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Automaten-Restaurants

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Selbstbedienungsrestaurants oder "cafeterias" wurden in den USA von gemeinnützigen Organisationen erfunden, um arbeitenden Frauen ein preiswertes Essen zu bieten. Die Idee wurde schnell von gewerblichen Restaurants und Schulen aufgegriffen. Die Gäste wählen aus und zahlen für jedes ausgewählte Teil am Ende der Auswahlstrecke. Eine Weiterentwicklung stellen Cafeterrias dar mit vollautomatischen Verkaufsflächen, in welchen vorportionierte Speisen und Getränke in Geräten mit Münzeinwurf ausgegeben werden. Der erste "automat" wurde 1902 von Horn & Hardart in Philadelphia eröffnet (mit Automaten aus Deutschland).


Das älteste deutsche Patent für einen Warenautomaten wurde im Mai 1883 an Emil Wirba und Ferdinand Uecker aus Berlin für einen "Automatischen Verkaufsbehälter für Zigarren" vergeben. 1886 wurde auf der Internationalen Gewerbeausstellung in Berlin ein "Automatenpavillion" vorgestellt. In diesem gab es vom frischgezapften Bier (für 10 Pfennig) bis hin zum warmen Essen ein breites Angebot. Die Schokoladenfabrik Stollwerk setzte dann Automaten ein, um Warenproben zu Reklamezwecken abzugeben. Doch wegen der guten Resonanz setzte man sie dann auch zum Verkauf ein. 1895 betrieb Stollwerk bereits in 15 Städten Automatenhallen. 1898 war er beteiligt an der Gesellschaft für Restaurationsautomaten. 


Das erste Automatenrestaurant in Deutschland wurde, so erzählt es die Website "Die Automatengeschichte Deutschland", 1897 in Berlin eröffnet. Das am 24. August 1904 im Erdgeschoß des "Blauen Haus" in Halle eröffnete Automaten-Restaurant namens "Triumph-Automat" überlebte den 1. Weltkrieg nicht (siehe: "Mampes Gute Stube"). 


In Halle ist der Andrang am Tag der Eröffnung gewaltig gewesen und bis weit nach Mitternacht strömten die Menschen hinein, um sich das Wunderding anzuschauen. Die "Saale-Zeitung" schrieb darüber: "Jeder Fachmann und Laie wird weiter von der Pracht und sauberen Arbeit an dem Holzwerk, echt Mahagoni, entzückt sein, welches den zahlreichen krystallklaren Facettenspiegeln und dem reizenden Glasmosaik ein wirkungsvolles Relief verleiht. Ein solcher Aufbau, der noch durch Automaten gehoben wird, die wie reines Silber blinken, kann sich natürlich nur auf einem gleichwertigen Sockel erheben, und dieser ist in der Tat aus rotem und alabasterweißem Marmor von erlesener Schönheit hergestellt."


Heute können wir die Faszination, die solche Restaurants und ihre moderne technische Ausstattung auf die Menschen der damaligen Zeit ausübten, kaum mehr nachvollziehen. Der vorbehaltlose Glaube an den technischen Fortschritt war die Folge einer langen Friedenszeit (seit dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71), eines Aufschwungs der Natur- und Technikwissenschaften und einer Abspaltung der Natur- und Technikwissenschaften von den Geistes- und Humanwissenschaften. Technik galt als nur eigenen Gesetzmäßigkeiten gehorchende Entfaltung naturwissenschaftlch-technischer Grundprinzipien. Die technische Entwicklung wurde kaum kritisch diskutiert, technischen Laien die Rolle der passiven Bewunderer und Nutznießer technischer Entwicklungen zugeschrieben. Diese Vorstellung endete abrupt mit dem Untergang der Titanic als einer Vision des Ersten Weltkrieges.
Bis zum ersten Weltkrieg gab es 50 Automatenrestaurants in Deutschland, alle mit großen Räumen und mit Steh- und Sitzplätzen. Die Automatenwirtschaft hatte sich kaum vom ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise erholt, erließen die Nazis 1934 ein "Warenautomatengesetz", mit dem die Aufstellung von Automaten berufs- und fachfremden Unternehmen, also Nichteinzelhändlern, untersagt wurde.


Erst 1962 wurde es in Deuschland wieder erlaubt, Warenautomaten ohne eine räumliche Verbindung zu einer offenen Verkaufsstelle aufzustellen. 


Heutzutage sind rund um die Uhr verfügbare Automaten, aus denen man Speisen und Getränke entnehmen kann, nicht mehr wegzudenken. Der BDV schätzt ihre Zahl auf insgesamt 365.000 Stück in Deutschland. Auf der Anuga 2001 werden sie herausgehoben thematisiert. Diese internationale Food-Messe bildet zugleich den Rahmen für eine der weltgrößten Ausstellungen von Getränke- und Verpflegungsautomaten. 


