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EU-Öffnung |
Auswirkungen der EU-Öffnung auf das Gastgewerbe in Deutschland |
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| Am 1. Mai 2004 werden die Länder Mittel- und Osteuropas (Bulgarien,
der Tschechischen Republik, Ungarn, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien,
Estland, Lettland und Litauen) sowie die Mittelmeerländer Zypern und
Malta Vollmitglieder der EU. Die Europäische Union wird sich
bereits in der ersten Runde um mehr als 100 Millionen neue Bürger
erweitern. Die Bevölkerung der Europäischen Union wächst
in der ersten Beitrittsrunde möglicherweise um mehr als ein Viertel
auf nahezu 500 Millionen an, das Gesamt-Bruttoinlandsprodukt jedoch nur
höchstens um 5 %.
Welche Chancen eröffnen sich daraus für die Gastronomie in Deutschland und welche Risiken entstehen?
Idealer Standort DeutschlandGerade Deutschland bietet aus mehreren Gründen einen ausgesprochen günstigen Nährboden für Osteuropäer:
SchutzgelderpressungenSchutzgelderpressungen als Sparte organisierter Kriminalität richten sich nicht nur gegen Gastronomen. Aber Gastwirte sind die die traditionell bevorzugte Zielgruppe von Erpressern, denn gastronomische Betriebe bieten mit ihren halböffentlichen Räumen eine breite Angriffsfläche. Relativ schnell kann auch deren Ruf in der Öffentlichkeit ruiniert sein. Näheres dazu siehe auf der Site von gfw-sicherheitspolitik.de.Die EU-Osterweiterung wird voraussichtlich zu einem weiteren Anwachsen der organisierten Kriminalität führen, da es den osteuropäischen Banden dann leichter fällt, ihre legalen Aktivitäten, die eng mit den illegalen verwoben sind, auszubauen. Aber auch den westeuropäischen Banden gelingt es dann leichter, in Osteuropa Bandenmitglieder anzuheuern, Hehler zu finden und sich zeitweilig dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden zu entziehen. Opfer von Schutzgelderpressungen sind in der Regel neben einem kleineren Teil von betroffenen Deutschen überwiegend ausländische Betreiber der selben ethnischen Gruppe, also die Landsleute der Erpresser. Gefahren für deutsche Gastronomen können sich aber auch indirekt ergeben, indem etwa osteuropäische Mitarbeiter deutscher Gastronomen erpreßt werden und dadurch ihrerseits zu einem Sicherheitsrisiko werden. |
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Kostensenkungen bei Personalkosten und Kosten für DienstleistungenWie schnell die direkten Personalkosten und die Preise arbeitsintensiver Dienstleistungen sinken werden, hängt davon ab, wie schnell sich die unterschiedlichen wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen angleichen und ob der Wettbewerb auf den Arbeitsmärkten und den Märkten für arbeitsintensive Dienstleistungen durch Übergangsregelungen gehemmt werden wird. Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert befristete Übergangsregelungen, die dazu genutzt werden sollen "soziale Fortschritte und die Angleichung der Lebens- und Arbeitsbedingungen stärker voranzubringen, als dies im Beitrittsprozess bisher geschehen ist. ... Die Inanspruchnahme dieses Zeitraums von maximal 7 Jahren muss nach Ansicht des DGB allein in der Entscheidungskompetenz der einzelnen Mitgliedstaaten liegen, das heißt das Verfahren muss sich auf eine Mitteilung (Notifizierung) an die Kommission beschränken." (siehe "EU-Erweiterung sozial gestalten", Stellungnahme des DGB zu Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit, in: einblick 14/01, 23.07.2001).Da zu erwarten ist, daß die Übergangsfristen auf den Arbeitsmärkten und den Märkten für Dienstleistungen unterschiedlich geregelt werden, kommt der Abgrenzung dieser Märkte voneinander eine erhebliche Bedeutung zu. Es geht dabei im Wesentlichen um eine Abgrenzung von selbständiger und unselbständiger Arbeit, die schon bei der von Lafontaine durchgesetzten Scheinselbständigen-Regelung zum 1.4.1999 sich als, vorsichtig formuliert, "schwierig" erwiesen hat. Die Definition der Dienstleistungsfreiheit ist im EG-Vertrag sehr weit gefaßt:
