Pilsner
Keesmann Herrenpils
Diese kleine Brauerei in der Wunderburg (gegenüber der Mahrsbrauerei) produziert u.a. ein für Franken ungewöhnlich hopfenbitteres Pils. Es wird sowohl in anspruchsvollen Restaurants ausgeschenkt, z.B. im Bamberger Hof, wie auch in eher proletarischen Gaststätten, z.B. in der benachbarten "Stadt Weißenburg".
Dieses Pils entspricht durch die Verwendung von viel Bitterhopfen einem Pils, wie es in Norddeutschland gerne getrunken wird.
"Keesmann Herrenpils" gibt es im Café Abseits ständig vom Faß.
Bitburger
Die Brauerei Simon in Bitburg / Eifel produziert ein außergewöhnlich gutes Pils. Früher war das Wasser von großer Bedeutung für die Qualität eines Bieres. Die modernen Methoden der Wasseraufbereitung erlauben es, eigentlich überall ein gutes Bier zu brauen, auch aus Leitungswasser. Auch die meisten Rohstoffe sind für jede Brauerei käuflich. Unterschiede gibt es eigentlich nur noch bei den verwendeten Hefen. Zum Teil sind diese ebenfalls käuflich. Die Bitburger Brauerei verfügt jedoch über eigene, exklusive Hefekulturen, die sie hütet wie ihren Augapfel und die für einen einzigartigen Geschmack sorgen.
Von April bis Juni 1998 gibt es Bitburger Pilsner auch vom Faß.
Jever
Diese norddeutsche Brauerei produziert das hopfenbitterste Pils Deutschlands. Es schmeckt bitter sowohl im Antrunk als auch im Nachtrunk (im Gaumen, bevor es in die Kehle läuft).
"Bitter" ist für den menschlichen Geschmackssinn eigentlich unangenehm, jedoch sehr erfrischend. Der Mensch unterscheidet außerdem noch die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig. Die Süße des Bieres kommt vom Malz; extrem ausgeprägt beim Malzbier. Salzig schmecken Biere - wenn überhaupt - nur wenig. Der Salzgeschmack stammt dann aus dem verwendeten, mineralhaltigen Wasser. Die Süße kann bei Bieren, die nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut werden, auch noch von zugesetztem Zucker stammen (wie beim historischen "Schwarzbier") oder von zugesetzten Früchten (wie Kirschen, Bananen, Johannisbeeren, Erdbeeren) bei einigen belgischen Bieren. Oder die Süße wird erzeugt durch eine nachträgliche Beimischung von Likören oder Fruchtsäften oder Limonaden (Radler, Russ, Kirschweizen, Cola-Weizen, Berliner Weisse mit Himbeer- oder Waldmeistersirup usw.). Gesäuert können Biere werden z.B. durch die Zugabe von Zitronensaft wie beim Kristallweizen oder das Trinken des Bieres durch eine Limettenstück (wie beim mexikanischem Corona).
Jever Pilsener gibt es im Café Abseits seit 1998 in der 0,33 l-Flasche.
Radeberger
Biere der Radeberger Exportbierbrauerei waren neben dem "Wernesgrüner" in der DDR "Bückware", d.h. man hat sie nur bei guten Beziehungen zum Verkaufspersonal bekommen oder im Tausch gegen andere schwer erhältliche Waren. Nach der Wende wurde Radeberger vom Frankfurter Binding-Konzern aufgekauft und die Kapazitäten erweitert.
Die Bezeichnung "Exportbierbrauerei" wurde bereits 1872 gewählt, nicht als Bezeichnung der Biersorte "Export", sondern weil schon vor der Jahrhundertwende über die sächsischen Landesgrenzen hinaus Geschäfte betrieben wurden.
Die Radeberger Brauerei hat vor den Toren Dresdens als erste in Deutschland Pils gebraut nach dem Vorbild des tschechischen "Pilsner Urquell" (ab 1872). Sie war Hoflieferant des königlich-sächsichen Hofes u.a. bei Friedrich August III vom Sachsen und wurde als sog. "Kanzlerbräu" für Fürst Otto von Bismarck in allen Teilen des deutschen Reiches vertrieben. Infolge der Integration der Bundesrepublik in die EG verlor die Brauerei nach dem zweiten Weltkrieg ihre Position als führende Pilsmarke Deutschlands, holt jetzt aber stark auf. Sie ist in den Zügen der Mitropa (Bundesbahn-Gastronomie) vertreten und fliegt in Lufthansa-Flügen mit.
Wir haben 1998 Radeberger exklusiv in Bamberg ausgeschenkt, sowohl in der Flasche als auch im März 1998 als Bier des Monats vom Faß. Anlaß ist das 125jährige Firmenjubiläum gewesen. Heute schenken wir es nicht mehr aus mangels Nachfrage.
