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Gastronomie-Portale
Das Internet löst traditionelle Wertschöpfungsketten auf und
eröffnet damit einer Vielzahl von Marktteilnehmern Chancen, ihrem
angestammtem Platz neue, benachbarte oder auch abgelegene Glieder hinzuzufügen,
vertikal und/oder horizonal zu integrieren oder auch von anderen aus dem
angestammtem Geschäft verdrängt zu werden (siehe
dazu Rayport, Jeffrey F.; Sviokla, John J., Die virtuelle Wertschöpfungskette
- kein fauler Zauber, in: HARVARD BUSINESS manager Nr. 2, 1996, S.
104 - 113).
So ist es kein Wunder, daß sich etliche Marktteilnehmer als zentrale
Anlauf- und Kontaktstelle des deutschsprachigen Gastgewerbes im Internet,
als Herausgeber eines Portals für das deutsch-sprachige
Gastgewerbe zu etablieren versuchen.
Ihnen kommt entgegen, daß Gastronomen in erster Linie
nach Inhalten suchen, die für sie als Unternehmer relevant
sind, beispielsweise
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aktuelle oder Hintergrundinformationen,
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Erfahrungsberichte von Kollegen,
-
Informationen zu Anbietern und deren Angeboten, besonders
in der Pre-Sales-Phase, um für Kaufentscheidungen bedeutsame Informationen
und Kriterien zu ermitteln,
-
Erfolgsbeispiele und
-
wie man Geld sparen kann.
Laut einer Umfrage der Fachzeitschrift "Küche" im Januar 2002 bevorzugen
Köche,
dei zu den fleißigsten Internetnutzern gehören:
-
Informationen über neue Produkte (70 Prozent)
-
Informationen über Hersteller (66 Prozent)
-
Rezeptideen (49 Prozent)
-
Chatten mit Kollegen (27 Prozent)
Der Aufwand der Informationsbeschaffung fällt geringer aus, wenn wichtige
Informationen und Recherchehilfen zu einem Thema auf einer einzigen Plattform
zu finden sind.
Der Nutzen der Betreiber content-lastiger Online-Angebote liegt
-
zum einen im Image-Transfer: Er wird als kompetentes Branchenmitglied oder
Themenspezialist wahrgenommen.
-
Zudem kann er sich als nutzer- und kundenorientiert darstellen,
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Hintergrundwissen über eigene Themen und Produkte vertreiben,
-
den Abverkauf seiner Produke fördern,
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Produkt- und Serviceinformationen verteilen,
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Media-Kosten sparen,
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Kunden binden und
-
Vertrauen schaffen.
Viele Portale verfügen über kein tragfähiges Geschäftsmodell;
sie sind unprofitabel und ohne Chance, daß sich dies ändern
läßt. Einzelne Gastronomie-Portal-Betreiber haben bereits resigniert,
so der http://www.gastro-navigator.de (scheinbar nicht mehr online),
ein Projekt von Webdesignern, am 11. Mai 2001, und die Metro mit ihrer
dayconomy.de
am 23. Mai 2001. Dayconomy.de ist zuvor mit dem (An)spruch angetreten:
"Wir wollen das Windows fürs Gastgewerbe werden" (Quelle: Foodservice).
Einige sitzen noch in den Startlöchern wie das Gastgewerbe
Magazin und zählen ihre Groschen, andere tummeln sich schon mehr
oder weniger erfolgreich:
-
Fachzeitschriftenverlage, unter anderem
das Portal cafe-future.net des
Deutschen
Fachverlages, in dem Content einer Reihe von Fachzeitschriften recycelt
wird. Der von diesem Portal herausgegebene Newsletter hat laut eigenen
Angaben mehr als 5.000 Abonnenten und damit erheblich mehr als der von
Abseits.de herausgegebene Gastronomie Newsletter.
-
Fachbuchverlage
-
Lieferanten, z.B. Gastrofix mit Gastro.de,
einer der ersten gastronomie-spezifischen deutschen Websites (so sah Gastro.de
am 27.12.1996 aus), Apollinaris/Schweppes mit Gastromarketing.de
und mit gourmetguide.com, einem
deutschlandweiten Gastronomieführer (in Kooperation mit der guideguide
AG). Die Brauerei
Becks & Co.
und die
Ernest & Julio Gallo Winery
versuchten unter Gastro-X.de eine "neutrale" Plattform, ein Online-Bestellsystem
für die Gastronomie und den Getränkefachgroßhandel zu etablieren
(die Site ist aber nicht mehr erreichbar). Anstich.de
ist eine gelungene Seite zum Thema Getränkeausschanktechnik. Mit ihrer
Bierakademie
bietet die österreichische Brau Union AG eine Website mit Nutzwert
für die Zielgruppe Gastronomie und sticht damit aus der Vielzahl von
selbstverliebten Brauerei-Sites hervor. Der Getränkefachgroßhandel
versucht mit einer Business-to-Business
Plattform, neue Geschäftsfelder zu erschließen und Kosten
zu senken. Die Hamburg-Mannheimer Versicherung
versucht sich mit Hogate, die
Koebler Bad-Design GmbH in Düsseldorf mit der Hotelwelt.com
und Doorway-Domains wie
Hoteleinrichtung.de und Hotelbad.com. und die Getränke Essmann GmbH
in Lingen mit dem informativen Online-Journal Essmann's
Esspertise.
