gallery und vollfarbig bemalte Stahlskulpturen in
der Leo Castelli Gallery in New York City gezeigt. Einzelausstellung im
Museum für zeitgenössiche Kunst in Bordeaux. Teilnahme an der
Paris Biennale. Bühnenbilder für "The Marriage of Heaven and
Hell" für das Nationalballet von Marseille. 1986 hört er damit
auf, Untergrundbahnen zu bemalen. Einzelausstellung im Stedelijk Museum,
Amsterdam. Drei große Skulpturen von ihm werden vorübergehend
auf dem Hammarskjold-Platz in New York City, aufgestellt. Eröffnung
des "Pop Shops", eines Ladens, in dem seine Werke und Vervielfältigen
verkauft werden. Er bemalt Wände in Amsterdam, Paris, Phönix
und Berlin. Für ihr Video "I'm not perfect" bemalt er den Körper
von Grace Jones. 1987 hat er Einzelausstellungen in Helsinki, Antwerpen
und Knokke. In der Tony Shafrazi Gallery zeigt er bemalte Stahlmasken und
Malereien auf Leinwand. Er engagiert sich bei Kunst gegen Aids, einer Benefiz-Ausstellung,
und bemalt Mauern in Düsseldorf, Paris, Antwerpen und Knokke. Für
Tokyo zeichnet er Straßensymbole. 1988 wird eine Filiale des "Pop
Shops" in Tokyo eröffnet. Zusammen mit Kindern bemalt er Wände
in Chicago und Atlanta. 1989 engagiert er sich in der Widespread Kampagne
für die Aids-Vorsorge und bemalt Wände in Monaco, Chicagom, New
York, Iowa City und Pisa. Die gemeinnüztige Keith Haring-Stifung wird
gegründet. Ausstellung in der Galerie 121 in Antwerpen. Am 16. Februar
1990 stirbt er.
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