Ein Beispiel für die Verlagerung von Dienstleistungen, die bisher in Deutschland erledigt worden sind, in die Beitrittsländer sind Wäsche- und Bügelarbeiten: Die zu reinigende Wäsche wird in Deutschland von Unternehmen der Beitrittsländer eingesammelt, etwa nach Polen gefahren, dort gereinigt und gebügelt, und danach wieder in Deutschland ausgefahren (vergleiche: Fliegel Textilservice wäscht in Polen für Berlin, in: Wirtschaftsinformationen-Polen.de). Ein Beispiel für das Outsourcing von bisher von eigenen Mitarbeitern erledigten Arbeiten ist die Zubereitung von Platten für Büffets. Sie werden von Unternehmen in den EU-Beitrittsländern fertig belegt und dekoriert in Kühlfahrzeugen nach Deutschland eingeführt. Insoweit handelt es sich ohnehin um ein Outsourcing, welches auch an Unternehmen außerhalb der EU rechtlich möglich wäre, einen schlichen Import von Waren. Zusätzliche Kosteneinsparungen ergeben sich, wenn diese Produkte nicht nur angeliefert werden, sondern auch von ausländischen Mitarbeitern ausgepackt, zu Büffets zusammengestellt, evtl. auch ausgegeben und danach abgeräumt, gespült und wieder abtransportiert werden. Im Raum Berlin, so beobachtet die Außenwirtschaftsabteilung der dortigen IHK, lassen Catering-Firmen Sandwiches und Snacks teilweise bereits jenseits der Grenze zubereiten Eine große Rolle kommt auch den eventuellen Übergangsfristen für Leiharbeit, Arbeitnehmerüberlassung und Werkvertragsarbeit zu. Z.B. könnte eine Hochzeitsfeier so organsiert werden, daß der deutsche Gastronom nur Räume zur Verfügung stellt und Speisen und Getränke, die Service-Kräfte jedoch von dem Veranstalter selbst in einem EU-Beitrittsland beschafft werden. Der Gastwirt könnte dem Veranstalter dabei organisatorisch unter die Arme greifen und etwa geeignete Leiharbeitgeber empfehlen. |
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Zustrom von ArbeitskräftenZur Beurteilung der Frage, ob der akute und sich durch die absehbare demographische Entwicklung verstärkende Mangel an Arbeitskräften durch die EU-Erweiterung gemildert werden wird, muß man zwischen den grenznahen Regionen und den anderen Regionen Deutschlands und Österreichs unterscheiden. |
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| Der durch das Wohlstandsgefälle zu erwartenden Migrationströme aus den Beitrittsländern werden voraussichtlich viel geringer ausfallen als häufig befürchtet wird. So rechnet die EU - Kommission bis im Jahre 2010 damit, daß weniger als ein halbes Prozent der Erwerbstätigen im heutigen EU - Raum aus diesen Ländern stammen werden. | ||||||||||||||||
| Bedeutsamer wird die Zahl der Pendler sein, die täglich oder in längeren Abständen pendeln werden, also ihren Wohnsitz in den Beitrittsländern beibehalten und hier nur arbeiten oder einen Zweitwohnsitz haben werden. Anders ausgedrückt: In den grenznahen Gebieten ist mit einem großen Angebot an pendelnden Arbeitskräften zu rechnen. Je weiter die Grenze entfernt ist, um so geringer wird das Angebot an Arbeitskräften sein. Entscheidend ist dabei nicht die Luftlinie sondern die Entfernung per PKW, Bus oder Bahn. | ||||||||||||||||
Touristen aus den BeitrittsgebietenDie Deutsche Zentrale für Tourismus und 14 deutsche Partner haben bei einer Roadshow für die polnische Reiseindustrie touristische Deutschland-Angebote vorgestellt. Die Workshops am 24. September 2002 in Poznan und am 25. September 2002 in Katowice stießen bei polnischen Reisefachleuten auf großes Interesse. Auch die deutschen Aussteller bewerteten die Veranstaltung positiv. Vom 26. bis 28. September 2002 präsentierte die DZT das Reiseland Deutschland bei der 10. TT Warschau Tour + Travel, der bedeutendsten polnischen Tourismusmesse. Im Internet informiert die DZT Warschau polnische Reisende in ihrer Landessprache über Adressen polnischer Reiseveranstalter und Informationsstellen für die Reiseplanung. Polen ist mit 942.000 Übernachtungen der wichtigste, zukunftsträchtige Herkunftsmarkt von Deutschland Reisenden aus Osteuropa. |
