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Euro-Einführung
 

Was bedeutet die Einführung des Euro für die Gastronomie?

Die Beratung der Banken über die Einführung des Euro ist äußerst mangelhaft. Zumindest wird, wer bei den Hotlines auf fachkundige Information hofft, vielfach enttäuscht. In vielen Fällen wissen die Telefonisten keine Antwort. Oder sie wimmeln die Fragen ab und verwiesen auf das bankeigene Informationsmaterial. Bei fast allen Anrufen bitten die Hotliner um die Adresse des Anrufers, so daß man den Eindruck bekommt, mit den Euro-Hotlines sollen eher neue Kunden gewonnen werden. Zudem ist die Beratung mit bis zu 7,80 Mark für 15 Minuten oft teuer. Positive Ausnahme: die Postbank. Sie übernimmt die Telefonkosten und informiert fachkundig. 


Olaf Hillenbrand beschreibt in seinem Beitrag "Europa als Wirtschafts- und Waehrungsunion" in: Werner Weidenfeld (Hrsg.): Europa-Handbuch, Gütersloh 1999, die historischen Wegmarken der Währungsunion von der Entstehung des EWS in den 70er Jahren ueber das Genscher-Memorandum 1988 bis zum Streit um die Ernennung des ersten EZB-Präsidenten. (PDF-Download). 


Helmut Schieber, Mitglied des Direktoriums der Deutschen Bundesbank, hielt am 22.11.99 eine Rede zum Thema "European Monetary Policy under the Sign of the Euro", in der er Funktion, Aufbau und Ziele der Europaeischen Waehrungsunion kurz und praegnant darstellt. Beigefügt sind Schaubilder und Übersichten (PDF-Download). 


Die Europäische Zentralbank informiert in einer Euro 2002 Informationskampagne.


Empfehlenswert ist der Euro-Fitness-Check der Zeitschrift "Impulse"


Außerdem gibt es mittlerweile einige Bücher zu diesem Thema, die hier online bestellt werden können. z.B. Wendland, Holger: Die hundert besten Checklisten zum Euro. So wird Ihr Unternehmen fit fuer die neue Währung. 1998.


Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband hat in Eigenregie ein  "Euro-Label" entwickelt, welches Aufgeschlossenheit gegenüber der gemeinsamen europäischen Währung signalisiert. Erhalten können dieses Label solche gastronomischen Unternehmen, die 
  • die ausschließliche Anwendung der offiziellen Umrechnungskurse gewährleisten, 
  • die Rundungsregeln beherrschen, 
  • bargeldlose Euro-Zahlungen ohne Zusatzgebühren akzeptieren, 
  • doppelte Preisauszeichnung praktizieren und 
  • Mitarbeiter auf den Euro vorbereiten. 
Diese Unternehmen aus Hotellerie und Gastronomie können das 
"Euro-Label" per eMail anfordern. 


Für eine eigene Recherche nach weiteren Artikeln eignet sich vorzüglich der Euroscanner, eine mehrsprachige, internationale Suchmaschine zum Thema "Euro." 
 
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Ab dem 1.1. 2002 ist der Euro alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel. Dies bedeutet - entgegen vielfach zu findenden anderslautenden Behauptungen, daß ab dem 1.1.2001 niemand - außer der Bundesbank - verpflichtet ist, DM-Banknoten und -Münzen zu akzeptieren.


Ergänzend zu dieser gesetzlichen Regelung gibt es eine von diversen Verbände unterzeichnete Einigung über die „Modifizierte Stichtagsregelung" zur Einführung von Euro-Banknoten und Euro- bzw. Cent-Münzen, wonach DM-Bargeld kann bis zum 28. Februar 2002 bei Handel, Banken und an Automaten faktisch weiterverwendet werden kann. Der DEHOGA zählt zu den Unterzeichner dieses Abkommens.


Die Banken werden noch länger DM in Zahlung annehmen. Sie planen aber, Gebühren für den Bargeld-Umtausch zu verlangen, ausgenommen "haushaltsübliche Mengen". Was "haushaltsüblich" ist, weiß niemand zu sagen - die Commerzbank etwa will nur 1000 Mark in Scheinen und 20 Mark in Münzen gebührenfrei wechseln. 