Pilsner Urquell
Das tschechische Original. Die Tschechen konnten sich nicht durchsetzen mit ihrer Forderung nur Pils aus Pilsen dürfe sich Pils nennen (z.B. wie beim Champagner oder bei den Frankfurter Würstchen), deshalb heißen heute zwei Drittel aller Biere in Deutschland so.
Dieses Bier zeichnet sich durch eine geringe Mineralisation des verwendeten Wassers aus, die es erlaubt viel Hopfen zu verwenden, ohne daß das Bier allzu bitter schmeckt. Es reift bei null Grad Celsius in offenen Bottichen in tiefen Kellern und wird durch den bei dieser Temperatur gemächlichen Reifeprozeß besonders angenehm im Geschmack und leider sehr teuer.
Wir haben Pilsner Urquell versuchsweise in der Flasche angeboten. Die Nachfrage danach ist aber zu gering gewesen.
Lager / Helles / Ungespundetes
Vor Erfindung der technischen Möglichkeit Biere durch den Zusatz von Kohlensäure haltbar zu machen (man verwendete zwischenzeitlich Eis oder lagerte das Bier in tiefen, kalten Kellern), mußte das Bier rasch verbraucht werden. Die Zugabe von Kohlensäure nennt man "spunden". Ungespundetes Bier ist also Bier ohne Kohlensäure, wobei man sagen muß, daß heute oft doch aweng Kohlensäure zugesetzt wird. Ungespundetes Bier ist weniger erfrischend, jedoch auch besser und in größeren Mengen bekömmlich. Es ist das ideale Bier für den sommerlichen Biergarten. Deshalb sind viele Biere, die man auf den Kellern trinkt, ungespundet.
Der Ausdruck "Lager" oder "Lagerbier" entstammt der Technik, untergärige Biere in Kühllagern reifen zu lassen. "Lager" ist heute einerseits der Oberbegriff für alle "untergärigen" Biere und umfaßt ausgewogen malzige helle Biere, hopfenbittere Pilsner, aber auch dunkle, untergärige Biere. Andererseits wird der Ausdruck "Lager" auch eingegrenzt benutzt in Abgrenzung vom Pils und dunklem Bier nur für ausgewogen malzige, helle Biere, die man in Bayern und Franken auch "Helle" nennt, in Westdeutschland oft als "Export" bezeichnet.
Die Bezeichnung "Lager" ist auch im englischsprachigen Raum üblich. Die aus dem Fernsehen vielleicht bekannte Werbung für "Binding Lager" versucht mit der Bezeichnung "Lager" deshalb den falschen Eindruck zu erwecken, diese Frankfurter Brühe habe irgendwie etwas zu tun mit Bier aus Chicago. Genauso versucht die Holstenbrauerei mit ihrer Werbung für "Foster Lager" den Eindruck zu erwecken, dieses Bier stamme aus Australien. Es wird jedoch in Deutschland mit einer Lizenz der australischen Brauerei gebraut.
Mönchsambacher Lager
aus der Brauerei Zehendner in Mönchsambach (hinter Burgebrach gelegen, rund 20 Kilometer von Bamberg entfernt). Ein "Kultbier vom Lande". Gibt es in Bamberg ansonsten nur noch in den "Domterrassen", an der der Juniorchef der Brauerei beteiligt ist. Die Brauerei Zehendner ist eine große unter den kleinen mit rund 7.000 Hektoliter Bier, jedoch noch ein Familienbetrieb, in dem alle mit anpacken. In der Brauereigaststätte gibt es u.a. eine vorzügliche Wurst, einen phantastischen Ziebeleskäs, delikates und zartes Dosenfleisch, hausgemachte Bratwürste mit ausgezeichnetem Sauerkraut und ein gar köstliches, selbst gebackenes Brot. Seit kurzem versucht sicht Stefan Zehender, der Juniorchef, auch beim Brennen von Obstbränden.
Zum Vergleich: Warsteiner produziert als umsatzstärkste deutsche Brauerei über 5 Millionen Hektoliter pro Jahr, die Kaiserdom-Brauerei produziert rund 300.000 Hektoliter, die Kaiser-Bräu 400.000 Hektoliter, die Klosterbrauerei Andechs 100.000 Hektoliter. Die kleinen Hausbrauer teilweise unter 1.000 Hektoliter pro Jahr.
