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Entwicklung des Traffics von Websites
 

Entwicklung der User Visits von Websites in Abhängigkeit vom Alter der Sites

Die Daten, die der folgenden Graphik zugrunde liegen, stammen aus einer "WebCMO Online Promotion Strategy Study" (nicht mehr online). Man sieht, daß die Zeit bei der Entwicklung einer Website eine große Rolle spielt. Jedoch kann man diese Beziehung durch bestimmte Marketingstrategien und zusätzliche Marketingaktivitäten beeinflussen.
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Mundpropaganda braucht Zeit

Warum gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen der Existenzdauer einer Website und dem Verkehr auf dieser Site? Nutzer werden überwiegend über Mundpropaganda gewonnen (ähnlich auch wie bei Restaurants, Büchern und Kinofilmen). "Meinungsführer" unter den Surfern wie auch bestimmte Restaurantgäste lieben es, neue Sites und Restaurants auszuprobieren und ihre Erlebnisse weiterzuerzählen. (Ich nenne sie liebevoll "Ratten", weil diese Tiere auch einzelne vorschicken, um auszuprobieren, ob das Essen vergiftet ist.) Andere profitieren von diesen Erfahrungen und verlassen sich risikoscheu und zeitsparend auf die Tips ihrer Bekannten und Freunde. 
Viele Website-Verantwortliche aber auch Gastronomen haben falsche Vorstellungen von Natur und Wirkungsweise der Mund-zu-Mundpropaganda:
Vorurteil Gegenbeispiele aus der Gastronomie
Mundpropaganda erfordere außergewöhnlich gute Produkte und Dienstleistungen. Ein Wiener Restaurant, dessen Ruf darin bsteht, daß sein "Wiener Schnitzel" über den Tellerrand heraushängt.
Mundpropaganda entstehe von selbst. Gerüchte ausstreuen über Multiplikatoren. Angebotsbeschränkung.
Die besten Propagandisten würden auch die besten Kunden. Journalisten, die wenig Zeit haben auszugehen.
Man müsse Trendsetter sein, um von Mundpropganda zu profitieren. Kultgaststätten wie das Bamberger Schlenkerla oder die Gaststättenbetriebe des Klosters Andechs.
Um Mundpropaganda anzufachen, bedürfe es der Medien und gezielter Werbemaßnahmen.  Sog. "Geheimtipps".
Die theoretischen Grundlagen stehen in jedem guten Lehrbuch über Absatzwirtschaft oder Marketing, grundlegend in: Kaas, K.P., Diffussion und Marketing, Stuttgart 1973. Vergleiche dazu auch das Referat "Network Diffusion Models und ihre Bedeutung für den Softwaremarkt"  (nur noch im Internetarchiv zu finden) von Thorsten Avemaried. Richard Carter hat sie auf den Fall der Expansion eines US-Fastfood-Unternehmens in Australien anzuwenden versucht: "Applying Diffusion Theory to Chain Restaurants: Predicting the Viability of U.S. Brands Internationally (Abstract)", in: Journal of Restaurant and Food Service Marketing, 1997, pp. 37-53.

Qualität wird weiterempfohlen

Dabei werden bei Restaurants negative Erfahrungen an durchschnittlich 8 Personen weitergegeben, positive Erfahrungen nur an drei. Deshalb sind schlechte Restaurants, die mit viel Reklame anfangs Kunden anlocken, sehr schnell verschrien, und deswegen dauert es bei guten Restaurants, die sich auf ihre Qualität und Mundpropaganda verlassen, oft zwei Jahre, bis diese "angesagt" sind. 
Meine Vermutung ist, daß man sich bei schlechten Sites kaum die Mühe macht, anderen von seinen schlechten Erfahrungen zu berichten, aber Sites, die einem gefallen, gerne weiterempfiehlt, z.B. mit der ICQ-Funktion "Webpage-Adresse senden" oder indem man auf seiner Homepage einen Link auf diese URL setzt. Natürlich ist alles, was die meisten nicht machen, eine Nische für einige, die es doch machen: So ermöglicht die Website WebPagesThatSuck, von besonders schlecht gestalteten Seiten zu lernen.

