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Expertenportale
 

Expertenportale

Neuerdings versuchen einige Sites, das Know How von Usern kommerziell zu verwerten. Dabei legen einige deutsche Sites die Vermutung nahe, daß versucht wird, erfolgreiche englischsprachige Vorbilder nachzubauen. Das ist ja nichts Ehrenrühriges, aber manchmal peinlich, wenn über die Ideengeschichte schwadroniert wird. Clickfish.com (wurde im April 2002 eingestellt) hat mir in diesem Zusammenhang sehr imponiert, weil einer der Gründer die amerikanische Website About.com offen als sein Vorbild ausweist. Siehe ein Interview mit Torsten Appel von sagmal.de. 


Drei Konzepte lassen sich unterscheiden:  Ein ähnliches Konzept sind Meinungsportale, die Empfehlungen von anderen Verbrauchern bündeln.Testimonials, also Empfehlungen von Kunden eigener Produkte, wie auch Beurteilungen und Rezensionen über gehandelte Produkte und Dienstleistungen spielen auch bei E-Commerce-Websites zur Stärkung des Vertrauens in diese Produkte und als Zusatznutzen eine bedeutende Rolle. Diese werden durch Meinungsportale anbieterübergreifend und mehr oder wenig anbieterunabhängig gebündelt. In einer Untersuchung von ComCult Research Berlin gaben über 70 Prozent der Befragten an,  Rezensionen anderer Nutzer vor einer Kaufentscheidung zu konsultieren und 55% tun dies bei Meinungsportalen im Internet. Im Vergleich mit Produktpräsentationen bei Onlineshops genießen die Käuferrezensionen vor allem eine höhere Glaubwürdigkeit (57,6%) und werden von 53,7% der Befragten als unabhängiger eingestuft als die Produktbeschreibungen der Online-Shops. 

Beispiele für Meinungsportale, bei denen die Meinungsäußerer mit Geld oder Webmiles belohnt werden:

Redaktionelle Konzepte

User werden als "Guides" verpflichtet werden, die sich im Kern um die inhaltliche Gestaltung von Webseiten kümmern. Ein Content Management System wird zur Verfügung gestellt. Die Guides werden an den Erlösen ihrer Seiten beteiligt. Die Betreiber kümmern sich um die Vermarktung.
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Beispiele sind:  Das deutsche Experten-Portal Clickfish.de hat Anfang 2002 Insolvenz angemelet (siehe dazu Klaus Patzwaldt's at-web.de) und wurde am 13. April 2002 abgeschaltet. Bei einer Bewerbung als Experte bei Clickfish.de hatte es sich empfohlen, vor allem darzulegen, was einen zum "Experten" macht und wie man sich die eigene Guide-Seite vorstellt (Struktur, Inhalte). Anfangs ist es zeitaufwendig, die ganze Seite einzurichten. Danach kontrolliert man regelmäßig die Links und erstellt wöchentliche Schwerpunktthemen. Von Anfang an bekommt man dabei Unterstützung durch den jeweiligen "Category Manager". Unweigerlich bleibt man durch die Guide-Tätigkeit in seinem Thema auf dem laufenden, so daß sie fast als "bezahlte Fortbildung" angesehen werden kann.

Lern-Communities 

Die Betreiber verpflichten Moderatoren, Tutoren, stellen Webspace und Tools für Online-Workshops zur Verfügung und vermarkten das Angebot. Die Erlöse stammen überwiegend aus Teilnehmergebühren. Die Tutoren werden an diesen Erlösen beteiligt. Aus der Sicht der Tutoren ist zu bemängeln, dass sie zwar an den Kursgebühren beteiligt werden, nicht aber an den zusätzlichen Erlösen, die die Site etwa aus Werbung, Provisionserlösen beim Verkauf von Lernmitteln usw. erzielt. Konzepte, die eine solche Beteiligung an nicht unmittelbar zuzurechnenden Erlösen, beinhalten, etwa in Form einer Mitarbeiterbeteiligung (z.B. per Aktienoptionen) könnten für erfolgreiche Tutoren attraktiver sein. Andererseits profitieren Tutoren auch von einer durch die Aktivitäten der Site gesteigerte Bekanntheit und dem Image der Site. 
Beispiele sind
  • die mit über 10.000 Mitgliedern größte deutschsprachie Online-Learning-Community Akademie.de und 
  • EnglishTown.de
  • Eine kostenlose Variante ist Learn.com.
  • KaplanCollege.com bietet Hunderte von Online-Kursen für Berufstätige.
  • ThinkQuest "is a global network of students, teachers, parents and technologists dedicated to exploring youth-centered learning on the Net". 
  • Erst seit Sommer 2000 nutzt der Bertelsmann-Konzern in Form einer Barnes And Nobles University eine intelligente Verknüpfung von Online-Kursen und dazu passenden Angeboten von Lernmaterialien (Bücher aber auch EDV-Zubehör, etwa Digitalkameras und Scanner bei Kursen zum Webpublishing). Siehe auch unsere Seite über "Virtuelle Universitäten". 
Lern-Communities basieren auf einer Theorie des informellen Lernens von Etienne Wenger, die davon ausgeht, daß das praktische, gesellschaftliche Engagement der fundamentale Prozeß ist, durch welchen wir wissen, was wir wissen, und durch den wir werden, wer wir sind. In seinem Werk  Communities of practice: learning, meaning, and identity (Cambridge University Press, 1998) erläutert er, daß die primäre Einheit dieses Prozesses weder das Individuum sei noch die sozialen Institutionen, vielmehr die informellen "communities of practice", denen Menschen zeitweise beitreten. 