Das helle "Mönchsambacher Lager" ist ein gut hopfiges, teilgespundetes, nicht durchgefiltertes fränkisches Vollbier, ein wenig dunkler vielleicht als die meisten. Es wird darauf verzichtet, die trüben Bestandteile vollständig herauszufiltern. Die Industriebrauereien müssen das tun, weil sonst das Bier in wenigen Monaten verdirbt, und es so nicht über Hunderte von Kilometer und alle Absatzkanäle hinweg vertrieben werden kann. Kleine Brauereien, die ihr Bier nur in der Region verkaufen, brauchen zugunsten einer langen Mindesthaltbarkeit nicht auf diesen Geschmacksvorteil zu verzichten. Man nennt diese Biere "unfiltriert" oder "naturtrüb". Die nicht völlig ausgefilterten Biere behalten eine natürliche Trübe, die aus Schwebstoffen und Heferesten besteht, die dem Bier Fülle und Charakter geben.
Biere aus Steigerwaldfranken sind tendenziell weich und rund, das macht ihr gutes Wasser aus. Dieses Wasser selbst ist weich und besonders geeignet für ein rundes, vollmundiges Bier. Die Brauer östlich von Bamberg in der Fränkischen Schweiz haben es wesentlich schwerer mit dem Brauen, aber sie haben aus der Not eine Tugend gemacht und sich auf das Brauen harter, dunkler Biere konzentriert.
Das Werbelogo der Brauerei Zehendner hat eine ganz besondere Geschichte. Zeichner des lustigen "Mönchs" ist Gerd Bauer. Er ist in Bamberg groß geworden, hat hier als Zeichner einer Bamberger Monatszeitung gewirkt, wo wir ihn kennengelernt haben, danach ist er zur Nürnberger Stadtzeitung "Plärrer" gegangen, hat in Nürnberg Kunst studiert und arbeitet seitdem als professioneller Comic-Zeichner. Sein letztes, größeres Werk ist ein wunderschönes Kinderbuch, welches auf der Altenburg spielt, die Texte sind von Rudi Sopper von der Buchhandlung Collibri. Von Gerd Bauer stammt auch die Werbezeichnung für das Café Abseits, die sich u.a. auf der Innenseite unserer Streichholzbriefchen befindet.
Das Mönchsambacher Lager schenken wie von Anfang an vom Faß aus. Es ist unser beliebtestes Bier.
Mahrs Ungespundetes
Die Mahrsbräu hat als agile und innovative Brauerei wohl nicht nur das beste Image unter den Bamberger Brauereien sondern vielleicht auch den besten Braumeister. Die Brauereigaststätte in der Wunderburg ist Kult, der Mahrsbräu-Keller am Stephansberg ebenso. Beide sind auch in der TV-Serie "Der König" die Stammkneipen von Günther Strack ("Zur Traube").
Die Bamberger sagen zu diesem Bier einfach "U".
Im Mai 98 haben wir neben dem Mahrs Ungespundetem vom Faß weitere Kellerbiere vorgestellt.
Dieses Bier gibt es bei uns ständig aus der Flasche und im Sommer ab und zu vom Faß.
Andechser Special Hell
Das Andechser Special Hell ist das meistgetrunkene, süffige Bier der Andechser Klosterbrauerei. Im Unterschied zum einfachen "Hell" hat es mehr Alkohol (5,8%). Früher hat man Bier mit weniger Alkohol alltäglich getrunken, Bier mit mehr Alkohol war Festtagen vorbehalten, z.B. den Erntedankfesten. Man spricht deshalb auch von Festbieren. Sehr bekannt sind insbesondere die "Oktoberfestbiere", die speziell für das Münchener Oktoberfest gebraut werden.
Das Andechser Special Hell wird in den in den 50er Jahren neu errichteten Brauerei am Fuß des Kosterberges gebraut und zum Ausschank auf den Berg gepumpt. In den alten Brauereibottichen in der historischen Klosterbrauereien werden heute noch die Weißbiere gebraut.
Dieses Bier gibt es bei uns ständig aus der Flasche.
Budweiser Budvar
Unser zweites Bier aus Tschechien, von der Brauerei Budvar in Budweis. Es ist als Lagerbier (im engeren Sinne) weniger hopfenbitter wie Pilsner und wurde zum Namensvorbild der amerikanischen Brauerei Anheuser-Busch, der größten Brauerei der Welt. Im Rechtsstreit um den Namen gibt es einen Waffenstillstand. Anheuser-Busch verkauft sein "Bud" weltweit, jedoch nicht in Europa, hier heißt es Anheuser Busch "B". Nach der Wende hat Anheuser-Busch versucht, die tschechische Brauerei aufzukaufen, um den Namen mitzuerwerben. Die Tschechen haben ihren Devisenbringer jedoch nicht abgegeben.
"Budweiser Budvar" gab es von Januar bis März 1998 im Café Abseits vom Faß, sowie im Oktober 1998 im Rahmen des Thema "Biere aus Tschechien".