Angesichts des harten Wettbewerbs unter den Kreditinstituten bleibt aber zu hoffen, daß sich keine Bank oder Sparkasse die Erhebung von Gebühren für den Umtausch leisten kann - zumindest nicht für die Kunden mit eigenem Konto. Zudem sind Einzahlungen auf das eigene Konto in der Regel gebührenfrei, so daß man zumindest bis zum bis zum 28.2.2002 in DM einzahlen und, wenn es denn sein muß, in Euro Bargeld abheben kann.


Es ist aber zu befürchten, daß viele Kunden, verunsichert über drohende Gebühren, versuchen werden, ihr Bargeld und vor allem Münzen im Einzelhandel und der Gastronomie los zu werden. 


Unser Tip:


Wir werden in unseren Gaststätten auch nach dem 28.02.2002 DM-Münzen und -Scheine in Zahlung annehmen, solange wir dieses Geld bei den Banken noch eintauschen können. Wir müssen ohnehin regelmäßig zur Bank, um Bargeld einzuzahlen und ersparen unseren Gästen damit Wege. Wir werden diesen Service für Gäste hervorheben.
Die Druckereien werden spätestens 2001 durch den erforderlichen Neudruck von Katalogen, Preislisten und Formularen aller Art ausgelastet sein. Hinzu kommt der beginnende konjunkturelle Aufschwung, der regelmäßig zu einer stärkeren Auslastung der Druckereien und zu steigenden Papierpreisen führt. 


Unser Tip: 


Wir werden
  •  soweit möglich Druckaufträge vorziehen, 

  •  
  •  für termingebundene Druckaufträge, die nicht verschoben werden können, uns Kapazitäten bei den Druckereien sichern und möglichst frühzeitig Angebote einholen, 

  •  
  •  möglichst viele Drucksachen selbst herstellen (z.B, mit PC und Laserdrucker).
Jahresbilanzen dürften letztmalig für ein im Jahr 2001 endendes Wirtschaftsjahr erstellt werden. Endet ein abweichendes Wirtschaftsjahr wie bei uns Ende Februar, müssen wir spätestens unsere Bilanz zum 28.02.2002 in Euro erstellen. Der frühest mögliche Termin der Umstellung der Buchhaltung ist der 1.1.99.


Unser Tip: 


Wir werden bei nächster Gelegenheit mit unserem Steuerberater festlegen, wann die Buchhaltung auf Euro umgestellt werden soll.  Es ist zweckmäßig, die Buchhaltung nicht im Laufe eines Wirtschaftsjahres umzustellen sondern zu Beginn. 
Es ist zwar zulässig, die Löhne ab dem 1.1.99 in Euro abzurechnen. Erst Anfang Juli 1998 haben die Ministerpräsidenten einen früheren Beschluß aufgehoben, so daß nunmehr die Finanzämter Lohnsteueranmeldungen in Euro ab dem 1.1.99 akzeptieren (wie auch Umsatzsteuererklärungen und -voranmeldungen). Da jedoch sämtliche Bestimmungsfaktoren für die Lohnabrechnung auf DM lauten und die Sozialversicherungsbürokraten sich immer noch weigern, Meldungen in Euro zu akzeptieren, werden wir erst ab dem 1.1.2002 unsere Löhne in Euro abrechnen.


Hinzu kommt, daß Unternehmen, die noch während des Kalenderjahres 2001 die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung umstellen wollen, verpflichtet sind, das Personal zunächst ab- und dann wieder anzumelden, um die Jahresmeldungen an die Sozialversicherungen ordnungsgemäß erstellen zu können. 


Unser Tip: 


Wir werden bei nächster Gelegenheit (z.B. bei einer Betriebsversammlung) unsere Mitarbeiter darüber informieren, ab wann ihre Löhne in Euro abgerechnet werden und was das für sie bedeutet. Da wir nicht an die Tariflöhne gebunden sind, werden wir rechnerisch sich ergebenden ungraden Euro-Löhne und Euro-Lohnstundensätze aufrunden und die Rundungsdifferenen mit anstehenden Lohnerhöhungen verrechnen.