-
Schulen, Aus- und Weiterbildungsstätten.
So hat die Hotelfernschule Poppe
& Neumann Grävenwiesbach der Metro für deren, inzwischen
gescheitertes Projekt Dayconomy.de
Content zugeliefert.
-
Fachlehrer, z.B. plant Andreas
Lingl unter der Domain Gastronomiefortbildung.de
einen "innovativen Infodienst für Fort- und Weiterbildung in der Gastronomie".
Nach einer Kochausbildung im Augsburger Hotel Riegele ist der am 24. August
gerade mal 31 Jahre alt gewordene "Koch aus Leidenschaft" unter anderem
als Produktionsleiter im Augsburger Zentralklinikum tätig gewesen.
Zur Zeit unterrichtet er als Fachlehrer in der Berufsschule II in Augsburg.
Er ist Ausbilder nach AEVO, diätetisch geschulter Koch DGE, Küchenmeister
IHK und Controller KMB. Als Fachbuchautor schreibt er für das Handbuch
für Führungskräfte in der Gemeinschaftsverpflegung "Modernes
Küchenmanagement" der Dr. Josef
Raabe Verlags-GmbH. Bei der IHK sitzt er in den Prüfungsausschüssen
für Koch/Köchin und Ausbildung der Ausbilder. Ausserdem ist er
aktives Mitglied im Verein Goldene Kochmütze e.V. und gibt Kochkurse
an der VHS Augsburg. Seit seiner deutschen Meisterschaft 1993 hat er bei
zahlreichen Kochwettbewerben
hervorragend abgeschnitten.
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Branchen-, Berufs- und Fachbände
-
Einkaufsgenossenschaften wie die österreichische hogast
-
Unternehmensberater. So ist Gastronomie.de
ein Projekt der Management-Beratung
Willing in Kooperation mit der Checkpoint
Charlie GmbH und hat große
Ambitionen. Diplom-Betriebswirt Rainer willing ist ein ehemaligen TRINKs-Firmenleiter
(eine Nestlé-Beteiligung), GEVA-Geschäftsführer
und heute Strategieberater in der Getränkebranche.
-
Spitzenköche.
-
einzelne Gastronomen bzw. Gastronomie-Betriebe,
etwa
wir mit Abseits.de oder auch, vermutlich
ohne die Absicht, ein Portal zu etablieren, die preisgekrönte Website
des Hotelgaststätte Zur Krone.
Gastrofuehrer.de
ist ein Projekt von Paul F. Bentin, Gastronom im Oberer See. Chef
Smiler's Restaurant Resources wird betrieben von einem Restaurantmanager,
der bereits 1995 diese Site gestartet hat. OntheRail
wird herausgegeben von Gary Epting und Janet Fouts, die sich als "refugees
from the restaurant industry" bezeichnen. Sie haben sich im Restauant "Square
One" in San Francisco kennengelernt, wo sie als Küchenchefin und er
als Kellner gearbeitet haben. Seit 1996 beschäftigten sie sich
nebenbei an ihren Computern. Seitdem ist ihre Website zu einer Anlaufstelle
für Profis in allen Feldern der Gastronomie gewachsen. Ihre Newsgruppen
und Foren sind sehr aktiv. Ontherail bietet Pressemeldungen der Industrie,
Jobangebote und informiert über Events. Markus Trenkle vom Hotel
Pension Hofgarten in Freiburg-Gundelfingen, ist Webmaster von Gastronomie-Service.de.
Er ist Hotelbetriebswirt mit 17 Jahren Praxiserfahrung als Pächter
und Eigentümer verschiedener gastronomischer Betriebe.Petra imd Stefan
Clausen betreiben das hbw-portal.de,
ein Portal für Hotelbetriebswirte. Zu dieser Gruppe rechnen wir auch
einzelne, herausragende Websites der weltweiten und regionalen
Hotelketten
und Systemgastronomen, die sich in der Regel
aber auf eine Präsentation des eigenen Unternehmens konzentrieren.
Hotelbetriebswirte
Online ist ein Projekt von Petra und Stefan Clausen.