Mangels Nachfrage schenken wir dieses Bier nicht mehr aus.
Weißbier / Weizen
Weißbiere gehören zu den obergärigen Bieren.
Es gibt drei Gärverfahren. Bei der ursprünglichen "spontanen" Gärung bewirken Hefepilze in den verwendeten Rohstoffen die Gärung. Unsere Altvorderen wußten ursprünglich gar nicht um diese Zusammenhänge. Dieses spontane Verfahren wird heute noch in einigen Brauereien in Belgien benutzt. Später hat man bewußt Hefe zugesetzt. Sie setzen sich je nach Typ an der Oberfläche des Bieres ab ("obergärig") oder am Boden des Gärtanks/-bottichs ("untergärig"). Wichtiger jedoch sind die erheblichen Unterschiede im Geschmack der entstehenden Biere.
Der Ausdruck "Weizen" spielt auf den mindestens 50%igen Anteil von Weizen anstelle von Gerste an. Der Ausdruck "Weißbier" betont den Unterschied zu den dunklen, braunen, untergärigen Bieren, wie sie vor Jahrhunderten gebraut worden sind.
Erdinger Weißbier
die umsatzstärkste Weißbierbrauerei Deutschlands. Erding liegt nordöstlich von München.
Nach der eigentlichen Gärung wird das Bier in Flaschen abgefüllt und dort noch einmal Hefe zugesetzt. Nach dieser sog. "Flaschengärung" setzt sich die Hefe am Boden der Flasche ab. Sie muß mit ausgeschenkt werden, da die Hefe das Bier optisch trübt und den Geschmack trägt. Dazu leert man die Flasche bis auf einen Rest, schüttelt die Hefe mit diesem Rest Flüssigkeit auf und gibt sie dann ins Glas. Nicht die volle Flasche zu schütteln, weil dann das Bier sehr stark schäumt bzw. sogar aus der Flasche spritzt.
Manch andere Brauerei verwendet hingegen eine Hefe, die sog. "Schwebhefe", die sich in der Flüssigkeit fein verteilt und sich nicht absetzt. So z.B. die Kulmbacher Brauerei mit ihrem "Kapuziner Weißbier". Dieses Bier gibt es im September 1998 vom Faß.
Das von Erdinger verwendete Verfahren hat auch Bedeutung für die Lagerung der Fässer bzw. KEGS. Diese werden auf den Kopf gestellt, gelagert und erst vor dem Anzapfen vom Kopf auf die Beine gestellt. Das Erdinger Faß sollte möglichst schnell (max. drei Tage) geleert werden, weil sich sonst die Hefe wieder absetzt.
Die Erdinger Brauerei hat den strategischen Fehler begangen, allzu viele Gaststätten mit Erdinger vom Faß zu beliefern. In manchen dieser Gaststätten bleibt das Erdinger zu lange angezapft stehen, so daß sich die Hefe absetzt und der Gast ein "Erdinger vom Faß" bekommt, welches zu wenig Hefe hat und damit auch zu wenig Geschmack.
Die Schneider Weißbierbrauerei hat eine der möglichen Lösungswege eingeschlagen. Schneider Weiße gibt es nur in KEGS mit 20 Liter Inhalt, die schneller geleert sind.
Die Brauerei Erdinger haben wir wir im Rahmen einer Monatsaktion im August 1998 näher vorgestellt. Seitdem gibt es Erdinger vom Faß.
Mahrs Weiße
Obwohl Weißbiere schon vor Jahrhunderten in Bamberg hergestellt wurden (in der Weißbierbrauerei im jetzigen "Zum Reichelbräu"), haben sich später die untergärigen Biere durchgesetzt. Bis Ende des letzten Jahrhunderts die Dunkeln, dann die Hellen. Erst durch den Boom der Weißbierbrauereien wie Erdinger, Schneider, Maisel in Bayreuth haben sich die Bamberger Brauereien wieder besonnen und stellen seit einigen Jahren wieder Weißbier her. Das von der Mahrsbräu ist nach meiner Meinung das beste, besser als das "Bamberger Weißbier" von der Bamberger Maisel-Brauerei, Keesmann Weißbier oder die Braun'sche Weiße der Klosterbräu. Ein weiteres Bamberger Weißbier stellen wir vom Januar bis März 98 vom Faß vor, das "Weizenland" von der Kaiserdom-Brauerei.
Mahrs Weiße gab es im Juli und August 98 auch vom Faß. Ansonsten führen wir es ständig in der Flasche.
