"Der vegetarische Lebensstil ist in der Mitte der Gesellschaft
angekommen", so Thomas Schönberger, Vorsitzender des Vegetarier-Bundes
anläßlich des 110-Jahresfeier
seines Verbandes am 9. Juni 2002 im ältesten vegetarischen Restaurant
Deutschlands "Hiller" in
Hannover. Indizien dafür seien neben dem positiven Imagewandel des
vegetarischen Essens das deutlich verbesserte vegetarische Angebot in Supermärkten
und in der Gastronomie sowie die Tatsache, dass mittlerweile auch bisher
reine Fleischfirmen zunehmend vegetarische Produkte anbieten. Aber auch
die harten Zahlen zeigten den Trend zum Vegetarischen auf. Schönberger:
"Die Zahl der vegetarisch lebenden Menschen ist von 0,6% im Jahr 1983 auf
heute etwa 8% angestiegen. Trendsetter dieser Entwicklung sind vor allem
junge Frauen mit einem höheren Bildungsstand."
Vegetarier essen nichts vom getöteten Tier - das ist der
einfachste gemeinsame Nenner. Es gibt jedoch unterschiedliche Arten, sich
vegetarisch zu ernähren:
Ovo-Lacto-Vegetarier essen kein Fleisch, aber weiterhin Eier und
Milchprodukte.
Lacto-Vegetarier essen kein Fleisch, keinen Fisch und keine Eier.
Veganer ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen
Produkten.
In Speisen, die den lakto-vegetarischen Ernährungsrichtlinien entsprechen,
dürfen nicht enthalten sein:
Fleisch und Wurst
Fisch
Eier (auch in Form von Eiernudeln)
alles, was fleischliche Substanzen enthält, wie Gelatine, Fleischbrühwürfel
und Majonaise
Käse, der tierisches Lab enthält
Alkohol
Gemüse, Getreide und Milch dürfen enthalten sein.
Vegetarische Restaurants werden neuerdings gerne auch als Selbstbedienungsrestaurants
oder Teil-Selbstbedienungsrestaurants konzipziert.
So
hat sich das "Hiltl" in Zürich,
das älteste vegetarische Restaurant Europas, mit "tibits"
ein zweites Standbein geschaffen mit abgespecktem Service ("vegetarisches
Fast Food").
Ein zweites, vielfach gelobtes Beispiel ist das von Anna Lander in München,
Frauenstr. 9, - am Viktualienmarkt - entwickelte und seit 1991 betriebene
"buxs", in dem die Gerichte nach Gewicht bezahlt werden.Wie in vielen
vegetarischen Restaurants handelte es sich nicht primär um eine betriebswirtschaftlich
motivierter Hinwendung zu einem vegetarischen Angebot, sondern eher um
einen Ausdruck des persönlichen Geschmacks bzw. der persönlichen
Erfahrung eines Mangels im gastronomischen Angebot. Das Speiseangebot des
"buxs" richtet sich bewußt nicht explizit an Vegetarier und grenzt
damit Nichtvegetarier damit nicht aus. Betont wird vielmehr der gute Geschmack
und Spaß am Essen. Allergikern und Menschen, die Diät halten
müssen, wird durch eine genaue Beschreibung der Inhaltsstoffe die
Auswahl erleichtert. Soweit möglich stammen die Zutaten aus ökologischer
Landwirtschaft. Siehe auch die diversen Kochbücher, an denen Anna
Lander mitgewirkt hat, z.B. das bereits 1996 in ihrem eigenen Verlag erschienene
"Buxs
feine vegetarische Küche, Pflanzerl, Klößchen und Co."
und weitere Küchbücher der Buxs-Reihe:
"Hiltl", Zürich, das älteste
vegetarische Restaurant Europas.
Ryan A. MacMichae beschreibt in seinem Veg
Blog seine Gedanken und Entdeckungen auf dem Weg zu einer fleischlosen
Lebensweise. Man findet Rezensionen von Kochbüchern, Restaurantkritiken,
Rezepte, Links und Nachrichten, kunterbunt gemischt und mit einem Anflug
von Sarkasmus verfaßt. Für ihn ist die vegetarische Ernährung
"a personal choice that I think is right for me, but I'm not about to force
my beliefs on anyone else".
Bücher
Vegetarisch
nach Lust und Laune. Das 100-Jahre- Hiltl- Buch. von Rolf Hiltl. Die
vegetarische Küche liegt im Trend. Nirgends weiß man das besser
als im berühmten "Hiltl" in Zürich,
dem ersten vegetarischen Restaurant Europas. Zum hundertjährigen Jubiläum
veröffentlicht Rolf Hiltl über 60 der beliebtesten Rezepte aus
der aktuellen Speisekarte. Zudem läßt er die Erfolgsgeschichte
von vier Generationen der Familie Hiltl Revue passieren.