Beratungs-Konzepte

User, die sich in bestimmten Bereichen auskennen, werden als Berater verpflichtet. Die Erlöse stammen aus Beratungsgebühren, die von der in Anspruch genommenen Zeit abhängen. Die Berater werden an diesen Beratungsgebühren beteiligt (z.B. bei Questico mit 70%). 
Ungeklärt ist bei diesen Sites nach meiner Meinung die Frage der Haftung für falsche Beratungen und die Zulässigkeit einer Beratung durch Laien in solchen Fällen, in denen der Gesetzgeber eine Qualifikation oder eine Zulassung verlangt oder zumindest der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung angeraten ist (etwa Mediziner, Apotheker, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Psychotherapeuten, Heilpraktiker usw.). Nun wird niemand etwa als Rechtsanwalt beratend tätig werden, ohne einer zu sein. In der Praxis sind die Übergänge aus der Beantwortung anderer Fragen zu Rechtsfragen jedoch häufig fliessend. Den teilweise unerfahrenen Beratern, die in solchen Konzepten tätig werden, drohen damit erhebliche Risiken, die möglicherweise durch AGBs der Betreiber weder ausgeschlossen noch auf sie abgewälzt werden können. Letztlich werden sich wohl die Gerichte um Klärungen zu bemühen haben, wie auch früher schon bei den Online-Auktionen
Auch eine "Zufriedenheitsgarantie", wie sie Questico verspricht ("Wir möchten, dass jeder Anruf bei Questico zu Ihrer vollsten Zufriedenheit verläuft. Falls dies einmal nicht der Fall ist, wird Questico bei berechtigten Reklamationen die Gebühren für den Anruf nach Prüfung der Reklamation auf Ihr Konto zurückerstatten") kann nach meiner Meinung den Fall, dass ein Kunde zwar zufrieden ist, sich aber später herausstellt, dass die Befolgung des Rats einen Schaden verursacht hat, nicht ausschließen. 
  Beispiele sind meome (fand Anfang 2002 Unterschlupf bei Freenet, verlor aber völlig seine Unabhängigkeit, sogar die Inhalte der Portal-Domain wurden aufgegeben. Siehe dazu einen Artikel von Klaus Patzwald: "meoMe zieht um")und Questico in Deutschland und Wetellyou.ch in der Schweiz sowie  das englischsprachige Vorbild Keen.com. Die Möglichkeit, zu den Qustico-Beratern per Telefon Kontakt aufzunehmen, scheint vielen wenig erfahrenen Nutzern entgegenzukommen. Questico plant die Einführung von "paid emails", also eines kostenpflichtigen Abonnements von Newslettern. Kostenlose Varianten sind wer-weiss-was.de und die englischsprachige, auf IT-Fragen fokussierte Experts-Exchange.com, die Ratgebende durch die Vergabe von Punkten und die Aufnahme in eine "Hall of Fame" zu motivieren versucht. askme.com versucht die Berater durch die Aussicht auf Gewinne zu motivieren. Infosphinx vergibt Punkte, die möglicherweise irgendwann einmal in Sachpreise umgetauscht werden können.
Weitere Sites sind:  Das Konzept wechselseitiger Hilfe ist von Anfang an ein wesentliches Element des Internets, meist in der Form von Newsgroups.

Weiterführende Webseiten 

Buchempfehlungen

Für Diskussionsbeiträge zu diesem Thema sind wir dankbar.
Aktualisiert am 5. Februar 2006
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