Mönchsambacher Hefeweißbier
Ebenfalls wie unser Mönchsambacher Lager von der Brauerei Zehendner. Dieses Bier gibt es nicht im Handel. In Bamberg wird es nur noch in den Domterrassen ausgeschenkt. Ansonsten nur in der Brauerei in Mönchsambach und in einigen Gaststätten in den umliegenden Dörfern.
Dieses Bier gibt es bei uns ständig aus der Flasche.
Original Schneider Weiße
Anläßlich des 125. Geburtstages der Schneider Weissbierbrauerei stellt das Café Abseits im Oktober 1997 drei Biere dieser ältesten Weißbierbrauerei Deutschlands vor. Neben der bernsteinfarbenen "Original Schneider Weisse" vom Faß - auch heute noch nach der handschriftlich überlieferten Originalrezeptur gebraut - als Neuschöpfung die "Schneider Weisse Weizenhell" und den Aventinus Weizenbock.
Dieses Bier gibt es ständig aus der Flasche.
Andechser Hefeweiße hell
Ein neues Produkt aus der Andechser Klosterbrauerei, der Tatsache geschuldet, daß viele Gäste der Klostergaststätten nach einem Weißbier verlangt haben. Produziert werden diese neuen Produkte jedoch in der historischen Klosterbrauerei in offenen Bottichen. Man schmeckt die fast handwerkliche Qualität.
12,4 % Stammwürze, 5% Alkohol.
In ganz Oberfranken exklusiv im Café Abseits. Sicherlich eine Versuchung für alle Weißbiertrinker, dieses Bier einmal zu probieren.
Franziskaner Hefeweißbier hell
Namensgeber dieser Brauerei sind die Franziskaner-Mönche. Heute gehört diese Brauerei zum zweitgrößten bayerischen Brauereikonzern zusammen mit Spaten und seit September 97 auch der Löwenbräu. Das Franziskaner-Hefeweißbier erfreut sich in letzter Zeit großer Beliebtheit, es gibt es zum Beispiel im "Luitpold".
Franziskaner Hefeweißbier gab es im Juni 98 vom Faß.
Weihenstephan Hefeweißbier hell
Im Wettstreit mit der Andechser Klosterbrauerei um den Titel "älteste Brauerei der Welt". Die Streitfrage ist, ob die heutige Brauerei noch etwa mit der alten zu tun hat. Sie ist technisch sehr modern und gehört heute dem bayerischen Staat. Sie kooperiert mit der Weihenstephaner Dependance der Universität, in der man wie auch an der Technischen Universität Berlin einen Abschluß als Diplom-Brau-Ingenieur machen kann. Die Weihenstephaner Fakultät ist weltweit bekannt und dominant in der Forschung rund um das Bier.
Das bekannteste und beste Produkt der Staatlichen Brauerei Weihenstephan im Vergleich zu den entsprechenden Produkten anderer Brauereien ist ihr Kristallweizen. Das Hefeweißbier ist aber auch nicht zu verachten.
Weihenstephaner Hefeweißbier gab es im Februar 1998 auch vom Faß. Ansonsten führen wir es ständig in der Flasche.
Andechser Hefeweiße dunkel
Unser einziges richtig dunkles Hefeweißbier (Die Schneider Weisse ist weniger dunkel). Exklusiv für Oberfranken im Café Abseits.
12,5% Stammwürze, 5% Alkohol.
Dieses Bier gibt es im Café Abseits ständig in der Flasche.
Weihenstephan Kristallweizen
Häufig wird das Kristallweizen mit einer Scheibe Zitrone und einigen ungekochten Reiskörnern getrunken. Die Reiskörner bewirken, das sich Luftbläschen bilden und aufsteigen, was ganz hübsch aussieht, das Bier jedoch schneller schal werden läßt . Die Zitrone gibt dem Bier einen erfrischenden Geschmack, übertönt aber auch den eigentlichen Geschmack des Bieres.
Da das Weihenstephaner Kristallweizen an sich sehr gut schmeckt, sollte man den Gast, der ein Kristallweizen bestellt, fragen, wie er es serviert haben möchte.
Dieses Bier gibt es im Café Abseits ständig in der Flasche.
Rauchbier / Schwarzbier / Dunkles Bier
Andechser Dunkel
aus der Klosterbrauerei Andechs westlich von München, in der Nähe vom Ammersee gelegen. Benediktinerkloster mit 8 lebenslustigen Mönchen und rund 200 Mitarbeitern. Streitet sich mit der Brauerei Weihenstephan um den Titel "älteste Brauerei der Welt". Über eine Million Menschen besuchen das Kloster jährlich, darunter sehr viele Pilger. Der Erlös der Brauerei dient dem Erhalt des Klosters als Denkmal und sozialen Zwecken.