-
freie Journalisten, so Herbert Latz-Weber
mit seinem
Getränke
Newsletter online, der aber auf die Getränkewirtschaft zielt,
oder der Marketing-Berater Heiko
Vanselow oder der Kölner Restaurant-Kritiker Joachim
Römer.
-
themenübergreifende Portale, die auch gastronomische Themen
ansprechen, aber aus der Sicht von Gästen.
-
Restaurant- und Hotelführer. Besonders
Marcellino's
weitet seine redaktionellen Inhalte aus, bereitet Dienstleistungen für
Gastronomen vor und zweitverwertet sie beim Content-Broker 4content.de.
-
sonstige, z.B. GastroFacts
Online GmbH in der Schweiz. "Ziel ist eine Wissensplattform für
Angebot und Nachfrage, ein Kommunikations-Marktplatz und ein Branchen-Netzwerk
für Gastronomie, Hotellerie und deren Zulieferindustrie aufzubauen
und zu fördern. GastroFacts erstellt dazu für die verschiedenen
Teilnehmer eine einfach zu bedienenden Internetmarktplatz, der Informationen
und Dienstleistungen zu nationalen und regionalen Firmen in den Bereichen
Produkte, Food& Beverage, Business, Marketing, Personal, Finanzen und
Informatik enthält. Daneben den Firmen und Dienstleistungs-Anbietern
als Träger für ihre Marktaktivitäten wie z.B. Verkaufsangebote,
Verkaufsförderung und deren Bewerbung dient." Ausführliche
Reportage über GastroFacts im Magazin "Salz und Technik" Ausgabe 2
/ 2002 (PDF). Salz & Technik hat Andreas Krumes von anläßlich
der Verleihung des "Best of Swiss Web" interviewt: "PacMac,
was sonst". Ein weiteres Beispiel ist Hotel-speziell.de
- ein Marktplatz für deutsche Hotelarrangements zu Feiertagen, besonderen
Anlässen und zu regionalen Events und Spezialitäten, eine Idee
von Dipl.-Ing. Sabine Oertel und Dipl. Film-&Fernsehwiss. Kerstin Leppin.
Ökonomisch interessant erscheinen besonders die gastronomischen Anzeigenmärkte
und Reservierungssysteme:
-
Hinter Gastro Lloyd steht die
Blinx GmbH, ein Kleinanzeigen-Verlag. Gastro Lloyd ist meines Wissens die
einzige Gastro-Website, die
ihre Auflage von der IVW.de kontrollieren läßt. Nachtrag:
Ende 2003 ist die Fachzeitschrift Gastronomie-Report
hinzugekommen.
-
Job-Börsen, die eigentlich kein
themenübergreifendes Portal anbieten wollen, aber den gastronomischen
Arbeitsmarkt abzudecken versuchen.
-
Gastro-Objekt-Pachtbörsen,
die sich analog den Markt für gastronomische Pacht- und Kaufobjekte
herausgreifen.
-
Hotel-Reservierungssysteme.
Wer wird sich unter der Vielzahl der Wettbewerber durchsetzen?
Wer - wie wir - versucht mitzuspielen, setzt sich dem Verdacht aus, nicht
objektiv an diese Frage heranzugehen.
Viele Portale haben mit dem Problem zu kämpfen, daß sie
alle mehr oder weniger zeitgleich auf dieselbe Idee gekommen sind und keinen
USP besitzen. Die Vielzahl der Anbieter erschwert den Gastronomen den Durchblick,
zumal die meisten Portale sich eher von einander abzugrenzen versuchen
statt miteinander zu kooperieren und ihre spezifischen Stärken
zu bündeln. Ein Beispiel ist die Vielzahl der Foren,
die in der Regel wenig Beiträge enthalten oder die meisten Gastro-Pachtbörsen.
Es ist halt einfacher, eine Datenbank zu installieren, als für eine
rege Nutzung zu sorgen.
Eine große Finanzkraft und erhebliche Investitionen führen
nicht unbedingt zum Erfolg. Dies zeigt das Beispiel dayconomy.de.
Wer viel Geld in die Hand nimmt, überlegt sich halt auch, ob es sich
rechnet.
Eine Übersicht über die Ausgaben und die zeitliche Verteilung
von Online-Werbung einer Auswahl der größeren Gastronomie-Portale
finden sich in der Datenbank
von Digitale Hanse (Auswahl: Werbetreibende / Verzeichnisse / Gastronomieführer).
Eine große Organisation kann, neben vielen Vorteilen, auch bedeuten,
daß das übergeordnete Management vom Internet nichts versteht,
Entscheidungen lange dauern, Berührungsängste (etwa bei
Partnerschaften) groß sind und viele Rücksichten, z.B.
auf Anzeigenkunden eines hauseigenen Printmediums, genommen werden (müssen).
Beispiele verkneife ich mir, denn sonst erzählen mir die Kollegen
nichts mehr von Hempels |
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