Professionelle Mundpropaganda

Sowohl bei Restaurants als auch bei Websites spielen auch professionelle Berater eine Rolle wie Restaurant-Führer, Gourmet-Zeitschriften, Tageszeitungen, Auszeichnungen und Kataloge, Internet-Zeitschriften, allgemeine Medien, Awards oder Bücher wie das "Web-Adressbuch für Deutschland, die 5.000 wichtigsten deutschen Internet-Adressen". 

Organisierte Mundpropaganda von Amateuren

In Zukunft wird unseres Ermessens die Mundprogaganda von Gästen im Verhältnis zur professionellen Mundpropaganda eine größere Rolle spielen. Auf dem Markt der Restaurantführer hat es Marcellino vorgemacht: Eine systematisch abgefragte Bewertung von Restaurants durch Gäste ergibt ganz andere Reihenfolgen im Qualitätsurteil und ist aus der Sicht der meisten Restaurantbesucher oft überlegen. 
Seit 1999 gibt es nunmehr auch in Deutschland Websites wie dooyoo.de, die Meinungen von Konsumenten über Produkte und Dienstleistungen sammeln, gewichten und Kaufinteressenten zur Verfügung stellen. Anfang 2000 hat diese Website guide-yoo herausgebracht, wo Online-User kostenlos abrufbare, persönliche und ehrliche Meinungen über Restaurants, Bars, Cafés, Kneipen, Clubs und Hotels austauchen können (vorerst in Berlin, Hamburg, München und Köln). Eine Übersicht über solche Diskussions-Sites in den USA vermittelt Claudia Kuehl, "New World of Web Reviews," Internet World, 12/1/1999. Vorgestellt werden Epinions.com, Comparenet.com, BizRate.com, mySimon.com, Productopia.com und ShopServe.com.

Loyale Besucher sind selten

Genauso wie die Fähigkeit, Stammgäste zu binden, über den Erfolg von stammgast-orientierten Gaststätten entscheidet, gilt es für Websites, loyale Besucher zu gewinnen. Da die meisten Surfer eine Site nur ein einziges Mal besuchen und dann nicht mehr zurückkommen (vgl. eine Statistik über die Entwicklung des Anteils von Erstbesuchern von StatMarket), sollte man sich auf solche Surfer konzentrieren, die eine Seite häufig oder sogar regelmäßig besuchen. 

Profit erst nach Jahren zu erwarten

Eine Untersuchung von Activmedia über die Profitabilität amerikanischer B-to-B Sites, also solcher Websites, mit denen Unternehmen mit anderen Unternehmen Geschäfte machen wollen, hat herausgebracht, daß 
  • von den drei Jahre alten Websites bereits 42% profitabel sind,
  • von den zwei Jahre alten 32%. 
  • Im ersten Jahr sind nur 27% profitabel. 
Daraus wird der Schluß gezogen, daß die Profitabilität mit dem Alter wächst. Leider wird die alternative Hypothese, daß unprofitable Websites aufgeben, nicht überprüft, wie es überhaupt keine mir bekannte Untersuchung über das Ende von Websites gibt. 
Auch bei neuen Restaurants füllen die Besucherzahlen oft erst nach zwei Jahren die vorhandenen Kapazitäten aus. Existenzgründer und andere Dummköpfe vergessen oft, diese Durststrecke in ihrer Finanzplanung zu berücksichtigen. Dies ist ein Grund für die hohe Fluktuationsrate von rund 25% pro Jahr in der Gastronomie. Ein weiterer Grund ist, daß die häufig abgeschlossenen Pachtverträge über nur 5 Jahre oft nur die teilweise Amortisation der Verluste der ersten beiden Jahre erlauben. 

Die Entwicklung der Besucherzahlen bei anderen Gastronomie-Portalen

  • http://www.gastrofacts.ch/site_info/status/statistik/auswertung.htm 
  • Der vom Landesverband Baden-Württemberg, dem in bezug auf das Internet rührigsten Landesverband der DEHOGA, entwickelte Marktplatz Gastgewerbe kommt, laut eigenen Angaben (PDF), auf 20.000 Page Impressions monatlich (Stand von Ende 2000). Es drängt sich aber der Eindruck auf, als seien sich die Landesverbände über ihre Internetstrategie uneins.

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 Aktualisiert am 25. Juli 2000
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