In den letzten drei Monaten vor der ersten offiziellen Lohnabrechnung in Euro werden wir Lohnabrechnungen in beiden Währungen parallel durchführen und den Mitarbeitern Abrechnungen in beiden Währungen aushändigen, damit Fehler und Irritationen vermieden werden können.
Die heutigen Geld- und Warenautomaten werden größtenteils ab 1.1.2002 nicht mehr verwendbar sein. 


Die neuen 50-Cent-Münzen können leicht gefälscht werden: Sie sind ähnlich dick wie die 20-Cent-Münzen und können durch einen metallenen Ring in der Größe so maniupuliert werden, daß sie in Automaten als 50-Cent-Münzen akzeptiert werden. Die Automatenwirtschaft droht bereits damit, daß sie 50-Cent-Münzen nicht akzeptieren wird. 


Deutschlands Automatenbranche warnt vor einer mangelhaften Qualität der Euromünzen. Euro-Staaten prägen längst das neue Geld, ohne sich zuvor auf maximale Toleranzen geeinigt zu haben. Die Abweichungen liegen bis zu 40 Prozent über der üblichen Industrienorm. Der Verband der Deutschen Automatenindustrie will bei der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank auf Besserung dringen. 


Unser Tip: 
  •  Es werden auch nach dem Ablauf der Gültigkeit der DM-Münzen noch viele solcher Münzen auftauchen. Von daher wird es wohl ein Vorteil sein, wenn Warenautomaten (z.B. Zigarettenautomaten) möglichst lange noch mit DM funktionieren. Wir werden mit unserem Automatenaufsteller reden, daß er zumindest einen Teil der Automaten möglichst spät umstellt. 
  •  In den Objekten, in denen es mehre Automaten gibt, soll nur ein Teil sofort umgestellt werden. 

  •  
  •  Bei den Automaten, bei denen wir das Falschgeldrisiko selbst tragen, vermeiden wir dadurch auch, daß wir von der erhöhtem Anteil an Falschgeld nach Einführung des Euros betroffen betroffen sein werden.

  •  
  •  Wir werden bei den Automatenaufstellern darauf dringen, daß sie keine Automaten verwenden, die 50-Cent-Münzen akzeptieren. 
Die Währungsunion erfordert eine umfassende Überprüfung der Preisgestaltung. Es ist nicht einfach damit getan, die Preise umzurechnen. Insbesondere, wenn mit Preisstaffelsystemen gearbeitet wird, müssen teilweise Produkte gestrichen werden oder die angebotenen Volumen oder Rezepturen geändert werden. 


Viele Lieferanten so die Brauereien planen, die Preise bis zum 30.6.2000 oder ab dem 1.1.2001 massiv zu erhöhen. In den letzten sechs Monaten vor der Umstellung auf den Euro werden die Herstellerpreise hingegen weitestgehend stabil bleiben, weil man dem Groß- und Einzelhandel Gelegenheit geben will, seine Preisumstellung vorzubereiten.


Unser Tip: 


Wir rechnen mit Preiserhöhungen unserer Lieferanten von 5 bis 10%! Wir werden bereits bei unserer nächsten Speise- und Getränkekarte davon ausgehend alle Preise in DM und Euro kalkulieren und die notwendigen Sortiments, Volumen- und Rezepturänderungen bereits zu diesem Zeitpunkt umsetzen, so daß später die DM-Preise im wesentlichen nur noch umgerechnet werden müssen.
Aufgrund der Möglichkeit zu europaweiten Preisvergleichen werden die Informations- und Suchkosten reduziert, was zu einer zunehmenden Markttransparenz führen wird. Da die Geldumtauschkosten wegfallen, werden ausländische Beschaffungsmärkte zunehmend an Bedeutung gewinnen bzw. neue Beschaffungswege, z.B. über elektronische Netze entstehen. Tendenziell dürften daher die Beschaffungskosten sinken. 


Unser Tip:


Wir beginnen bereits heute uns vor allem per Internet in der EU umzuschauen, ob wir bestimmte Produkte aus dem europäischen Ausland direkt beziehen können.
Für ausländische Touristen, die nach Deutschland kommen, verringern sich die Kosten, da sie kein Geld mehr umtauschen müssen. 


