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Virtuelle Communities und E-Commerce |
Virtuelle Communities und eCommerceIm Mittelpunkt der Entwicklung einer Virtuellen Community stehen
Welche Konflikte entstehen, wenn die aktive Gruppe einer virtuellen Community "ihre" Gemeinschaft an ein hierarchisch organsiertes Unternehmen verscheuert, kann man sich beim Fall "ICQ" anschauen. Die Aktiven mußten, um ein Zerbrechen der virtuellen Community zu verhindern, hoch und heilig versprechen, daß sie auch in Zukunft nach der Pfeife der Passiven tanzen und nicht nach der Pfeife des Unternehmens. Die Akzeptanz hängt sicherlich auch vom Image des aufkaufenden Unternehmens ab. Ob die Kommunarden von Geocities den Aufkauf durch Yahoo (im Januar 1999) akzeptieren werden, bleibt abzuwarten. Die Macher von Geocities versuchen durch ein Angebot von Information und Diskussion kritische Stimmen einzufangen. Im Juli 1999 spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen den Kommunarden von Geocities und Yahoo zu. Yahoo! Geocities hat einseitig die Nutzungsbedingungen verändert. Nunmehr trete jeder User, der Inhalte an Yahoo - also an Geocities - übermittelt, damit auch alle Zweitverwertungsrechte ab. Dies beinhaltet nicht nur die Darstellung und Bewerbung innerhalb des eigenen Netzwerkes, sondern auch "Modifikation, Adaption, Publikation, Übersetzung, Weiterführung und Darstellung dieser Inhalte in anderen Netzwerken weltweit, in jedweder Form, allen Medien und Technologien, egal ob diese bereits bestehen oder erst noch entwickelt werden". Einige User haben zum Boykott aufgerufen und gefordert, daß Yahoo! die neuen Nutzungsbedingungen umgehend rückgängig macht. Die umstrittenen Nutzungsbedingungen von Yahoo!: http://docs.yahoo.com/info/terms. Der Protest gegen die Ausbeutung der Geocities-User: http://www.sitepowerup.com/boycottyahoo/boycottyahoo.htm Inzwischen hat Yahoo zugesichert, daß es die Rechte nur für die Veröffentlichung auf dem Geocities-Server besitzt. Yahoo versprach außerdem, diese Regelung nicht ohne die Zustimmung der Mitglieder zu ändern (Vgl. ZDNetNews vom 9.7.99). Auch ein Unternehmen kann eine virtuelle Community aufbauen, d.h. es kann die materiellen Voraussetzungen und die Aktiven der ersten Stunde zur Verfügung stellen. Fraglich ist aber, ob es dann die Gruppendynamik erträgt, die sich ja durchaus in eine Richtung entwickeln kann, die den Unternehmensinteressen, zumindest wie sie das Management sieht, entgegengesetzt sein kann:
Hinter der Strategie, eine unternehmenseigene virtuelle Community aufzubauen, steckt möglicherweise auch die Ansicht, man könne diese dann besser kontrollieren. Dann hat man aber ihre Funktionsweise nicht verstanden und wird scheitern. Es macht Sinn, eine eigene virtuelle Community aufzubauen,
Eine virtuelle Community, die von mehreren Unternehmen gemeinsam aufgebaut wird, verspricht mehr Erfolg, weil bei ihr die Gefahr weniger groß ist, daß im Konflikt zwischen dem Interesse, die Gemeinschafts zu entwickeln, und kurzfristigen Unternehmenszielen sich das Unternehmen durchsetzt. Es müssen dabei aber die Partner tatsächlich Einfluß nehmen können bzw. gemeinsam entscheiden, bis sich die Communarden emanzipieren. Oft sind sog. "Partner" nicht gleich berechtigt sondern nur Sponsoren ohne Entscheidungsgewalt, bestenfalls Geschäftspartner, die irgendwelche Leistungen zur Verfügung stellen. IBM hat früher einmal Mitarbeiter eine längere Zeit freigestellt für eine ehrenamtliche Tätigkeit in sozialen und karitativen Organisatonen. Eine erfolgversprechende Strategie für virtuelle Communities könnte ähnlich aussehen. Man ermöglicht es Mitarbeitern, sich in virtuellen Communities zu beteiligen und unterstützt sie dabei. (Offline bringt man so vielleicht einen Mitarbeiter auf den Posten des Wirtschaftsminister und verhindert die Abschaltung von Atomkraftwerken.) Ist nun aus Unternehmenssicht der Hauptgrund für den Aufbau einer eigenen virtuellen Community die Kundenbindung oder die Erreichung neuer Kunden? Da in vielen Branchen Neukunden zum großen Teil durch Mundpropaganda gewonnen werden, ist es müßig, sich zu streiten, ob man die Altkunden gut behandelt, damit sie wiederkommen oder damit sie Nichtkunden Gutes über einen erzählen. Ziel des Einklinkens in eine bestehende virtuelle Community könnte sein, dort Kunden zu gewinnen. Es kann aber auch sein, daß man seinen bestehenden Kunden den Service einer virtuellen Community zur Verfügung stellen will. Oder beides. Ein fiktives Beispiel: Eine Bausparkasse bietet ihren Kunden Zugang zu einer virtuellen Community rund um die Themen Bau von Eigenheimen, Nachbarschaftshilfe, schöner Wohnen usw. Man beachte, daß sie dadurch zugleich wichtig wird für die Entwicklung der virtuellen Communtiy und sich ihr möglicherweise auch Chancen bei den alten Mitgliedern eröffnen. Weiterführende Beiträge von Abseits.de Für Diskussionsbeiträge zu diesem Thema sind wir dankbar. |
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