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| "Die EU-Osterweiterung und der Tourismus - ein Geschäft auf Gegenseitigkeit?" ist das Thema des 14. Oberfränkischen Tourismustages am 14. November 2002 im Kloster Banz in Bad Staffelstein. Über die österreichischen Erfahrungen mit den neuen Touristen aus dem Osten berichtet Dr. jur. Michael Raffling, Geschäftsführer der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft bei der Wirtschaftskammer Österreich. Prof. Dr. Jörg Meyer, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie und Regionalplanung an der Universität Bayreuth, geht der Frage nach "Wie gewinnt Oberfranken neue Gästegruppen aus Mittel- und Osteuropa?". | ||||||||||||||||
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Bevölkerungszahl und Entwicklung des Bruttoinlandsprodukt in den neu hinzukommenden Staaten(Quelle der Informationen in diesem Abschnitt ist eine Pressemitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik vom 2. Mai 2003). In der Geschichte der EU sind bereits mehrere Erweiterungen erfolgreich abgeschlossen worden. SechsGründungsmitglieder unterzeichneten 1957 den Vertrag von Rom, und zwar waren das die Länder Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande. |
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Dazu kamen:
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| Die Erweiterung, vor der die EU heute stellt jedoch eine einzigartige Herausforderung dar, die in Bezug auf die Anzahl der Bewerberländer, das Gebiet, die Bevölkerung sowie den Reichtum der unterschiedlichen Geschichten und Kulturen einmalig ist. | ||||||||||||||||
| Mit der voraussichtlichen Aufnahme von 10 Beitrittskandidaten (dazu gehören: Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakische Republik, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern) im Jahr 2004 wird sich die Bevölkerungszahl in der EU von 376 Millionen auf 451 Millionen Menschen (jeweils Stand 1999) erhöhen. Mit 38,7 Millionen Einwohnern wird Polen das bevölkerungsreichste Beitrittsland sein und damit in der EU den 6. Platz einnehmen. Deutschland ist mit 82,1 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste EU-Land, gefolgt vom Vereinigten Königreich (59,5 Millionen Einwohner), sowie von Frankreich (58,6 Millionen Einwohner) und Italien (57,6 Millionen Einwohner). | ||||||||||||||||
| Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in Kaufkraftparitäten schwankte bei den Beitrittskandidaten zwischen 28,5 Prozent des EU-Durchschnitts in Lettland und 82, Prozent in Zypern. In Deutschland betrug das BIP pro Kopf 106,3 Prozent des EU-Durchschnitts (Angaben jeweils für das Jahr 1999). | ||||||||||||||||
| Während das BIP pro Kopf in den Beitrittsländern unter dem EU-Durchschnitt lag, waren die Wachstumsraten des BIP insgesamt teilweise deutlich höher als der EU-Durchschnitt (+2,8 Prozent), z.B. in Slowenien (+5,2 Prozent) und Zypern (+4,8 Prozent). | ||||||||||||||||
| Tabellenwerte finden Sie auf der Website des Thüringer Landesamtes für Statistik. | ||||||||||||||||
Buchtips
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Weitere Informationen im Internet
hin zu sozialwissenschaftlichen Beiträgen". Bereits im Oktober 2003 war zu diesem Themenbereich eine Dokumentation erschienen, in der 340 sozialwissenschaftliche Veröffentlichungen und Forschungsprojekte dargestellt sind: Osterweiterung der Europäischen Union. Der Weg der Beitrittskandidaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn bearbeitet von Agnieszka Wenninger. |
Aktualisiert am 23. April 2004
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