Unser Tip: 


Wir bemühen uns in Zukunft verstärkt um Gäste aus der EU:
  •  Wir informieren uns darüber, aus welchen Ländern Gäste ganz besonders gerne kommen.

  •  
  •  Wir kooperieren mit Sprachschulen, in denen Ausländer deutsch lernen können.

  •  
  •  Wir kooperieren mit lokalen, import- oder exportorierten Unternehmen, die Gäste aus dem Ausland attrahieren (z.B. Außendienstmitarbeiter ausländischer Firmen), Messegesellschaften.

  •  
  •  Wir kooperieren mit der Universität, die ausländische Studenten, Mitarbeiter und Austauschwissenschaftler, Teilnehmer an Kongressen usw. anzieht (z.B. Akademisches Auslandsamt)

  •  
  •  Wir bieten Informationen (Speisekarten, Hausprospekte, Webpräsenz usw.) in anderen Sprachen an.

  •  
  •  Für das Marketing von ausländischen Zielgruppen nutzen wir insbesondere die Möglichkeiten des Internets.
Die Einführung des Euros wird entgegen der Aussagen der Politiker und der Banken das Zinsniveau in Deutschland um 0,4 Prozent erhöhen. Das Preisniveau wird trotz erleichterter Importe vor allem wegen der mit der Euro-Einführung verbundenen Kosten steigen. So hat die Brauerei-Industrie bereits damit gedroht, die Euro-Einführung zum Anlaß zu nehmen, die Bierpreise zu erhöhen. Auch ein bedeutender Spirituosenhersteller begründet eine im ersten Halbjahr 1999 geplante Preiserhöhung mit einer "letzten Chance für Preiserhöhungen vor der Einführung der Euro-Währung". Mit Blick auf den Euro und neue Schwellenpreise trage sich offenbar eine ganze Reihe von Getränkeherstellern mit dem Gedanken, die  Preise innerhalb  des ersten Halbjahres 1999 anzuheben, meldet LZ-Net im Dezember 1998. 


Unser Tip:


Berücksichtigen Sie diese Kostensteigerungen bei der Umstellung der Preise auf Euro. Sorgen Sie vor für den Fall, daß eine doppelte Preisauszeichnung vorgeschrieben werden wird und passen Sie Ihre Preise bereits sukzessive bis zum 1.1.2002 an. Dies wird ohnehin erforderlich sein, da die Mehrwersteuer erhöht werden wird, mittelfristig bis zu 20%.
Wer nicht mit jüngst angeschafften PCs arbeitet, wird auf seinem PC die Möglichkeit vermissen, das Euro-Zeichen darzustellen. 


Unser Tip:


Microsoft bietet kostenlose Font-Updates, die auch den "Euro" enthalten. Unter http://www.microsoft.com/typography/fontpack können Mac- wie Windows-Anwender Truetype-Schriftfamilien kostenlos herunterladen. Verfügbar sind die Eurosymbole in den Schriftfamilien 'Monotype', 'Comic Sans MS', 'Saffron', 'Oz Handicraft' (Bitstream-Font), 'Microsoft Tahoma', 'Palatino', 'Monotone' und 'EuroMatch'. 


Das "Euro"-Zeichen ist in den seltensten Fällen bereits auf der Tastatur enthalten (in der Regel erst in jüngster Zeit und nur bei hochwertigen PCs). Auf herkömmlichen Tastaturen ist es auf die Tastenkombination "ALTGR - e" gelegt (vgl. FAQ Euro von Microsoft). Falls das Anwendungsprogramm diese Tastenkombination bereits mit einem Befehl belegt, sollte man sich beim Hersteller oder Lieferanten dieses Programmes erkundigen, was getan werden kann. Grundsätzlich kann man entweder das "Euro"-Symbol auf eine andere Taste legen oder im Anwendungsprogramm die Tastenbelegung ändern.