Es wird aus den selben Rohstoffen hergestellt wie der legendäre "Andechser Doppelbock Dunkel" und schmeckt ähnlich aromatisch. Man hat jedoch den Vorteil, daß man nicht gar so schnell betrunken wird (4,8% Alkohol). Die Klosterbrauerei hat ihn auch entwickelt, weil der Doppelbock nicht mehr an allen Tagen in den Klostergaststätten ausgeschenkt werden darf, da die Betrunkenen dort allzusehr umeinander gekugelt sind.
Dieses Bier gibt es in Bamberg auch noch im Pizzini (Weinstube in der Sandstraße). Alle anderen Andechser Biere gibt es in Gaststätten zur Zeit in Bamberg exklusiv bei uns.
Schlenkerla Märzen Rauchbier
Der Rauchgeschmack entsteht durch das Darren des Grünmalzes mit dem Rauch von Buchenholzfeuer.
Der Name "Schlenkerla" verdankt die Brauerei einem früheren Besitzer, der aufgrund eines Unfalles "a wengla mit seina Orm geschlenkert hot". Die Brauerei befindet sich am Stephansberg, wo es in unterirdischen Stollen reift. Bekannter ist jedoch die Brauereigaststätte in der Sandstraße.
Bamberg und die Brauerei Schlenkerla sind weltweit bekannt durch die Spezialität "Rauchbier". Dabei gibt es auch noch andere Rauchbierhersteller. In Bamberg die "Spezial-Brauerei" mit einem alkoholärmeren, süffigeren Rauchbier Lager oder die Greifenklau-Brauerei, das "Zwickl"-Bier in der Brauerei "Drei Kronen" in Memmelsdorf. Auch in Eltmann wird ein gutes Rauchbier gebraut. Sogar in den USA haben sich einige experimentelle Kleinbrauereien daran versucht, auch über Rauch von Torf.
Neben dem Märzen gibt es in der Saison auch noch ein Bockbier vom Schlenkerla "Rauchbier Urbock", ein fürwahr umwerfendes Bier.
Der Ausdruck "Märzen" stammt aus der Zeit, in der man im Frühjahr/März Bier gebraut hat, um es im Sommer reifen zu lassen und im Herbst als alkoholreiches Festbier auszuschenken. Heute bezeichnet es ein Bier, welches etwas stärker ist als einfaches "Lager" oder "Vollbier" oder "Schankbier", ohne jedoch die Stärke eines Starkbieres zu erreichen.
Wir haben im Dezember 98 im Rahmen einer Monatsaktion einige Rauchbiere im Café Abseits vorgestellt. Das "Schlenkerla" gabt es vom Faß.
Mönchshof Schwarzbier
Kulmbach ist wie auch das benachbare Thüringen bekannt durch seine sehr guten dunklen Biere. Das wohl beste auf der fränkischen Seite wird von der Mönchofs-Brauerei gebraut. Diese Brauerei gehört nach der Konzentration aller Kulmbacher Brauereien unter dem Dach der Kulmbacher Brauerei zum Paulaner-Thomasbräu-Salvator-Konzern, dem größten bayerischen Brauereikonzern.
Das Kloster-Schwarzbier ist sehr malzig und hat ein volles Aroma.
Im Abseits haben wir dieses von April bis Juni 1998 vom Faß angeboten.
Das sich diese profane Brauerei mit dem Namen "Kloster" und dem Mönch als Werbesymbol schmückt, wird seitens der tatsächlich von Mönchen betriebenen Brauereien sehr ungern gesehen. Tatsächlich soll mit der werbenden Verwendung von klösterlichen Motiven wohl der gute Ruf der von Mönchen gebrauten Biere ausgenutzt werden. Die Kulmbacher Brauerei vermarktet nach dem selben Prinzip ihr "Kapuziner Weizen".
Köstritzer Schwarzbier
In Köstritz ist das Schwarzbier erfunden worden. Das heutige Produkt - die Brauerei gehört seit der Wende zur Bitburger Brauerei - hat jedoch mit dem historischen Erzeugnis nicht viel gemeinsam. Das historische Schwarzbier - Goethe war ein Fan -wurde oft angewärmt und mit Ei und Zucker verrührt getrunken. Es war bereits als Bier mit gebräuntem Zucker versetzt. Es soll wahre Wunder bewirkt haben, gut für Gesundheit, Libido und Schlaf.
Nach der Wende gilt in den neuen Bundesländern auch das Reinheitsgebot und deshalb ist seitdem der Zuckerzusatz in der Bierherstellung verboten. Mit großem Erfolg wird es wie altersher nur noch in dem thüringischen Städtchen Neu-Zella hergestellt, darf verrückterweise aber nicht mehr als Bier bezeichnet werden.