Wie Kunden die angebotenen Speisen und Getränke bezahlen können, ist eines der Probleme, denen sich die Betreiber (die sog. "Operatoren", die Automaten auf eigene Rechnung betreiben) widmen müssen. Der Trend geht, weil Bargeld zum Aufbrechen der Automaten und zum Einwurf von Falschgeld verführt, in Richtung bargeldlosen Zahlens, etwa per Handy, und eine webbasierte Adminstration von Automaten, z.B. von Coco-Cola-Automaten.


Es gibt natürlich nicht nur Getränke- und Verpflegungsautomaten, sondern auch Automaten für Zeitungen, Biefmarken, Blumen, Dienstleistungen wie Schuhputzen, Fahrarten, Wägungen, Horoskope, Fotos, Visitenkarten, Solarien, Kondome, Zigaretten, Drehtabak usw.. Aber auf dieser Seite kümmern wir uns besonders um kalte und heisse Speisen und Getränke, die eine besondere Herausforderung darstellen.


Der BDV (Bundesverband Deutscher Verpflegungs- und Vending-Unternehmen e.V.) bezeichnet den Verkauf von Waren des täglichen Bedarfs, insbesondere von Lebensmitteln, durch Automaten mit dem englischsprachigen Ausdruck "Vending" und grenzt ihn damit von Musik-, Sport- und Unterhaltungsautomaten-Branche ab. Dieser Vending-Markt zeichnet sich durch ein starkes Wachstum und hohe Handelsspannen aus. Er kann differenziert werden nach
  • Kaltgetränke
  • Heißgetränke
  • Snacks
Die auszugebenden Produkte werden
  • im Gerät produziert (so etwa Kaffee-Variatinen, Tee, Suppen, Erfrischungsgetränke, Pommes frites, Eiscreme).
  • vorgefertigt in den Geräten eingelagert (etwa Erfrischungsgetränke in Dosen, Flaschen oder Kartonverpackung, süße und herzhafte Snacks, Eiscreme, belegte Brötchen, Baguettes, Sandwisches, Salate, Kuchen, Flesich. und Wurstwaren, Molkereiprodukte)
  • oder im Gerät gelagert und in einer Mikrowelle vom Kunden selbst erhitzt (Komplettmenüs, Snacks, Schnellgerichte)
Für die Betreiber stehen folgende Vorteile im Vordergrund:
  • hohe Spannen,
  • Chancen für Impulskäufe.
Vending-Automaten bieten folgende Vorteile aus Kundensicht::
  • Verfügbarkeit auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten und Sperrstunden in der Gastronomie
  • wegen der reduzierten Platzansprüche im Vergleich etwa zur Gastronomie können Warenautomaten in der Nähe von Aufenthaltsorten und Verkehrswegen von Konsumenten aufgestellt werden (etwa Arbeitsräume, Schulen, Verkehrsflächen, Kinos, Schwimmbäder). Laut BDV stehen über 90% in Betrieben.
Vending-Automaten stellen die industrielle, menschensparende Variante der Straßengastronomie dar, die, vor allem in Entwicklungsländern, auf den Straßen Lebensmittel zubereiten und anbieten. Siehe dazu auch das Buch "Street Foods: Urban Food and Employment in Developing Countries" von Irene Tinker. 


Bei Pommes-Frites-Automaten konkurrieren zwei Techniken:
  • In den Automaten der Schweizer Firma Tege wird von Nestlé hergestelltes und zu Stäbchen gepresstes Kartoffelgranulat in heißem Öl fritiert. Angeblich gibt es dabei Geruchs-Probleme, siehe Flopquote: sehr hoch. Immer wieder verspricht die Industrie neuartige HighTech-Produkte und produziert regelmässig Flops – weil niemand daran interessiert ist. Von Nicole Kircher und Andreas Güntert.
  • In den Automaten der Food-Service-Firma Ore-Ida, eine Tochter der McCain Foods Ltd., werden vorfrittierte Pommes-frites in einer Art Heissluftofen aufgebacken. Der Automat ist angeblich geruchsneutraler und wartungsfreundlicher, die Kartoffelstäbchen formkonstanter. Nachteilig ist, daß die Fritten gekühlt angeliefert und gelagert werden, was höhere Kosten verursacht.
Automaten-Restaurants gibt es heute keine mehr, soviel ich weiß. Der "Columbus Circle Automat" in New York hatte bis in die 70er Jahre geöffnet. Das letzte New Yorker Automat schloß 1991. Statt der Automatenrestaurants haben sich in der Gastronomie andere Formen wie der Verkauf an Schaltern durchgesetzt.


In Paris stehen z.B. Einkaufsautomaten, "YatooPartoo" genannt, in denen man vom Wurstpaket über Waschmittel bis zum Katzenfutter aus bis zu 200 tiefgekühlten Konsumprodukte auswählen kann und mit Kreditkarte bezahlen. Geplant sind auch Pizza-Automaten, die per Computer-Klick individuelle Wünsche nach Käse, Sardellen oder anderem Belag erfüllen. 

Lieferanten von Automaten zur Ausgabe von Speisen und Getränke

Weiterführende Links

Bücher

Aktualisiert am 31. August 2002