Das Euro-Zeichen für Word gibt es jetzt auch über E-Mail. So bekommt man die Eurologo.ttf- oder -.zip-Datei automatisch über E-Mail: 1. Man schreibt dem Automaten 'download@debis.com' 2. Im Text 'send eurologo.ttf' oder 'send eurologo.zip' (genau so! (Der Betreff und anderer Text sind egal.) Dann bekommt man die Datei postwendend elektronisch zugesandt. Sie können hier sofort bestellen
Deutsche Briefmarken im DM-Nennwert werden nach dem Start des Euro-Bargeldes 2002 nur noch ein halbes Jahr lang bis Ende Juni 2002 gültig sein. Sie können aber bis Ende 2002 bei der Post umgetauscht werden (vergleiche Berliner Morgenpost vom 24.3.99). 


Wenn Sie im Büro oder auch für Gäste Briefmarken bereit halten, denken Sie daran, die Marken rechtzeitig umzutauschen.
Mit der Einführung des Euro werden auch Fremdwährungen am Bankschalter seltener. Darauf weist eine Analyse in der Fachzeitschrift "Die Bank" hin, die vom Bundesverband deutscher Banken herausgegeben wird. Wer Geld für den Auslandsurlaub benötigt, wird in Zukunft die Sorten zuvor bei seinem Kreditinstitut in der Regel bestellen müssen, weil viele Banken den Handel mit ausländischen Währungen reduziert oder ganz einstellen werden; er sei mit der Einführung des Euro-Bargeldes spätestens im Jahr 2002 nicht mehr rentabel. In dem Beitrag wird darauf verwiesen, daß das verbleibende Geschäft mit Währungen aus jenen Ländern, die nicht die europäische Währung einführen, für viele Banken nicht kostendeckend sei. Als Alternative würden die Institute anbieten, daß Kunden die gewünschte Währung telefonisch, schriftlich, über das Internet oder am Schalter bestellen können. Das Geld werde dann nach Hause oder an den Arbeitsplatz geliefert. Einige Institute bieten diesen Service bereits zur Eingewöhnung an. Den Umtauschservice in der bisherigen Form werden voraussichtlich nur einige größere Geschäftsbanken oder Hauptgeschäftsstellen beibehalten. 


Unser Tip: 


1. Vielleicht können Sie sich dadurch profilieren, daß Sie selbst einen Umtauschservice als kundenfreundlichen Service anbieten?


2. Klären Sie mit Ihrer Bank ab, ob diese Ihnen Fremdwährungen weiterhin abnimmt.
Laut einer Meldung des Stern von Anfang Dezember 98 plant die  EU-Kommission Informationsprogramme zur Einführung des Euro, da die Einführung des Euro "für breite Teile der Bevölkerung eine traumatisierende Erfahrung sein" werde. Das prophezeit nach Informationen des Hamburger Magazins STERN eine interne Untersuchung aus dem Haus von EU-Kommissarin Emma Bonino "über die psychosoziologischen Aspekte des Übergangs zum Euro". Vom "Schock des Euro" seien "wirtschaftlich und sozial Ausgegrenzte", Behinderte und Ältere "am härtesten und am brutalsten betroffen", heißt es in dem Papier, das dem STERN vorliege. Immerhin "20 bis 25 Prozent der europäischen Bevölkerung" zählten zu diesem Personenkreis, der heute schon "am wenigsten mit Finanzoperationen und Auslandsreisen zu tun" habe. 


Viele Europäer hätten bereits "Schwierigkeiten im Umgang mit der nationalen Währung" - solche Probleme würden mit dem Euro verstärkt. Bis zu 40 Prozent der Bürger seien überdies durch die "herkömmliche Informationspolitik" nicht zu erreichen, sagte Thierry Vissol, Abteilungsleiter der zuständigen EU-Generaldirektion, dem STERN. Unter dem Titel "Easy Euro" plant die Kommission darum jetzt Informationsprogramme für Problemgruppen wie Blinde, Arme und Ältere. 


Da das Fernsehen nur oberflächliche Informationen vermittele und Lese- und Schreibschwächen selbst in Ländern wie Deutschland verbreitet seien, müsse man an Mittel wie "illustrierte Spiele oder Video-Kassetten" denken und Sozialarbeiter, Briefträger oder Rentner als "Mittler" einsetzen, erläuterte Vissol. 