Das historische Schwarzbier war recht alkoholarm. Nach dem Wegfall des Zuckerzusatzes hat dieses Bier deshalb ziemlich dünn geschmeckt. Deshalb hat der Köstritzer Braumeister das gewendete Schwarzbier mit mehr Alkohol eingebraut.
Zur Zeit gibt es das Köstritzer Schwarzbier noch exklusiv im Café Abseits. Aufgrund einer sehr guten Werbung u.a. mit einer eigenen, sehr guten Jazzband, ist jedoch zu erwarten, daß andere Gaststätten nachziehen.
Im Dezember 97 gab es das "Köstritzer Schwarzbier" vom Faß. Dazu viele Informationen zu diesem weltbekannten Bier.
Klosterbräu Schwärzla
Ein Schwarzbier aus der ältesten Brauerei Bambergs, bekannt vor allem durch sein helleres Braunbier.
Im September 98 gab es dieses Bier auch vom Faß. Wir führen
es ständig in der Flasche.
Hartmann Erbschänk 1550 Schwarzbier
Aus der Nähe von Bamberg, aus der Hartmann-Brauerei in Würgau. Dieses Schwarzbier wird nach dem Originalrezept des Brauereigründers des Jahres 1550 gebraut.
Dieses Bier bieten wir ständig in der Flasche an.
Röbersdorfer Landbier Alt
Obergärige Altbiere werden vor allem in Düsseldorf aber auch in Münster gebraut, bekannteste Sorten sind "Diebels Alt" und "Hannen Alt".
Dieses Alt hingegen ist ein Versuch einer sehr kleinen oberfränkischen Familienbrauerei mit Namen Weber in Röbersdorf in der Nähe von Hirschaid. Es wird wie alle Biere dieser Brauerei in Bügelverschlußflaschen abgefüllt.
Wir haben dieses Bier einige Monate ausgeschenkt, damit aber mangels Nachfrage aufgehört.
Guinness
Die Guinness-Brauerei in Dublin produziert dieses "Stout"-Bier. Es wird verschieden eingebraut, je nach dem Land, in das es exportiert wird, und auch in Irland schmeckt es anders als im Ausland.
Das irische Stout verdankt seine schwarze, total undurchdringliche Farbe dem Einsatz von stark gedarrtem Malz, was ihm auch sein einzigartiges Aroma gegrillten Brotes verleiht und damit der alten Vorstellung von flüssigem Brot am nächsten kommt. Es entwickelt eine typische, cremige Schaumkrone.
Diese Biersorte ist nicht in Irland erfunden worden, sondern wurde 1824 von Arthur Guinness aus dem Londoner "Porter" weiterentwickelt.
Die Guinness-Brauerei produziert daneben auch "Kilkenny", ein Ale-Bier britischer Art, vertreibt viele irische Whiskys von Brennereien, die ihr gehören, und fungiert als Franchise-Geber zahlreicher irischen Lokale in aller Welt. Sie profitiert von den vielen Auswanderern, die dieses kinderreiche und arme Land verlassen haben und jetzt das Bier aus ihrer Heimat gerne trinken, von den Touristen, die dieses Land und die Lebensart seiner Bewohner liebengelernt haben und von den niedrigen Löhnen und dem Fleiß der Iren, die als EG-Bürger in den irischen Gaststätten überall in der EG arbeiten können.
Wir haben dieses Bier als Bier des Monats vom Faß ausgeschenkt.
Stark- und Bockbiere
Der Ausdruck Starkbier entstammt dem Biersteuergesetz, wonach Biere mit einem höheren Alkoholgehalt höher besteuert werden. Der Ausdruck "Bockbier" ist entstanden durch eine Vokaländerung; das erste Bockbier ist in der niedersächsichen Stadt Einbeck gebraut worden; aus "Beck" wurde "Bock".
Üblicherweise bezeichnet man Biere mit mehr als 7% Alkohol als Doppelbockbiere. Auf den Flaschen ist jedoch oft nicht der Alkoholgehalt angegeben sondern der Anteil Stammwürze. Der Stammwürzegehalt gibt den Anteil eines fiktiven Bierextraktes am Bier an. Je höher der Stammwürzeanteil umso intensiver, aromatischer schmeckt das Bier und umso höher ist der Alkoholgehalt. Das stärkste Bier der Welt "EKU 28" von der Kulmbacher EKU-Brauerei hat 28% Stammwürze und ca. 13% Alc. vol. Alkoholanteil im Volumen , weil der Prozentwert unterschiedlich ausfällt, je nachdem ob man den Volumenanteil oder den Gewichtsanteil bestimmt.
Biere wie das "EKU 28" sind jedoch fast nur noch schluckweise trinkbar, so intensiv ist der Geschmack. Besser schmecken nicht ganz so starke Biere.
Historisch diente der Doppelbock den Mönchen als Nahrungsmittel in der Zeit, in der sie keine feste Nahrung zu sich nehmen durften.
Andechser Doppelbock dunkel
18,5 % Stammwürze, 7% Alkohol.
Dieses Bier schenken wir üblicherweise im November vom Faß aus, ansonsten das ganze Jahr über aus der Flasche.
Paulaner Salvator
Das älteste Doppelbockbier stammt aus der Paulaner Brauerei und heißt "Salvator" - der Retter. Es wird vor Ostern auf dem "Nockherberg" angestochen. Dieses Ereignis wird wegen des kabarettistischen Beiprogramms und der anwesenden politischen Prominenz alljährlich von tausenden Gästen besucht und im Fernsehen übertragen.
Wir haben es einige Monate lang ausgeschenkt und zwar im traditionellen Paulaner-Steinkrug, damit aber mangels Nachfrage aufgehört.
Nach dem Vorbild des "Salvators" werden mittlerweile viele Biere gebraut, in Bamberg z.B. der "Bambergator" vom Fässla in der Oberen Königstraße.
Meistens endet die Bezeichnung dieser Biere auf "ator". Nur die Klosterbrauerei Andechs nennt ihn einfach Doppelbock Dunkel. Seltener sind helle Bockbiere. Wir schenken hier nur den aus Andechs aus, den berühmen "Bergbock".
Andechser Bergbock hell
Ein Geheimtip für den Kenner. 16,5% Stammwürze, 7% Alkohol. Aromatisch und angenehm mild.
Dieses Bier schenken wir ganzjährig aus der Flasche aus.
Aventinus Weizenbock
Mittlerweile gibt es auch einige Weißbiere in der starken Version. Wir schenken den "Aventinus" der Schneider Weißbierbrauerei aus.
Aventinus ist mit 90 Lenzen das älteste bayerische Weizenbockbier. Es wird weder filtriert noch pasteurisiert und hat nach vierwöchiger Gärung einen einzigartigen Geschmack.
Dieses Bier schenken wir ganzjährig aus der Flasche aus.
Alkoholfreie und Leichte Biere
Von alkoholfreien Biere haben sich die Brauereien vor einigen Jahren gewaltige Umsätze versprochen. Die meisten haben jedoch geflopt. Weniger als 1% aller Biere werden heute alkoholfrei getrunken. Alkohol ist halt Geschmacksträger und alkoholfreie Biere schmecken schlichtweg schlecht. Sie haben wirtschaftlich nur eine Bedeutung für den Export in die islamischen Staaten.
Leichte Biere, bei denen der Alkohol auf etwa die Hälfte und der Geschmack auch ein wenig reduziert worden ist, stellen hingegen einen Kompromiß dar, wenn man noch ein Bier trinken und trotzdem autofahren möchte.
Becks Alkoholfrei
Weihenstephan Leichtes Weizen
Dieses leichte Weizen schenken wir ganzjährig aus der Flasche aus.
Biermixgetränke
Biermixgetränke erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Zum einen wegen des niedrigeren Alkoholgehaltes, dann aber auch weil viele Menschen die Bitterkeit des Bieres nicht mögen oder auf der Suche sind nach neuen Geschmackserlebnissen.
In Deutschland waren sie wegen der ideologischen Borniertheit der ausgebildeten Brauingenieure und Braumeister, aber auch durch eine steuerliche Benachteiligung lange Zeit verpönt. Eine gewisse Bedeutung hatten in Berlin und Sachsen mit Sirupen versetzte Weißbier (Berliner Weiße oder Geuze). Erst seit wenigen Jahren gibt es deshalb Biermixgetränke fertig gemischt zu kaufen, z.B. "Biker" von Kaiserdom, "Radler", "Alsterwasser", Colaweizen u.a.
In Belgien und dem nördlichen Frankreich mit seiner hohen Bierkultur haben vor allem fruchtige Zusätze zum Bier eine lange Tradition. Es gibt dort z.B. Kriek (Dunkles Bier mit Sauerkirschen vergoren), Biere mit Bananen, Johannisbeeren, Erdbeeren, mit Whiskymalz, Tequilaaromen ("Desperados") usw.
Radler (mit Mönchsambacher Lager)
Colaweizen (mit Hefeweißbier)
Kirschweizen (mit Hefeweißbier)
Bananenweizen (mit Hefeweißbier)
Pfirsichweizen (mit Hefeweißbier)
Russ' (mit Hefeweißbier)
Aktualisiert am 21. Juni 1999