Originaltext: STERN, Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de 


Unser Tip: 


Man mag den Aktivismus der EU hysterisch nennen. Ein wahrer Kern bleibt: Die Einführung des Euro wird für Gesprächsstoff sorgen, auch an den Theken und bei den Mitarbeitern. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter in den nächsten drei  Jahren über das, was im Zusammenhang mit der Euro-Einführung auf sie zukommen wird am Arbeitsplatz und nebenbei auch privat. Sorgen Sie dafür, daß Sie und Ihre Mitarbeiter sich als einigermaßen kompetente Gesprächspartner bei ihren Gästen profilieren können. Auch wenn es dafür keine EU-Subventionen geben wird.
Rundungsdifferenzen spielen in der Gastronomie bei den Verkaufspreisen kaum eine Rolle, im Unterschied zu bestimmten Einzelhändlern oder Handwerksunternehmen, die häufig mit kleinpreisigen Artikeln handeln oder diese in ihre Preise einkalkulieren müssen. Vgl. Druck auf Verkaufspreise und Gewinnmargen im Handwerk durch die Einführung des EURO? in: IKZ Haustechnik. Aber aufpassen muß man beim Bezug kleinpreisiger Artikel. 


Unser Tip: 


Wir achten bei der Rechnungskontrolle jetzt schon auf kleinpreisige Artikel und kontrollieren nach der Umstellung des Lieferanten auf den Euro, daß bei diesen Artikeln nicht großzügig aufgerundet worden ist. Soweit möglich holen wir Angebote nicht für kleinpreisige Artikel ein sondern für Gebinde oder pro Tausend. Besonders aufpassen sollte man auf sehr kleine Preise, etwa die Minutenpreise von Telefongesellschaften.
Wenn man Preise in DM und Euro ausweist, darf man durch die konkrete Gestaltung der Preisangaben nicht die Gefahr einer Verwechslung schaffen. Eine blickfangmässige 
Hervorhebung des - niedrigeren - Euro-Preises ist zu vermeiden, weil dieser Betrag bei flüchtigem Hinsehen leicht fälschlich fuer den DM-Preis gehalten werden kann. Auf jeden Fall müssen die Bezeichnungen der jeweiligen Rechnungseinheiten deutlich und unuebersehbar angegeben werden. 
Untersuchungen der WHU Koblenz und von Insead, einer französischen Business School, haben ergeben, dass der mit Bargeld abgewickelte Handel (und dies läßt sich wohl auch auf die Gastronmie übertragen) nur wenige Stunden nach Einführung des Euro zusammenbrechen wird, weil nicht genug Scheine und Münzen zirkulieren. Deutschland und Belgien sehen zwar bereits vor, dass sich Händler und Gastronomen wenige Tage vor Einführung mit Euro bevorraten dürfen. Doch Schätzungen gehen davon aus, daß die Menge an Bargeld, die ein Händler oder Gastronom vorrätig haben müsse, 20 bis 30 mal höher sind als normalerweise. Es ist zu befürchten, daß viele Kunden sich für den Erstbedarf beim Handel und inder Gastronomie eindecken möchten, um den Weg zu einer Bank mit den dort wahrscheinlichen Wartezeiten  zu vermeiden. Die Gastronomen, die am Neujahrstag geöffnet haben, könnten davon besonders betroffen sein, die genauen Details des Umtauschs wie der Tag des Beginns stehen aber noch nicht fest. Es ist zu vermuten, daß der der Umtausch nicht am 1.1. beginnen wird, sondern am darauf folgenden Werktag oder sogar erst nach dem Feiertag der  Heiligen Drei Könige, weil an den Tagen davor viele Mitarbeiter gerne frei haben. 


Eigentllch könnten sich die Menschen zwei Monate lang Zeit lassen und solange mit der bisherigen Währung zahlen, aber es ist zu befürchten, dass es einen Run auf die neue Währung geben wird. 


Die Integrata Unternehmensberatung GmbH, München, kommt bei einer exakten Abschätzung für ein großes Handelsunternehmen auf einen nahezu verzehnfachten Wechselgeldbedarf, ausgehend von der Annahme, dass am ersten Handelstag in DM bezahlt und ausschließlich in Euro retour gegeben. Der Handel werde auch als Wechselstube nutzen, um nicht in überfüllten Banken anstehen zu müssen. 


Bis zu fünfmal mehr Wechselgeld als zu normalen Zeiten wird benötigt. Dies ist das Ergebnis eines Euro-Testlaufs in Baden-Württemberg, das am 23.3.01 in Stuttgart von Sparkassen und Handwerkskammern veröffentlicht wurde. 15 Einzelhändler hatten im Februar in dem südwestlichen Bundesland einen Tag lang die Einführung des Euro simuliert und Situationen nachgestellt, bei der die Geschäfte Mark annehmen und Euro als Wechselgeld herausgeben.  Unklar blieb den Angaben zufolge aber weiter, welche Mengen der verschiedenen Scheine und Münzen in hoher und welche in niedrigerer Zahl für die Kunden bereit gehalten werden müssen. Selbst bei Betrieben aus derselben Branche habe der Nachfüll-Bedarf bei einzelnen Scheinen und Münzen stark geschwankt. Probleme in den Geschäften könne es zudem geben, wenn einige wenige Kunden plötzlich mit sehr großen Scheinen zahlten.  Der Zeitaufwand beim Kassieren kann in der Tauschphase um bis zu 30 Prozent steigen. 


Ab dem 1.9.2001 erhalten Unternehmen auf Wunsch bereits Euro-Münzen und Euro-Banknoten (Details zum Frontloading). 


Beziehen die Unternehmen im Zeitraum vom 1.9.2001 bis 31.12.2001 im Rahmen des Sub-Fontloading Euro-Münzen und Euro-Noten von den Kreditinstituten, muß dies nicht im Jahr 2001 verbucht werden. Da das Euro-Bargeld erst ab dem 1.1.2002 gesetzliches Zahlungsmittel ist und die Konten der Unternehmen von den Kreditinstituten erst Anfang 2002 belastet werden, muß auch die Buchung erst Anfang 2002 vorgenommen werden. Dies hat die Deutsche Bundesbank in einer Pressemitteilung vom 7. Februar 2001 bekannt gegeben www.bundesbank.de; "Pressenotizen"). Nur soweit beim frühzeitigen Bezug von Euro-Bargeld bare oder unbare Zahlungen fließen und damit Bilanzpositionen berührt werden, ist eine weitere Buchung zum Bilanzausgleich notwendig.


Fatal ist die Entscheidung der Europäischen Zentralbank, 5 Euro als Schein herauszugeben. Dieser Schein entspricht zwar dem bisherigen 10 DM-Schein, aber wegen der laufenden Inflation und dem weiteren Vordringen von Automaten aller Art (z.B. Vending-Automaten) wären auch ohne Euro-Einführung 10 DM-Münzen notwendig geworden. Als Kompromiß hätte man wenigsten 5 Euro in beiden Formen herausgeben sollen. Möglicherweise stehen dahinter Kostenüberlegungen, denn Scheine sind billiger herzustellen als Münzen, der Geldschöpfungsgewinn der Europäischen Zentralbank wäre geringer ausgefallen.


Unser Tip:


Wir reden rechtzeitig mit unserer Bank und planen mit ihr die Bargeldversorgung für die ersten Tage. Wegen des hohen Volumens sind eventuell anzusprechen:
  • ein kurzfristig erhöhter Kontokorrentkredit
  • die Möglichkeit eines sicheren Geldtransportes von und zur Bank. Vermutlich werden hierfür aber alle Dienstleister bereits mit Aufträgen größerere Volumen ausgelastet sein
  • die Dienstbereitschaft der Bank am Neujahrstag. 
 Innerbetrieblich planen wir ein: 
  • zusätzliches Personal für den Geldtransport (wegen der großen Beträge am besten jeweils von zwei Personen) und den Geldumtausch im Objekt
  • zusätzliches Personal im Service, zumindest versuchsweise in der ersten Januarwoche,
  • Die Währungsumstellung zu benutzen, um unsere Kundenfreundlichkeit unter Beweis zu stellen, etwa durch den Umtausch bereits in der Silvesternacht ab  0.00 Uhr.
  • Darauf hinzuweisen, daß die Gäste bitte möglichst passend zahlen sollen, um Wartezeiten zu vermeiden.
  • Zwei- und Ein-Euro-Münzen werden wegen den fehlenden 5 Euro-Münzen möglicherweise knapp. Deshalb: bunkern!
Die vor Einführung des Euro (am 1.1.1999) bestehenden Gesellschaften mit beschränkter Haftung unterliegen keinem Zwang, innerhalb eines bestimmten Zeitraums ihr Stammkapital und ihre Geschäftsanteile von DM auf Euro umzustellen. Das Euro-Einführungsgesetz (§ 86 GmbH-Gesetz) hat das so geregelt, dass für die GmbH grundsätzlich momentan kein Handlungsbedarf besteht. Dennoch gibt es Gesellschaften, die ihr Stammkapital und ihre Geschäftsanteile schon jetzt auf Euro umstellen wollen. Nach und nach werden sich die meisten GmbH mit der Frage beschäftigen. Sie dürfen die Umstellung nach dem Umrechnungskurs Euro/DM vornehmen, was allerdings zu "krummen" Euro-Beträgen führt. Deshalb besteht der Wunsch, neue glatte Euro-Beträge für Stammkapital und Geschäftsanteile zu bilden. Dies kann sehr einfach durch eine geringfügige Kapitalerhöhung, in der Regel aus Gesellschaftsmitteln, gemacht werden. Allerdings ist es i.d.R. besser, das Kapital so zu erhöhen, dass alle bisherigen Geschäftsanteile im gleichen Verhältnis in dem neuen Betrag glatt aufgehen und sich keinerlei Anteilsverschiebungen ergeben. Es gibt viele rechnerische Möglichkeiten, dieses Ergebnis zu erzielen. Wer ohnehin eine größere Kapitalerhöhung beabsichtigt, kann z. B. im Verhältnis 1 : 1 umstellen (eine DM wird ein Euro). Häufig wird allerdings nur eine minimale Anpassung gewünscht werden. Um der Praxis hierbei behilflich zu sein, bietet das Bundesministerium der Finanzen ein Rechenprogramm an, mit dem die minimalste Kapitalerhöhung errechnet wird.


Den GmbH-Euro-Rechner gibt es beim Bundesministerium der Finanzen zum Donwload.
Die Pfandpreise werden voraussichtlich 1,50 Euro für den ganzen, 0,75 Euro für den halben Kasten, 8 Cents für normale Flaschen und 15 Cents für Bügelverschlußflaschen betragen.


Unser Tipp:


Im bescheidenem Umfange lohnt es sich, Leergut zu horten.
Bei Münztelefonen etwa dem Club 5 der Deutschen Telekom sind fünf Punkte zu unterscheiden:
  1. die Einspielung einer Euro-fähigen Software sollte bis Ende 2001 erfolgen. Sie wird von der Deutschen Telekom autoatmisch veranlasst und vor Ort durchgeführt
  2. die Umstellung (Konfiguration) der Apparate von DM auf Euro kann von den Gastronomen selbst durchgeführt werden (dazu gibt es genaue Erläuterungen in der Bedienungsanleitung). Diese Umstellung ist nicht umkehrbar und sollte deshalb erst erfolgen, wenn mehr Euro-Münzen im Umlauf sind als DM-Münzen, vielleicht Mitte Januar oder Mitte Februar. 
  3. Zeitgleich mit der Umstellung auf Euro kann bzw. sollte man sich Gedanken machen über die Struktur der Gebühren, die man von den Benutzern verlangen will, also die Mindestgebühr und die Einheitengebühr. Man könnte z.B. beide Gebühren von 0,50 DM auf 0,30 Euro erhöhen oder auf 0,20 Euro absenken. 
  4. Davon abhängig ist eventuell auch die Einstellung für die zu akzeptierenden Münzen, z.B. von 0,50 DM auf 0,10 Euro umzustellen.
  5. Man sollte nicht vergessen, das Hinweisschild im Apparat auszutauschen und entsprechend zu beschriften. 

Links zu weiteren Fragen

Aktualisiert am 6. Oktober 2002